Wolfgang Menge

Regisseur  Drehbuchautor

     

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Der Meister der Provokation wird 80 Jahre alt

(derwesten.de am 9. April 2009)

  

  

    

   

    

Wolfgang Menge - Foto: Ingo Heine, Berlin

Wolfgang Menge

©Ingo Heine (Fotograf in Berlin)

 

  

Geboren am 10. April 1924.

  

Er wuchs in Hamburg auf. In Kriegszeiten verlor er durch die Naziherrschaft alle Verwandten seiner jüdischen Mutter.

 

Nach dem Krieg Volontariat beim German News Service (Vorläufer der DPA). Danach zunächst Arbeit als Reporter beim Hamburger Abendblatt, danach ging er 1954 als Korrespondenz für Die Welt nach Tokio und Hongkong.

 

Anfang der 50er-Jahre bereits arbeitete Menge für den Rundfunk und das Fernsehen. Er verfasste Filmskripte und entwickelte mit Jürgen Roland zusammen die Krimiserie Stahlnetz; für diese Serie schrieb er 20 Drehbücher.

  

In den 60er-Jahren reihte er sich ein in die Riege der Autoren zeitkritischer Fernsehspiele. Dazu gehörten Smog von Wolfgang Petersen, die Simulation einer Fernsehsondersendung wegen bedrohlicher Wetterlage; die Dubrow-Krise, hier nahm Wolfgang Menge die Probleme der deutschen Wiedervereinigung vorweg. Größtes Aufsehen erregte er mit dem Film Das Millionenspiel, nach einer Geschichte von Robert Sheckley. Hier geht es um eine fiktive Fernsehshow, die den Überlebenden einer tödlichen Hetzjagd unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit einer Million Mark belohnt. Der Film wurde mit dem Prix Italia ausgezeichnet.

  

Wolfgang Menge ist auch die Schöpfung des Zollfahnders Kressin in der TV-Serie Tatort, gespielt von Sieghard Rupp. Sein größter Erfolg war aber zweifelsfrei die TV-Serie Ein Herz und eine Seele, die von 1973 - 76 lief. Uns allen ist Heinz Schubert als "Ekel Alfred" und Elisabeth Wiedemann als "dusselige Kuh" in bester Erinnerung. Die vielen Wiederholungen zeigen bis heute die Beliebtheit dieser Serie. Die Regisseure hier waren Joachim Preen und Jürgen Flimm.

 

1974 war Wolfgang Menge Mitbegründer der Radio-Bremen-Talkshow "III nach neun", an der er bis 1984 mitarbeitete. Er moderierte zeitweise auch eine neue Talkshow "Leute" im Berliner Café Kranzler, in der Wolfgang Neuss seinen legendären Auftritt mit dem damaligen regierenden Bürgermeister von Berlin, Richard von Weizsäcker, hatte, den er ganz Neuss-like mit "Richie" anredete. 

  

Die deutsche Wiedervereinigung beantwortete Wolfgang Menge wiederum mit einer TV-Serie: Motzki mit Jürgen Holtz in der Hauptrolle. Die Serie konnte aber bei weitem nicht an den Erfolg der Serie Ein Herz und eine Seele anknüpfen. 

  

Neben seiner Moderatorentätigkeit schrieb Menge weiterhin Fernsehspiele, wie z.B. den Zweiteiler Reichshauptstadt privat (1987, Regie: Horst Königstein) und Das Ende der Unschuld (1991, Regie: Frank Beyer) über die Entwicklung der Atombombe.

 

Wolfgang Menge wohnt in Berlin und ist mit der Journalistin Marlies Menge verheiratet. Das Paar hat drei Söhne, ist aber seit einigen Jahren getrennt.

  

  

Auszeichnungen:

  • Ernst-Reuter-Preis

  • Adolf Grimme-Preis 1972 und 1987 (Kategorie "besondere Ehrung")

  • Ernst Schneider-Preis 1979

  • Prix Futura

  • DAG-Preis

  • Prix Italia

  • Bambi 1972

  • Primo Italia 1971

  • Schiller-Preis der Stadt Mannheim 1998

  • Deutscher Fernsehpreis 1991

  • Deutscher Fernsehpreis (Ehrenpreis der Stifter) 2001

   

    

Fremde Links auf dieser Seite:

www.tatort-fundus.de (Zollfahnder Kressin)

www.filmportal.de (Film Smog)

www.derwesten.de (Artikel "Ein Meister der Provokation")

www.ndr.de (über die Stahlnetz-Filme)

www.filmzentrale.com (Film Das Millionenspiel)

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: Januar 2011