Asphaltnacht 

1980/81

   

Filmliste Peter Fratzscher  

  

    

  

Regie

Peter Fratzscher

Drehbuch

Peter Fratzscher

Produktion

tura-film München / ZDF

Kamera

Bernd Heinl

Musik

Lothar Meid, Musiktexte: Peter Fratzscher, Lothar Meid und Tom Winter

FSK

ab 16 Jahre

Länge

90 Minuten

Sonstiges

-

Ur-/Erstaufführung

20.02.1980

Genre

Musikfilm

  

  

  

Darsteller ... Rolle

Gerd U. Heinemann ... Angel

Thomas Davis ... Johnny

Charly Wierczejewski ... I. A. Peters

Ralf Hermann ... Frank

Debbie Neon ... Debbie

Gabriele Helene Ruthmann ... Nelly

Christiane Plate ... Die Kleine

Michael Zens ... Kamikaze

Herbert Rimbach ... Rock-Kritiker

Clemens Schikorski ... 84

Franz Krüger ... Dealer

Edwin Wengoborski ... Bettler

Ron Schmuck ... Gitarrenhippie

Richard de Bastion ... Organist

Monika Rack ... Tina

Annelie Herkell ... Angels Schwester

Wulf Loenicker ... Mann vor Pornokino

Carmen Richter ... Frau vor Pornokino

Udo Gaidosch ... DJ

Christian Siemert ... Schöner Rocker

Gerd U. Heinemann / Peter Fratzscher / Lothar Meid / Ron Schmuck ... "Fallen Angels"

und Sarah der Hund

   

 

     

Inhalt

Angel, ein dreißigjähriger Rockveteran, liegt - quer über die Vordersitze ausgestreckt - in seinem alten Ford Mustang, liest in 'Sounds' von den sich ändernden Zeiten und hört aus dem Radio eine Stimme, die von den Trompeten und einstürzenden Mauern Jerichos erzählt. Kopfschüttelnd schiebt er eine Kassette in den Recorder, als eine Abrissbirne das alte Haus in der Nähe zum Einsturz bringt. Angel lacht auf - die Dinge passen wieder.

  

Er fährt zum Musikstudio. Die Musiker hängen gelangweilt herum; das Groupie Nelly wartet auf die Stars, die nicht kommen; Frank, Discoproduzent und Partner Angels, agiert großmäulig; L.A. Peters, ein heruntergekommener Schreiber, füllt sich allmählich ab. Angel glaubt, dass L.A. ihm den fehlenden Refrain für seinen Song schreiben kann; L.A. winkt ab - zu mehr als "Yes Sir, I Can Boogie" langt's bei ihm nicht mehr. Als zwei smarte Musikfunktionäre samt zugehörigem Damenduo auftauchen und alles beginnen devot zu werden, verschwindet Angel.

  

Er trifft auf Johnny, der sich vor einem Gewitter in Angels Wagen geflüchtet hat, und nun dort sitzt und nichts anderes zu tun hat, als sich Angels Sorgen anzuhören. "'n bisschen zu sentimental" meint er, aber eine andere, schnellere Version gefällt ihm... Johnny ist siebzehn, von lässiger, natürlicher Kühle, Frauenverächter und illusionslos, falls es diesen Begriff für ihn überhaupt gibt. Anfangs betrachtet er Angel als ein melancholisches Fossil, aber nach und nach wächst sein Respekt für den "Rockveteran"; Johnny ist für Angel jemand, der er selbst nie sein konnte: einer, der einfach handelt.

  

Ab diesem Moment zufälliger Begegnung wird Rockmusik die beiden zusammenhalten: die Rockmusik, die früher gemacht wurde und als deren Erbe sich Angel fühlt; die Rockmusik, die sie jetzt und hier zum Überleben brauchen wie ihr tägliches Brot; die Rockmusik, die noch zu machen ist, damit aus dem Überleben wieder ein Leben wird. So bleiben sie zusammen und starten eine Reise durch die Situationen der Nacht und der Rockmusik. Angels Wagen wird für sie zum Transportmittel, Aufenthaltsort, Musiksaal, Schlupfwinkel und Fluchtmittel - und am nächsten Morgen für Johnny fast zum Sarg.

  

Beide sind ziemlich abgebrannt und fahren bei Angels Schwester vorbei, die in einer Peepshow arbeitet und ihren Bruder von Zeit zu Zeit mit Geld versorgt. In einem Hamburger Laden geraten sie mit den "Westend-Angels", einer Rockergruppe, aneinander, werden von ihnen verfolgt und später in einer Kirche, wo ein Freund Angels Organist ist und in der Nacht kirchenfremde Musikübungen betreibt, gestellt. In kalter Wut schlägt Angel den Anführer der Bande zusammen. Johnny kann sich durch den Einsatz von Gesangbüchern als Wurfgeschossen vor einem drohenden Stilett retten.

  

Langsam formt sich aus den Aktionen und Bildern dieser Nacht, aus den Begegnungen mit Engeln und Geistern, mit Huren und Zuhältern, mit Wahnsinnigen und Normalen, mit Müden und Wachen und mit Verhungernden und Übersättigten - Zeile für Zeile - Angels Song.

  

Bei der Schlägerei ist Johnny verletzt worden. Debbie, eine Freundin Angels als 68er Zeiten, jetzt in einer Disco beschäftigt, nimmt sich der Wunden an. Während Angel mit dem "verrückten" Saxophonisten Kamikaze in einem Betontunnel ein rituelles Autorennen fährt - um sich so die Kasse aufzubessern -, trudeln Frank und L.A. in der Disco ein, um dem Publikum eine Disco-Version von Angels Song vorzustellen.

  

Johnny, der nie bereit war, für jemanden anderen etwas zu tun, verhindert diese Premiere. L.A. drückt ihm einen Fetzen Papier in die Hand - es ist ihm doch noch ein Refrain eingefallen:

  

"Angel's love and Angel's hate 

Angel's blood and Angel's fate

Angel's heart is Angel's light

Angel's soul is Angel's night."

  

Johnny zieht los und klaut einen batteriebetriebenen Verstärker. Auf dem Dach eines Parkhauses baut er sich und den Verstärker vor Angels Mustang auf. Als Angel zum Treffpunkt kommt, tönt ihm zwischen den nächtlichen Betonwänden Johnnys Gitarre und L.A.'s Refrain entgegen. Das war's, was Angel noch zu seinem Song gefehlt hat.

  

Sie rasen zum Studio - eine unheimlich freudige Power kommt in den beiden hoch und entlädt sich in wechselseitig gespielten Gitarrensoli. Dann singt Angel den neuen Text - und zum ersten Mal hören wir die Hymne "Angel's Night" vollständig. Frank und L.A. kommen zurück ins Studio; die stehen hinter der Glasscheibe, hören zu und spüren und wissen: jetzt steht der Song und er ist gut. Und "Rock'n'Roll ist bigger than all of us!"

  

Während Angel das Band abhört, erfährt Johnny draußen im Wagen durch Nelly eine für ihn ganz neue Zärtlichkeit. Dann steht Angel vor ihm, und übernächtigt fahren sie irgendwohin frühstücken. Beiläufig durch einen dummen Zufall herbeigeführt, kommt Johnny fast um. Mit dem Tag hat sie auch das Leben wieder eingeholt. Aber, wie Johnny meint: "It's only Rock'n'Roll!"

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)


  

 

 

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 20. Mai 2016

  

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