Sabine Sinjen

    

   

  

  

    

    

  

Sabine Sinjen in "Traumulus", letzte Premiere in der Boy-Gobert-Ära am Thalia-Theater in Hamburg - Foto: VIRGINIA

Sabine Sinjen in "Traumulus", 1980, Thalia-Theater

  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

Geboren am 18. August 1942 in Itzehoe.

Gestorben am 18. Mai 1995 in Berlin.

  

Sie tritt schon im Kinderfunk des WDR auf. Schauspielunterricht bei Else Bongers. Wird bereits mit ihrem ersten Film Die Frühreifen (1957, Regie: Josef von Baky), in dem sie als Teenager von einem jungen Mann verführt, verlassen und in den Freitod getrieben wird, als Naturtalent gefeiert. Auch in ihrem nächsten Film Mädchen in Uniform an der Seite von Romy Schneider und Lilli Palmer fällt sie durch ihre dramatische Begabung auf und erhält von der Artur Brauner-Produktion einen 7-Jahres-Vertrag, der jedoch vorzeitig aufgelöst wird. Sabine Sinjen hat das komplette Spektrum der Frauenrollen in den 40 Jahren Schauspielerdasein durchgespielt, begonnen bei naiven Teenagerrollen bis hin zu Rollen von einsamen oder desillusionierten Frauen. 

Man sah sie an den Staatl. Schauspielbühnen Berlins, am Theater in der Josefstadt, am Hamburger Thaliatheater unter der Leitung von Boy Gobert und auch bei den Bregrenzer Festspielen. Sie überzeugte in konventionellen Stücken genau so wie bei Stücken von Peter Zadek, der ja für seine Ausnahmeaufführungen bekannt war.

  

Sabine Sinjen in Josef von Bakys "Stefanie", 1958 - Foto: Murnau-Stiftung

Sabine Sinjen in Stefanie

1958, Regie: Josef von Baky

©Murnau-Stiftung

   

  

In den 60er-Jahren spielt der Jungstar an Berliner Bühnen und wird im Kino eine der Protagonistinnen des 'Neuen Deutschen Films' in den Ulrich Schamonis Es (1967) und Wir zwei (1970) und startet eine Fernsehkarriere nach der Heirat (1963) mit dem Regisseur Peter Beauvais (1916-1986), mit dem sie bis 1984 verheiratet war. 1971 gab sie in der TV-Serie Der Kommissar an der Seite von Lilli Palmer eine glänzende Rolle der heroinabhängigen Sybille Larasser ab in der Episode Grau-Roter Morgen. Ihre große Zeit ist das Fernsehspiel, wo sie gerne die zermürbte Frau auf der Suche nach Liebe und Erfüllung spielt wie in Am Wege (1975) oder Dorothea Merz (1976). In Gesche Gottfried spielt sie 1978 eine Giftmörderin. Im Kino ist sie noch einmal 1986 als Caroline Friederich in dem Maler-Historienfilm Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit von Peter Schamoni zu sehen. Auch nach ihrer Krebs-Operation steht Sabine Sinjen in Berlin weiter auf der Bühne. Ins Fernsehen kommen 1991 noch der Liebesfilm Das Haus im Ginster und Von Frau zu Frau: Die Sammlerin (1994). 

 

1984 verliert sie nach einer Operation die Sehkraft am rechten Auge, aber 1987 gelang ihr das Comeback mit Jean Cocteaus "Geliebte Stimme". 1994 muss sie einige Monate vor ihrem Tod die Proben zu Heiner Müllers Quartett! am Theater in Aachen abbrechen.

 

1995 wird die TV-Dokumentation "Ich hab' gelernt, unheimlich gern zu leben" im Fernsehen gezeigt. 1998 wurde ihr Buch veröffentlicht (Titel: "Wenn der Vorhang fällt"). Sabine Sinjens Schwester ist die Schauspielerin Frauke Sinjen (*1940).

(Teilweise Auszüge aus: Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars von Adolf Heinzmeier und Berndt Schulz, prisma online und Das große Personenlexikons des Films)

  

  

 

Auszeichnungen

  

- Bambi 1958, 1959

- Deutsches Filmband in Gold für Es (1966)

- Ernst-Lubitsch-Preis der Berliner Filmjournalisten für Wir zwei (1971)

- Verdienstorden des Landes Berlin (1992)

  

  

      

     

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Eine kleine Auswahl von Filmen mit Sabine Sinjen

  

Titel

Jahr Regie

Das Glas Wasser (Rolle: Abigail)

1960

Helmut Käutner

Im sechsten Stock (Rolle: Therese Hochepot)

In einem alten Pariser Mietshaus wenden sich die Bewohner voll Abscheu von dem Verführer eines unbescholtenen Mädchens ab. Heiter-rührende Unterhaltung in der Art eines französischen Volksstückes.

1960 John Olden

Die Försterchristel (Titelrolle)

1962 Franz-Josef Gottlieb

Die Flusspiraten vom Mississippi (Rolle: Evelyn)

Ein deutscher Western nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Gerstäcker

1963 Jürgen Roland

Der Bauer als Millionär

1963 Kurt Wilhelm

Die spanische Puppe (Rolle: Ada)

Aus dem einfältigen halben Kind Ada, das wie ein treuer Wachhund das Haus ihrer in den Urlaub verreisten Herrschaft hütet, wird scheinbar übergangslos eine raffinierte Sexbombe, als der Herr des Hauses allein zurückkehrt. Primitive Eifersucht und die ersten, durch Besuche eines Bäckerjungen geweckten Gefühle des Mädchens sind das Motiv, das womöglich sogar zu einem Verbrechen ausgereicht hätte. Der Ehekonflikt des Paares liefert den Nährboden, die mitgebrachte spanische Puppe das Indiz zur Aufklärung des Geschehens. Der englische Autor Giies Cooper hat geschickt vieles in dieses kurze Spiel gelegt, das Regisseur Helmut Käutner im ganzen befriedigend ins Bild gebracht hat; nur Gewitter und Regen spielten eine zu aufdringliche Rolle. Sabine Sinjen und Max Eckard machten ihre Sache sehr gut, Margot Trooger dagegen wirkte allzu aufgesetzt. (Quelle: Hamburger Abendblatt)

1966 Helmut Käutner

Emilia Galotti (Titelrolle)

1969 Ludwig Cremer

Das weite Land (Rolle: Erna Wahl)

1970 Peter Beauvais

Der Pfandleiher (Rolle Lizzie Shaw)

Der Pfandleiher Hilary scheint hart und ungerecht zu sein, aber er kennt die Sorgen und Nöte der Menschen. Lizzy Shaw flüchtet sich vor ihrem früheren Geliebten Danny O'Keefe in das Pfandleihhaus, sie versucht dem alten Hilary klarzumachen, dass das Leben doch gut sein kann. Als der gewalttätige O'Keefe dann dort auftaucht, ist Hilary sogar bereit, sein Leben einzusetzen.

Darsteller: Heinz Rühmann, Sabine Sinjen, Christoph Bantzer, Heinz Ehrenfreund

1971 Ludwig Cremer

Tatort - Rechnen Sie mit dem Schlimmsten (Rolle: Jill Biegler)

1972 Peter Schulze-Rohr

Der Menschenfreund

1973 Erich Neureuther

Griseldis (Titelrolle: Griseldis von Ronach)

1974 Peter Beauvais

Dorothea Merz (Titelrolle)

1975 Peter Beauvais

Die Geschichte der Anna Wildermuth (Titelrolle)

1978 Peter Beauvais

Gesche Gottfried (Titelrolle)

1978 Karl Fruchtmann

Phantasten (Rolle: Julia Sollier)

1979 Peter Beauvais

Heinrich Heine - Die zweite Vertreibung aus dem Paradies (Rolle: Mouche)

1983 Karl Fruchtmann

Alle Jahre wieder (Rolle: Inge Deitert)

1967 Ulrich Schamoni

Es (Rolle: Hilke)

1965 Ulrich Schamoni

Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit (Rolle: Caroline Friedrich)

1985 Peter Schamoni

Die Ratten (Rolle: Pauline Piperkarcka)

1969 Peter Beauvais

Die Frühreifen

1958 Josef von Baky

     

     

  

  

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http://tvlizenz.swr-media.de (Fernsehspiel Emilia Galotti)

www.tatort-fundus.de (Episode Rechnen Sie mit dem Schlimmsten)

www.filmportal.de (Film Die Frühreifen)

www.festspielegutenstein.at (Inhalt Der Bauer als Millionär)

 

 

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 08.04.2010

 

Die o.g. Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit