Auch Zwerge haben klein angefangen 

1970

 

Filmliste Werner Herzog

   

  

 

Regie

Werner Herzog

Drehbuch

Werner Herzog

Produktion

Werner Herzog

Kamera

Thomas Mauch

Musik

Florian Fricke

FSK

ab 18 Jahre

Länge

96 Minuten

Sonstiges

s/w-Film

Ur-/Erstaufführung

8. Mai 1970 in Cannes

Filmbeschreibung

Goethe-Institut und www.filmzentrale.com 

      

  

Darsteller

Helmut Döring ... Hombre

Paul Glauer ... Erzieher

Gisela Hertwig ... Pobrecita

Hertel Minkner ... Chicklets

Gertraud Piccini ... Piccini

Marianne Saar ... Theresa

Brigitte Saar … Cochina

Lajos Zsarnoczay … Chapparo

Gerd Nickel … Pepe

Erna Gschwender … Azúcar

Gerhard März … Territory

Alfredo Piccini … Anselmo

Erna Smollarz … Schweppes    

    

   

Inhalt

Die Bewohner eines Erziehungsheimes in einer abgelegenen kargen Provinz planen einen Ausflug. Aus disziplinarischen Gründen dürfen einige der kleinwüchsigen Insassen nicht teilnehmen. Die Zurückgelassenen nutzen die Abwesenheit des Direktors und der meisten seiner Zöglinge zum Ausbruch aus der gewohnten Ordnung. Ohne angreifbaren Gegner von außen, reagieren die Zwerge mit blinder Wut und ziellosen Vernichtungsaktionen. Der Aufsicht führende Erzieher nimmt einen der Rädelsführer in Gewahrsam und verschanzt sich auf dem Gelände. Als die Aggression der Aufrührer auch untereinander zunimmt und sinnlose Aktionen im Kreis laufen, bricht die Revolte schließlich zusammen. Der Film schildert den eigenwilligen Ausbruchsversuch aus den Hierarchien und Konventionen der umgebenden Ordnung. Mit irritierenden, oft surrealistischen Bildfolgen lässt Werner Herzog konventionelle Erzähldramaturgien hinter sich und strebt nach Grenzüberschreitung. (Quelle: Amazon)

    

  

 

Egon Netenjakob schreibt in "Film", 1970: "Im November/Dezember 1969 ging Werner Herzog mit einem sehr eigentümlichen Ensemble auf die kanarische Insel Lanzarote und drehte einen Film, von dem er sich eine besondere Wirkung erhoffte: "Der Film muss einen anschreien" und deshalb sollte er "so radikal" werden, "so nackt im Rausschreien". Dieser Film ist auch ein Film, der bis heute nicht müde geworden ist zu schreien. "Das Liliputanische an sich ist zugleich Gegenstand des Films und auch bloßes Material für eine Parabel, die wie alle guten Parabeln eine zweite mögliche Bedeutung außerhalb der eigentlichen Ebene fast nicht nötig hätte. Es ist der erste lange Film, in dem nur Liliputaner spielen und auch sprechen, mit allen Mühseligkeiten und Zerrungen in der Artikulation, die den Mühen und Verzerrungen in den Bewegungen entsprechen... Am Ende des Films steht als eine Art Koda außerhalb der Handlung eine wichtige Szene: Der kleinste der Zwerge steht vor einem Kamel, das einzig dieser Szene wegen da ist und sonst nicht vorkommt. Er lacht und lacht, endlos, höhnisch - allein dieses Lachen wäre das Eintrittsgeld wert - er lacht offenbar über die groteske Erscheinungsform Kamel. Das Tier ist im Begriff, sich hinzulegen, richtet sich aber bei jedem neuen Lachanfall irritiert wieder auf. Das Bild ist deutlich, die Tiere sind in gewisser Weise die Zwerge der Zwerge."

  

 

  

Herzog: "Das Gelächter in dem Film, von dem kleinsten Zwerg am Schluss - das minutenlange Gelächter - das ist eben das Gelächter überhaupt, es gibt kein Gelächter drüber raus. So wie's Essig gibt und Essigessenz, so sind diese Zwerge Menschenessenz, eine Konzentrationsform. An der Schärfe dieser Essenz sehen wir auf einmal deutlicher die Umrisse von dem, was wir sind". (Herzog-Zitate aus einem Gespräch mit Kraft Wetzel in: 'Herzog/Kluge/Straub', 1976)

  

  

  

 

 

  

Links fremder Seiten:

http://cms.goethe.de (Filmbeschreibung)

www.filmzentrale.com (Filmbeschreibung)
  

 

 

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet:  August 2010