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Kampf der Tiger 1988
Inhalt
F R E U N D E
Unerwartet erhält der junge Nachwuchsspieler Robert Reidlinger bei den "Tigern", dem Eishockeyverein seiner Heimatstadt, die Chance seines Lebens. Er soll in der ersten Mannschaft des Vereins die Stelle eines verletzten Spielers einnehmen. Ob er die ihm gebotene Chance in einer dauerhafte und erfolgreiche Sportlerkarriere wird unwandeln können, hängt nun allein von seiner Leistung ab.
Pit Hoefges, ein aler erfahrener Spieler und Kapitän der Mannschaft, nimmt sich seiner freundschaftlich an und lehrt ihn, bei dem harten und rüden Kampfspiel auf dem Eis seinen Mann zu stehen und sich gegen Foulsdes Gegners zu behaupten.
Schon sehr bald merkt Robert, dass es derzeit mit seinem Verein nicht zum besten steht. Drohender Abstieg, ausbleibende Zuschauer und Überschuldung der Vereinskasse haben eine kritische Situation geschaffen. Der von Roberts Vater ehrenamtlich geleitete Vorstand ist offenbar nicht in der Lage, mit seinen veralteten Managementmethoden den Verein aus der Krise zu führen. Als Retter in der Not übernimmt der erfolgsgewohnte Fabrikant Kreuner den Vorsitz und führt nun moderne, betriebswirtschaftlich orientierte Erfolgsstrategien ein.
Robert und seine Mannschaftskameraden bekommen den neuen Wind sehr schnell und deutlich zu spüren. Kreuner setzt durch, dass schwächere Spieler ausscheiden müssen und kanadische Profispieler eingekauft werden.
Auch Pschigotta, ein Spieler, der für seinen überharten körperlichen Einsatz auf dem Eis mehr berüchtigt als berühmt ist, wird von Kreuner gezielt in die Mannschaft geholt. Das Training wird härter, und von den Spielern wird Sieg um jeden Preis gefordert, wenn es sein muss, auch gegen die Regeln eines fairen Spiels.
Die Rechnung scheint aufzugehen. Die zunehmende Brutalisierung der Spiele lockt wieder Zuschauer an. Eine wohlmeinende Lokalpresse, dankbar für jede Sensationsmeldung, begleitend unterstützend den Aufstieg de "Tiger" aus der Krise.
Nur der Trainer Rudi Beil, nicht mehr der Jüngste und dem 'altmodischen' Fair play im Sport verpflichtet, leistet - wenn auch vergeblich - Widerstand gegen den hemmungs- und rücksichtslosen Erfolgskurs des neuen Vorstandsvorsitzenden. So wird den auch der Trainer von Kreuner ausmanövriert und zur Aufgabe seines Postens gezwungen. Die Spieler - auch die Freunde Pit und Robert - sehen dem Rauswurf des beliebten Trainers tatenlos zu. Am Ende zählt eben nur der Erfolg - und den garantiert Kreuner mit deinen Methoden. Die "Tiger" gewinnen ein wichtiges Punktespiel, und Robert hat am Sieg einen entscheidenden Anteil. Er ist der neue, gefeirte Star seiner Mannschaft.
R I V A L E N
Woronski, der neue Trainer der "Tiger", der aufsteigenden Eishockeymannschaft, die Schlagzeilen macht, ist ganz nach dem Geschmack des Vereinsvorsitzenden Kreuner. Seine Philosophie: Nur der Sieg zählt, denn Sieg heißt Geld, und um zu siegen, muss man Krieg führen auf den Eis. Entsprechend sind auch seine Trainingsmethoden. Körperlicher Drill bis zur Erschöpfung, verbunden mit einer psychischen Konditionierung, die auf das Zerbrechen jeder Individualität der Spieler abzielt, um so eine homogene Mannschaft zu schaffen, die sich bedingungslos den Anforderungen und Spielstrategien des Trainers unterwirft: menschliche Kampfmaschinen auf dem Eis, programmiert auf Erfolg und Sieg.
Ein Individualist wie Pit Hoefges, Mannschaftskapitän der "Tiger", muss da zwangsläufig auf Kollisionskurs mit einem Trainer wie Woronski geraten. Jahrelang hat er seinem Verein die Treue gehalten, hat verlockende, lukrative Angebote zum Wechsel ausgeschlagen. Dem neuen Trainer ist er jedoch offenbar zu alt, zu dominierend in der Mannschaft, und für den Geschäftsmann und Manager Kreuner ist Pit sein Geld nicht mehr wert, nachdem er sich immer offener gegen den harten Erfolgskurs von Manager und Trainer wendet. Um ihn loszuwerden, werden Pit Vertragsänderungen zugemutet, die für ihn erhebliche Einkommensverluste bedeuten.
Pit ist verheiratet, als Leistungssportler auch nicht mehr der jüngste und über die berufliche Existenz seiner Frau Renate an den Vereinsort gebunden. So zögert er lange mit der Entscheidung, das Handtuch zu werfen. Als er jedoch den alten Trainer der "Tiger" wiedertrifft, der jetzt im Dienst einer gegnerischen Mannschaft steht, und dieser ihm ein Angebot macht, ist für Pit der Entschluss, die "Tiger" zu verlassen, unumstößlich.
Der aufstrebende Jungstar Robert hingegen ist bei den "Tigern" weiterhin auf der Karriereleiter. Da haben die nachlassenden schulischen Leistungen nur geringes Gewicht, und auch der Tod seines Vaters, der sich vom Konkurrenzkampf des Lebens offenbar überfordert fühlte und am Ende als Versager und Verlierer dasteht, weckt noch keine grundlegenden Zweifel in ihm. Zum Nachdenken über seinen Weg und seine Ziele bringt ihn erst seine folgenschwere Wiederbegegnung mit Pit. Bei einem Punktkampf ihrer Vereine stehen sich die einstigen Freunde nun als Rivalen auf dem Eis gegenüber. Pit ist immer noch ein überlegener Spieler, und um ihn zu stoppen, greift Robert zum Mittel des Fouls - ganz so, wie er es bei seinem Verein gelernt hat - und verletzt Pit dabei schwer. Im Krankenhaus sehen die Freunde sich wieder, der eine ein desillusionierter Absteiger, der andere jung, dynamisch und kraftvoll, weiter auf dem Weg nach oben.
(Quelle: Broschüre "SPIEL IM ZDF", Heft 1, Seite 25/26, ©1988 by Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Presse / Öffentlichkeitsarbeit, Mainz)
Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus Aktualisiert am 17. Oktober 2026
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