Heimat, die ich meine  

1983

 

Filmliste Peter Beauvais

  

  

  

Regie

Peter Beauvais

Drehbuch

Daniel Christoff

Produktion

TV 2000, Günter Herbertz

Kamera

Ingo Hamer

Redaktion

Ingeborg Janichzek

Ton

Hajo von Zündt

Szenenbild

Nino Borghi

Länge

-

Sonstiges

Lief in der Reihe "Das Fernsehspiel der Gegenwart"

Ur-/Erstaufführung

10. und 11. April 1983

Genre

Fernsehfilm

  

 

Darsteller

Rolle

Ruth Hoffmann

Oma
Arthur Jaschke

Opa

Maria Wachowiak

Lucia

Edwin Marian Hermann
Isabella Grychtol Magdalena
Andreas Czyrnia Hubert
Norbert Joseph Bruno

    

  

    

Inhalt

 

Teil 1: Sommer 1978. Nach vielen vergeblichen Anträgen erhält die deutschstämmige, drei Generationen umfassende Familie Lukaszek endlich die Genehmigung, von Polen in die Bundesrepublik Deutschland umzusiedeln.

  

Vor allem die Großeltern wollen wieder als Deutsche unter Deutschen leben, wollen "heim ins Reich". Hermann, ihrem Sohn, und seiner Frau Lucia fällt der Abschied nicht so leicht. Als Meister in einer Traktorenwerkstatt hat Hermann eine angesehene Stellung. Lucia, von Beruf Lehrerin, ist gebürtige Polin. Sie muss ihre Eltern zurücklassen. Die Kinder Magdalena, Hubert und Bruno sind im oberschlesischen Kalety geboren und aufgewachsen, sie sprechen nur polnisch. Hubert, der ältere der beiden Jungen, will zu seiner Freundin Theresa nach Kalety zurückkehren, sobald er volljährig ist.

  

Die Lukaszeks geben viel auf: ihr Land, ihren Hof, ihre oberschlesische Heimat. Nach einer Abschiedsfeier mit Freunden und Bekannten, die zurückbleiben, besteigt die Familie Lukaszek den Zug, der sie in die Bundesrepublik Deutschland bringt. In Göttingen betreten die Lukazeks zum ersten Mal "deutschen Boden". Dann geht es weiter nach Friedland. Hier im Lager erhalten sie erste Hilfe: Beratung, Kleidung, Begrüßungsgeld.

  

Hier besuchen sie auch Gabriele, Hermanns Schwester. Sie lebt schon lange in der Bundesrepublik, ist hier verheiratet und hat zwei Kinder - und ein fast fertiges Haus. Nicht zuletzt ihre Briefe aus Deutschland, ihre Berichte vom "Leben im Westen", ihre wiederholten Einladungen haben bei den Lukaszeks den Wunsch zur Umsiedlung bestärkt.

Aber Gabriela hat wenig Zeit, sich um ihre Verwandtschaft zu kümmern. Das tun andere: Sachbearbeiter, Berufsberater, Sozialarbeiter. In Friedland, später im Übergangswohnheim Unna-Massen, müssen die Lukaszeks erfahren, dass der Neubeginn trotz aller Hilfen schwierig ist: Die Großeltern sind zwar längst im Rentenalter und können problemlos ihre Rente beantragen. Aber Hermann muss umschulen, Magdalena ihr Abitur wiederholen und Hubert eine neue Lehre beginnen. Bruno, der Jüngste, wird hier wie drüben weiter zur Schule gehen. Lucia kann nicht mehr in ihren alten Beruf zurück. Dazu müsste sie noch einmal studieren, ein zweites Fach belegen.

 

Ein Problem haben außer den Großeltern alle gemeinsam: die mangelhaften Kenntnisse der deutschen Sprache, eine Grundvoraussetzung für den Aufbau einer neuen Existenz, für eine erfolgreiche Eingliederung.

Aber die Lukaszeks sind zuversichtlich. Die Familie hat immer zusammengehalten, und gemeinsam wird man es schon schaffen, die schwierigen Anfangsjahre in ihrer neuen Heimat zu meistern.

 

Teil 2: Die Familie Lukas - so nennt sie sich jetzt - lebt nun schon ein gutes Jahr in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wohnt immer noch im Übergangswohnheim Unna-Massen, bemüht sich aber um eine eigene Wohnung in normaler Umgebung, außerhalb der "Kanaken"-Siedlung, wie Einheimische sie nennen. Die Großeltern träumen sogar vom Bau eines eigenen Hauses mit Hilfe des Lastenausgleichs und staatlicher Kredite, damit die ganze Familie zusammenbleiben kann.

Vorerst ist der nächste Schritt jedoch der Bezug einer Mietwohnung. Die Bemühungen der einzelnen Familienmitglieder, sich eine berufliche Existenz aufzubauen, verlaufen unterschiedlich erfolgreich.

  

Magdalena, die Älteste, lebt in einem Internat. Sie will das Abitur nachholen und anschließend studieren. Sie hat sich aus dem Familienverband gelöst und ist selbstständig geworden. Auch der Jüngste in der Familie, Bruno, macht seinen Weg. Über den Sport gelingt es ihm, die Anerkennung seiner Kameraden zu gewinnen. Nur der siebzehnjährige Hubert entwickelt sich mehr und mehr zu einem Problemfall. Wegen seiner mangelhaften Deutschkenntnisse kann er seinen Berufswunsch, Uhrmacher zu werden, nicht realisieren. Um möglichst schnell viel Geld verdienen zu können, wird er Schweißer. Als "Kanake" gehänselt, wird er zunehmend aggressiv, auch gegen die Eltern, denen er die Schuld daran gibt, dass er sich hier fremd fühlt.

  

Lucia leidet darunter, ihrem ältesten Sohn entwurzelt zu sehen, zumal es auch ihr schwerfällt, heimisch zu werden. Ihren Beruf als Lehrerin kann sie nicht mehr ausüben, und so muss sie sich in einer Glashütte mit anstrengender und monotoner Arbeit am Fließband begnügen.

  

Die Großeltern reagieren zunehmend verbittert auf die realen Verhältnisse in der Bundesrepublik, weil diese so gar nicht ihrem veralteten, konservierten Deutschlandbild entsprechen. Zwischen ihnen und Lucia, die nach wie vor als Polin fühlt und sich nicht eindeutschen lässt, wachsen die Spannungen. Das belastet auch die Ehe von Lucia und Hermann. Hermann ist beruflich vorangekommen und im Gegensatz zu seiner Frau davon überzeugt, mit der Umsiedlung in die Bundesrepublik Deutschland die richtige Entscheidung getroffen zu haben,

  

Nachrichten aus Polen, die von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, vor der Gründung einer freien Gewerkschaft, auch auf dem Lange, berichten, lassen Lucia neu hoffen, sogar an eine mögliche Rückkehr denken. Hermann aber setzt auf den einmal beschrittenen Weg. Nachdem er die Umschulung zum Kraftfahrzeugmechaniker erfolgreich abgeschlossen hat, arbeitet er als Meister in einer Autofabrik. Sein Betrieb stellt ihm sogar eine kleine Werkswohnung zur Verfügung, die er mit Lucia - ohne die Großeltern - beziehen will.

  

Mitten im Umzug erhält Lucia die Nachricht, dass ihre Mutter im Sterben liegt. Sie macht sich sofort auf die Reise. Hermann empfindet plötzlich Angst, dass Lucia nicht mehr zurückkehren wird.

Am Ende ist jeder in der Familie mit seinen Problemen alleine.

Einen Tag nach Lucias Abreise wird in Polen das Kriegsrecht verhängt.

 

 

 

 

(Quelle: Broschüre Zweites Deutsches Fernsehen, Informations- und Presseabteilung: Das Fernsehspiel im ZDF, Heft Nr. 40, März bis Mai 1983)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

  

 

 

 

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 14. Dez. 2018

  

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