Sonntagskinder

1980/81

 

Filmliste Michael Verhoeven

 

  

  

Regie ................................

Michael Verhoeven

Drehbuch ..........................

Michael Verhoeven, Gerlind Reinshagen

Vorlage .............................

Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Gerlind Reinshagen

Schnitt .............................

Dagmar Hirtz

Produktionsleitung ...............

Wolfgang Völker

Produktions .......................

Sentana München Grünwald/HR

Gesamtleitung.....................

Michael Verhoeven

Kamera .............................

Gero Erhardt

Musik ................................

Josef Berger, Ralf Bonda

FSK ..................................

ab 12 Jahre

Länge ...............................

103 Minuten

Sonstiges .........................

-

FBW-Bewertung ..................

Wertvoll

Ur-/Erstaufführung ..............

4. Dez. 1980

Genre ...............................

Drama, Jugendfilm

  

  

  

Darsteller

Rolle

Nora Barner .......................

Elsie

Hartmut Becker .................. Konradi
Pola Kinski ......................... Lona
Carolin Ohrner .................... Inka
Erika Pluhar ....................... Mutter
Gerd Seid .......................... Vater
Elisabeth Schwarz .............. Thilda
Mario Fischel ...................... Metzenthin
Ruth Maria Kubitschek .......... Generalin
Christoph Quest .................. Rodewald
Maria Hartmann .................. Almut
Pierre Franckh .................... Noll
Rudolf Wessely
Friedrich von Thun
Dieter Prochnow
Santiago Ziemer

                   

  

Inhalt  

Die halbwüchsige Elsie erlebt das unfassbare Ereignis des Zweiten Weltkrieges aus dem begrenzten Blickwinkel ihrer Kindheit.

In dem bürgerlichen Mittelstandsmilieu einer Apothekerfamilie lügen sich die Honoratioren der mittelgroßen mitteldeutschen Stadt an der Nazizeit vorbei. Elsies eigene kleine Familiengeschichte wird von der übergroßen Kriegshistorie mehrfach gespalten und bedroht.

Den geliebten Vater treibt es aus tödlicher Müdigkeit einer tiefen Existenzkrise selbstmörderisch an die Front.

Elsies junger Freund setzt sich absichtlich dem Bombentod aus. Um aus der Außenseiterrolle herauszufinden, hatte er den hellsichtigen Lehrer denunziert. Elsie sieht den Untergang in der Verkleinerung von Geschichte auf ein erfahrbares kindliches Maß.

Nach der großen Katastrophe führt der Weg der Überlebenden direkt aus dem Luftschutzkeller in eine improvisierte Hochzeitsfeier. Die neurotisch ordnungstüchtige Mutter heiratet den feigen Schuldirektor. Der General ist aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt und trägt die umgearbeitete Uniform als Trachtenanzug.

Elsie stürzt sich mit der Schere auf dieses unbeschädigte deutsche Monster. Sie wird festgehalten und in das Kleid der umgekommenen Schulfreundin wie in eine Zwangsjacke gesteckt. 

Elsie fügt sich verständnislos in den Optimismus eines organisierten Neubeginns.

  

 

Michael Verhoeven zu seinem Film:

"Krieg im Film ist immer attraktiv. Explodierendes Material, einstürzende Häuser, die großen Schrecknisse des Krieges bringen im Film keine Einsicht, sondern faszinieren als Kino-Action. Deshalb gibt es in meinem Film keine eigentliche Kriegsszenen. Wenn die Bombe das Haus trifft, blenden wir ab. Sonntagskinder ist kein Kriegsfilm, sondern ein Film über ein junges Mädchen in den Kriegsjahren. Elsie zerbricht nicht unmittelbar an den großen Ereignissen des Krieges, die ja auch erst ganz zuletzt die kleine Stadt erreichen. Elsie geht zugrunde an den veränderten Beziehungen der Menschen, mit denen sie lebt. Sie geht zugrunde am Umgang der Menschen mit dem Schrecklichen. An der Unfähigkeit, zu reagieren, der Verdrängung der Wahrheit.

Dieser Film ist in meinem Heimatland brennend aktuell, weil er uns in diese Familie hineinzieht. Nach der langen Zeit der Verdrängung macht dieser Film Schmerzen."

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)

  

    

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 18. Juni 2016

  

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