Günter Lamprecht

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Günter Lamprecht bei filmportal

 

Günter Lamprecht in der Sendung "Thadeuz" am 4. Mai 2010

       

Günter Lamprecht auf Lesetour!

Daten siehe unten

 

  

  

  

     

Günter Lamprecht

Foto: Edmond Frederik

Der am 21. Januar 1930 in Berlin geborene Günter Lamprecht startete nach dem Krieg mit Jobs in diversen Berufen, z.B. als Dachdecker, Bühnenarbeiter oder Taxifahrer. Es folgte eine Ausbildung als Orthopädiehandwerker.

  

Danach nahm er Schauspiel-Unterricht an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Seine Lehrerin Lucie Höflich (eine andere Quelle spricht von Else Bongers, rk). Mehr oder weniger durch Zufall bekam er ein Stipendium für das Max Reinhardt-Seminar, absolvierte dort zwei Jahre und ging bis 1970 an das Schiller-Theater in Berlin. Bis dahin hatte er schon an mehreren Theatern gespielt, hatte sich aber nie so richtig wohl gefühlt. Nach seinen eigenen Angaben hatte er in über 30 Filmen immer nur Nebenrollen in den Fünfzigern. Es seien Schnulzen gewesen.

Seine erste "richtige" Rolle bekam er bei Ottokar Runze in dem 1975 gedrehten Film Das Messer im Rücken, hier spielte er einen Schöffen. 1977 erntete er mit der Rolle eines Alkoholikers in dem Fernsehspiel Rückfälle großen Beifall, wofür er zu Recht die Goldene Kamera erhielt. (Wirklich ein bemerkenswerter Film! rk)

 

"Kino war immer mein Wunsch gewesen, aber ich bin da nicht richtig herangekommen", erklärt er selbst das Phänomen, dass erst Erwin Keuschs autobiographische (und preisgekrönte, z.B. Ernst Lubitsch-Preis) Handwerkerstudie  Das Brot des Bäckers dem inzwischen 46jährigen die erste Hauptrolle seines Lebens brachte. Zur Vorbereitung auf diese Rolle futterte er sich erst einmal 30 Pfund an und ging dann 14 Tage in die Backstube. Für seinen Franz Biberkopf in Fassbinders Berlin Alexanderplatz erhielt er den Darstellerpreis der Berliner Filmfestspiele und einen

Günter Lamprecht - Foto: VIRGINIA

Günter Lamprecht

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

Preis bei der Biennale in Venedig. Anlässlich der Uraufführung in den USA wurde er zusammen mit Barbara Sukowa dorthin eingeladen und frenetisch gefeiert. Während der Synchronarbeiten zu Alexanderplatz soll Fassbinder gesagt haben: "Ich möchte hiermit laut und deutlich betonen: Günter Lamprecht ist kein Fassbinder-Schauspieler. Er ist ein Mann, der alles aus sich selber geschaffen hat." 

  

1973 arbeitete Lamprecht erstmals mit Fassbinder zusammen. In den Fernsehspielen Welt am Draht und Martha spielte er noch Nebenrollen. 1978 folgte der Kinofilm Die Ehe der Maria Braun. Doch zur eingeschworenen Fassbinder-Truppe gehörte er nie, wollte es auch nicht. Den Film Berlin Alexanderplatz bezeichnete Lamprecht noch 1992 als sein "Lebenswerk" (Neue Westfälische, Juni 92). Im Gegensatz zu anderen Schauspielern hatte er keinen Grund zur Klage, nach seinem großen Erfolg keine Angebote mehr zu bekommen. Im Gegenteil. Trotzdem lehnte er Angebote aus Amerika ab, weil ihm die Drehbücher nicht gefielen.

     

Hervorzuheben sind noch Das Boot (1981), Milo Barus, der stärkste Mann der Welt (1982), die kleine Serie Roncalli (1986) und seine Tätigkeit als Kommissar Franz Markowitz, den er von 1991 bis 1996 acht Mal im SFB-Tatort darstellte. Die Figur hatte er selbst entwickelt, an den Drehbüchern mitgearbeitet. "70 Prozent vom Markowitz sind Lamprecht", zitierte ihn die NRZ (Sept. 94). "Meine ganze Biographie steckt in dieser Figur. Den Hauptteil an seelischen Verletzungen und am sogenannten Durchmachen hat in Berlin stattgefunden. Meine Eltern haben schwer malocht, sich eigentlich nie richtig verstanden. Ich war ein absolutes Schlüsselkind und bei allem, was ich gemacht habe, bei aller Kraft, eher ein sensibler Typ. Kein Hau-Drauf."

  

 

 

2 Szenen aus demTheaterstück: "Ein Mond für die Beladenen", 03.08.1984, mit Claudia Amm - Fotos: VIRGINIA

2 Szenen aus dem Theaterstück: "Ein Mond für die Beladenen", 03.08.1984, mit Claudia Amm

  

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

1995 spielt er im Tournee-Theater den Tischler Leroy in Arthur Millers Drama Der letzte Yankee, wo zwei Ehepaare im Wartezimmer einer Psychiatrie aufeinandertreffen.

    

Im Sommer 1996 nahm Lamprecht Verhandlungen mit dem ZDF auf. Dort wollte man mit ihm ab 1997 jährlich drei Folgen à 90 Minuten für den Krimi-Samstag drehen. Lamprecht soll einen Staatsanwalt spielen, einen unbequemen Juristen, dem die Menschen am Herzen liegen, der sich einsetzt und aneckt. Seine oft geäußerte Klage über die heutzutage zu knapp bemessenen Drehtage ist nicht ganz einleuchtend, wenn man bedenkt, dass die 14 Folgen Berlin Alexanderplatz in 154 Tagen gedreht wurden. Das sind im Schnitt 11 Drehtage je einstündige Folge!

       

Günter Lamprecht in "Friedrich und der verzauberte Einbrecher" - Foto: Antaeus-Film

Günter Lamprecht in Friedrich und der verzauberte Einbrecher

(1996, Regie: Rolf Losansky)  

Vielen Dank an Antaeus-Film

  

  

Lamprecht versteht sich selbst "als guter Volksschauspieler und habe nicht den Anspruch, in irgendeinem intellektuellen Theater auftreten zu müssen. Da bin ich nicht zu Hause, das ist nicht mein Bier. In der Reihe, in der ich mich einordne, stehen Leute wie Karl Malden, Lino Ventura oder Jean Gabin. Das sind volksnahe Menschen. Und sie sind glaubwürdig." (BWZ, März 90) Volksnah heißt: ehrlich, direkt, ungekünstelt. Lamprecht hasst es, zu  "markieren", die Figuren müssen lebensecht sein, und um dies überzeugend spielen zu können, geht er dorthin, wo das Leben spielt. Der Wahlkölner lebt in einer anonymen Hochhaussiedlung unter Normalos, die er schonmal auf ein Bier in der Kneipe trifft. Mit Jean Gabin und Emil Jannings ist er oft in einem Atemzug genannt worden. In einer Rangliste der besten Schauspieler der 80er Jahre wurde er von US-Kritikern neben Robert de Niro und Ben Kingsley auf Platz 3 gesetzt. Angebote aus Hollywood blieben nicht aus, doch die Drehbücher waren nicht nach seinem Geschmack. "In einem dieser Filme sollte ich den Göring spielen. Aber das war eher eine Knallcharge. Das habe ich abgelehnt."

(Quelle:  Die neuen Stars des deutschen Films von Siegfried Tesche (mit freundlicher Genehmigung des Autors), Heyne Filmbiobliothek Nr. 32/78, München, 1985)

  

Lamprecht, der zwei Mal verheiratet war und heute in Köln lebt, veröffentlichte im Oktober 2002 seine Erinnerungen unter dem Titel "Und wehmütig bin ich immer noch. Eine Jugend in Berlin". Er blickt mit diesem Buch auf seine frühe und dramatische Zeit seines Lebens zurück und entpuppt sich dabei als ein erstklassiger Erzähler voller Wehmut und echtem Berliner Humor.

 

Am 21. Januar 2010 wurde Günter Lamprecht 80 Jahre alt.

Aus diesem Anlass zeigt RBB-Fernsehen am 16. Januar 2010 den überaus bemerkenswerten Dokumentarfilm über eine ebenso bemerkenswerte Karriere über Günter Lamprecht von Dagmar Wittmers mit dem Titel Da musste jetzt durch, Jünta.

  

In diesen Städten wird Günter Lamprecht Station machen, um aus dem Roman "Stellenweise Glatteis" von Max von der Grün und aus seiner Biografie vorzulesen:

  • 10. März 2011, 19 Uhr - Museum Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund
  • 13. März 2011, 11 Uhr - Matinee, Heine-Salon / Zakk / Literaturbüro, Düsseldorf
  • 16. März 2011, 19:30 Uhr - Buchhandlung Welscher, Bielefeld
  • 18. März 2011, 20 Uhr - Kulturgut Haus Nottbeck, Oelde
  • 19. März 2011, 20 Uhr - Museum der bildenden Künste, Leipzig
  • 22. März 2011, 20 Uhr - Kulturzentrum Waggonhalle, Magdeburg
  • 23. März 2011, 20:30 Uhr - Romanfabrik, Frankfurt am Main

   

    

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Eine Auswahl von Filmen mit Günter Lamprecht

Diese Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  

Titel

Jahr Regie

Das Kriminalmuseum (Das Amulett)

Die Angestellte Elke Maschurek ruft anonym aus einer Telefonzelle die Polizei an. Sie teilt mit, dass am nächsten Tag der Geldbote des Kaufhauses Bender überfallen werden soll. Sie will aber keine Namen nennen und verzichtet somit auf eine Belohnung. Der Polizeibeamte kann ihr dann aber doch entlocken, dass ein gewisser Walter damit zu tun haben soll. Kommissar Derksen wird mit der Sache betraut und lässt alle, die wegen Überfalls schon vorbestraft sind und die Walter heißen, überprüfen. Doch die Spur verläuft vorläufig im Nichts. Erst als ein aufmerksamer Polizeibeamter Elkes verlorene Brieftasche mit dem anonymen Anruf in Verbindung bringt, ergibt sich eine Spur: ein Amulett in der Geldbörse führt zu einem ehemaligen Dekorateur des Kaufhauses. Doch dieser, John Harrings, ist spurlos verschwunden - und wie Kommissar Derksen feststellen muss - gemeinsam mit Elke Maschurek ... (Text © GP, Die Krimihomepage)

1967 Dieter Lemmel
Tatort - Taxi nach Leipzig 1970 Peter Schulze-Rohr
Der Pott 1970 Peter Zadek
Welt am Draht 1973 Rainer Werner Fassbinder
Martha 1974 Rainer Werner Fassbinder
Stellenweise Glatteis 1975 Wolfgang Petersen
Tatort (Kurzschluss)

Am 25. April 1975, kurz nach 9 Uhr, kreuzen sich die Wege dreier Männer. Für zwei von ihnen wird diese zufällige Begegnung tödlich enden. Der 32-jährige Gelegenheitsganove hat eine kleine Filiale der "Nordbank" beraubt. Der Coup war erfolgreich, aber nach einiger Zeit "streikt" das Fluchtauto. Offenbar ein Defekt an der Benzinleitung. Kallweit muss sich ein anderes Auto suchen. Karl Höllbrock, 52, Vertreter, hat wieder einmal vergeblich versucht, seine Ware an den Mann zu bringen. Seit langem gehen die Geschäfte schlecht. Deshalb hat er das Risiko auf sich genommen, mit dem Auto in die weitere Umgebung zu fahren, obwohl ihm der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgenommen worden war. Entmutigt steigt er in sein Auto. Als er losfahren will, hält ihm jemand eine Waffe an die Schläfe. Es ist der 45er Colt von Pit Kallweit. Holger Freidahl, 34, Polizeiobermeister in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt, ist wegen eines Kurzschlusses in der Funkanlage mit einem Streifenwagen unterwegs zur Reparatur. Auch ihn quälen Sorgen. Kürzlich hat er sein Einfamilienhaus erweitern lassen. Doch er hat sich verkalkuliert. Nun hat Freidahl Schulden, die seine Familie bedrücken. Als Kallweit hinter sich den Streifenwagen merkt, zwingt er Höllbrock zu halsbrecherischen Manövern, die dem Polizisten natürlich auffallen. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. (Quelle: Pressetext DasErste)

1975 Wolfgang Petersen
Das Messer im Rücken 1975 Ottokar Runze
Notwehr

Unweit der kleinen Ortschaft Ebenrain hat sich in einem ehemaligen Schulgebäude eine Rockband eingemietet. Acht junge Leute, die sich schon allein durch ihr Aussehen, mehr aber noch durch ihren Lebensstil und ihre Tätigkeit von der einheimischen Dorfbevölkerung unterscheiden. Dieser Umstand schafft auf der Seite der Ebenrainer neben Neugierde auch Misstrauen und Vorurteile. So kann es letztlich nicht als reiner Zufall angesehen werden, dass Zilke, ein Ebenrainer Häusler und Bauarbeiter, aus dieser allgemeinen Bereitschaft zur Selbstverteidigung auch tatsächlich abdrückt, als er eines abends Schritte in seinem Garten hört. Er schießt auch noch, als er eigentlich bereits erkannt haben müsste, dass es sich um Leute von eben jener Rockband handelt, und als diese bereits entsetzt die Flucht ergreifen. Ein Mädchen der Gruppe bleibt tödlich verletzt auf der Strecke. Da der Schütze nach Zureden seines Bruders für sich eine Notwehrsituation in Anspruch nimmt, zumal er auch der Meinung gewesen sei, man habe ihm seinen Zement stehlen wollen, kommt es zunächst sogar zu einer Verhaftung der jungen Leute, die ohnehin bei der Ortspolizei nicht gut angeschrieben sind. Erst am darauffolgenden Tag wird nach Einschreiten eines Anwalts durch einen auswärtigen Kommissar der Todesschütze Zilke wegen Verdachts auf Totschlag in Haft genommen, weshalb er auch später verurteilt wird. Als die jungen Musiker von einem Konzert zurückkommen, finden sie ihre Behausung samt technischem Inventar zerstört. Nach Protestaktionen der einheimischen Bevölkerung und auf Fürsprache des Landrats wird Zilke ein Jahr später auf Kaution freigelassen.

Darsteller: Günter Lamprecht, Maria Lucca, Jochen Striebeck, Marie-Luise Marjan, Diether Krebs, Pierre Franckh, Monika Lundi, Angelika Kulessa, Michael Gahr, Uwe Jens Pape, Gerd Schäfer, Werner Berndt, Nicolas Brieger, Erik Schumann, Friedrich von Thun, Kathrin Schaake, Ute Willing, Mani Neumeier

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Heft 15, Dezember 1976 - Februar 1977, hrg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit)

1976 Hartmut Griesmayr
Das Brot des Bäckers 1976 Erwin Keusch
Rückfälle 1977 Peter Beauvais
Die große Flatter 1979 Marianne Lüdcke
Der Galgensteiger 1980 Xavier Koller
Berlin Alexanderplatz 1980 Rainer Werner Fassbinder
Tatort (Schattenboxen) 1980 Fritz Umgelter
Das Boot 1980/81 Wolfgang Petersen
Das Kätchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe 1981 Peter Beauvais
Flüchtige Bekanntschaften 1982 Marianne Lüdcke
Die Komplizen

Ein Autofahrer begeht Fahrerflucht, nachdem ein mit Kindern besetzter Ferienbus ausbrannte; Polizei und ein Lynchkomitee sind hinter ihm her; spannende Simenon-Verfilmung.

Darsteller: Claudia Amm, Kurt Raab, Hilde Ziegler

1983 Stanislav Barabas
Das leise Gift 1984 Erwin Keusch
Gegen die Regel

Wie weit kann die Polizei in ihrer Amtanmaßung, Willkür und der Unverhältnismäßigkeit ihrer Mittel gehen? Müssen "Entgleisungen" vertuscht werden? Ohne Schwarzweißmalerei zeigt die Story, wie weit Anpassung gehen kann; nach einem authentischen Fall.

1987 Michael Verhoeven
Moebius 1992 Matti Geschonneck
Der letzte Kosmonaut 1994 Nico Hofmann
Angst 1994 Bernd Schadewald
Comedian Harmonists 1997 Joseph Vilsmaier
Epsteins Nacht 2002 Urs Egger

  

   

   

   

   

  

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www.kiwi-verlag.de (Buchbesprechung)

www.tatort-fundus.de (Episode Taxi nach Leipzig)

www.tatort-fundus.de (Die Fälle von Kommissar Franz Markowitz)

www.tatort-fundus.de (Lesetour)

www.filmszene.de (Film: Epsteins Nacht)

www.antaeus-film.de 

www.prisma.de

http://krimiserien.heim.at (TV-Serie Das Kriminalmuseum)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 21.04.2011