Auch Zwerge haben klein angefangen 1970
Darsteller Helmut
Döring ... Hombre Paul
Glauer ... Erzieher Gisela
Hertwig ... Pobrecita Hertel
Minkner ... Chicklets Gertraud
Piccini ... Piccini Marianne
Saar ... Theresa Brigitte
Saar … Cochina Lajos
Zsarnoczay … Chapparo Gerd
Nickel … Pepe Erna
Gschwender … Azúcar Gerhard
März … Territory Alfredo
Piccini … Anselmo Erna
Smollarz … Schweppes
Inhalt Die Bewohner eines Erziehungsheimes in einer abgelegenen kargen Provinz planen einen Ausflug. Aus disziplinarischen Gründen dürfen einige der kleinwüchsigen Insassen nicht teilnehmen. Die Zurückgelassenen nutzen die Abwesenheit des Direktors und der meisten seiner Zöglinge zum Ausbruch aus der gewohnten Ordnung. Ohne angreifbaren Gegner von außen, reagieren die Zwerge mit blinder Wut und ziellosen Vernichtungsaktionen. Der Aufsicht führende Erzieher nimmt einen der Rädelsführer in Gewahrsam und verschanzt sich auf dem Gelände. Als die Aggression der Aufrührer auch untereinander zunimmt und sinnlose Aktionen im Kreis laufen, bricht die Revolte schließlich zusammen. Der Film schildert den eigenwilligen Ausbruchsversuch aus den Hierarchien und Konventionen der umgebenden Ordnung. Mit irritierenden, oft surrealistischen Bildfolgen lässt Werner Herzog konventionelle Erzähldramaturgien hinter sich und strebt nach Grenzüberschreitung. (Quelle: Amazon)
Egon
Netenjakob schreibt in "Film", 1970:
"Im
November/Dezember 1969 ging Werner Herzog mit einem sehr eigentümlichen
Ensemble auf die kanarische Insel Lanzarote und drehte einen Film, von dem er
sich eine besondere Wirkung erhoffte: "Der Film muss einen anschreien"
und deshalb sollte er "so radikal" werden, "so nackt im
Rausschreien". Dieser Film ist auch ein Film, der bis heute nicht müde
geworden ist zu schreien. "Das Liliputanische an sich ist zugleich
Gegenstand des Films und auch bloßes Material für eine Parabel, die wie alle
guten Parabeln eine zweite mögliche Bedeutung außerhalb der eigentlichen Ebene
fast nicht nötig hätte. Es ist der erste lange Film, in dem nur Liliputaner
spielen und auch sprechen, mit allen Mühseligkeiten und Zerrungen in der
Artikulation, die den Mühen und Verzerrungen in den Bewegungen entsprechen...
Am Ende des Films steht als eine Art Koda außerhalb der Handlung eine wichtige
Szene: Der kleinste der Zwerge steht vor einem Kamel, das einzig dieser Szene
wegen da ist und sonst nicht vorkommt. Er lacht und lacht, endlos, höhnisch -
allein dieses Lachen wäre das Eintrittsgeld wert - er lacht offenbar über die
groteske Erscheinungsform Kamel. Das Tier ist im Begriff, sich hinzulegen,
richtet sich aber bei jedem neuen Lachanfall irritiert wieder auf. Das Bild ist
deutlich, die Tiere sind in gewisser Weise die Zwerge der Zwerge.
Herzog:
"Das Gelächter in dem Film, von dem kleinsten Zwerg am Schluss - das
minutenlange Gelächter - das ist eben das Gelächter überhaupt, es gibt kein
Gelächter drüber raus. So wie's Essig gibt und Essigessenz, so sind diese
Zwerge Menschenessenz, eine Konzentrationsform. An der Schärfe dieser Essenz
sehen wir auf einmal deutlicher die Umrisse von dem, was wir sind".
Links fremder Seiten: http://cms.goethe.de (Filmbeschreibung) www.filmzentrale.com
(Filmbeschreibung)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: August 2010 |