Was geht uns Familie Z. an? 1975
Inhalt Im Alleingang unternimmt eine junge Frau den Versuch, eine kinderreichen und sozial extrem schwachen Familie in unserer gegenwärtigen Gesellschaft zu helfen. Bei dieser Art von politischem Verhalten kommt es zu einer Häufung von Konfrontationen. Der private Konflikt der Hauptfigur Imke Braam in der eigenen Ehe und Familie und schließlich ihr Scheitern müssen die Konsequenzen eines Verhaltens sein, das wesentlich von subjektivem Idealismus und falscher Beurteilung der Realität bestimmt ist. Imke Braam kämpft vergeblich gegen Bürokratie, gegen parteipolitisches und standespolitisches Prestigedenken. Sie muss scheitern, weil sie ihre Kräfte lediglich nach ihrem guten Willen eingeschätzt und sich damit geirrt hat. Die Begegnung mit der Familie Z. hat Imke Braam aus ihrer Wohlstandsidylle aufgescheucht. Alle Informationen über Katastrophen und das theoretische Einverständnis mit dem Kampf gegen Not in aller Welt sind plötzlich zu dem konkreten Fall der Familie Z. geworden, der in nächster Nähe geholfen werden muss. Sie entschließt sich spontan zur Hilfe - ohne im mindesten zu durchschauen, auf was sie sich mit diesem Alleingang einlässt. Denn ein Alleingang wird ihr Hilfeversuch: Der verbalen Zustimmung aller zu sozialem Verhalten steht oft krasse Ablehnung gegenüber, wenn es um ein tatsächliches Engagement geht. Imke Braam bleibt äußerlich nicht auf der Strecke, sie zieht sich wieder in ihre private "heile" Welt zurück. Doch die Wände dieser heilen Welt sind durchsichtig geworden. Sie übergibt die selbstgestellte Aufgabe anderen. Einiges konnte sie verändern, aber neue Versuche werden im Wesentlichen wieder nur von einzelnen ausgehen. (Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Information und Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heft 9, Juni bis August 1975)
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |