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Das
weite Land 1970
Inhalt
Ein
junger Russe hat in Wien Selbstmord begangen. Es war die unglückliche Liebe zur
Fabrikantengattin Genia Hofreiter, die ihn die Bürde des Lebens nicht mehr
tragbar erscheinen ließ. Als Friedrich Hofreiter den Abschiedsbrief des jungen
Mannes an seine Frau liest, stellt sich ihm die Frage, ob die Treue seiner Frau
überhaupt verantwortbar ist, denn er seinerseits hält nicht die Treue.
Friedrich Hofreiters neueste Liaison ist Erna Wahl, ein wesentlich jüngeres Mädchen,
mit dem er sich in den Dolomiten trifft. Während seiner Abwesenheit hat sich
der junge Otto von Aigner in Genia verliebt, die dieses Mal nicht mehr glaubt,
die Treue halten zu müssen. Der unerwartet zurückkehrende Friedrich Hofreiter
fordert daraufhin den jungen Mann zum Duell und tötet ihn.
Die
Wiener Gesellschaft um 1910, die Welt der Fabrikanten, Offiziere, Bankiers, Ärzte,
Schriftsteller und Schauspieler. Der Glühlampenfabrikant Friedrich Hofreiter
liebt Erna, die Tochter einer Jugendfreundin, und wird von ihr geliebt. Seine
Gattin Genia wird geliebt von Otto, einem Marine-Fähnrich. Hofreiter
provoziert den Fähnrich und erschießt ihn im Duell; mit ihm erschießt er
die Jugend, die er nicht mehr besitzt. Erna schickt er davon und verabschiedet
sich von Genia mit einem „Wir sagen uns halt Adieu“. Arthur Schnitzler führt
in seiner Tragikomödie eine großbürgerliche Wiener Gesellschaft vor, die
sich an längst erstarrte Konventionen klammert, die aber niemand mehr für
verbindlich hält. Die dramatische Analyse der Entfremdung eines Ehepaares
inmitten einer Atmosphäre von Indiskretion trägt im Zentrum die unvergängliche
Polarität von Leben und Sterben in sich. (Quelle:
Schauspielhaus Bochum)
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |