Das Versteck

1976/77

   

Filmliste Frank Beyer

   

 

 

Regie

Frank Beyer

Drehbuch

Jurek Becker

Produktion

DEFA Gruppe "Johannisthal"

Kamera

Jürgen Brauer

Musik

Günther Fischer

FSK

ab 12 Jahre

Länge

100 Minuten

FBW

-

Ur-/Erstaufführung

6. Nov. 1978

Sonstiges

Für Frank Beyer war dies der letzte Spielfilm, den er in der DDR realisierte. Im Zuge der Diskussion um die Ausbürgerung Wolf Biermanns fiel auch er beim SED-Regime in Ungnade und siedelte im Dezember 1977 nach West-Berlin über.

Genre

Beziehung, Komödie, Liebesgeschichte

     

    

Darsteller

Rolle

Jutta Hoffmann

Wanda Brink

Manfred Krug

Max Brink

Marita Böhme

Gertrud

Dieter Mann

Lutz Bibow

Alfred Müller

Paul Ludorf

Martin Trettau

VP-Leutnant

Christoph Beyertt

Richter

Willi Schrade

Streifenpolizist

Horst Papke

Kleiner Wächter

Ruth Kommerell

ältere Krankenschwester

Brigitte Beier

Johannes Maus

Jarmila Karlovska

u.v.a.

     

   

Verschwand für eine gewisse Zeit im "Giftschrank": das Ehedrama DAS VERSTECK

Inhalt  

Was tun nach der Scheidung? Max Brink besinnt sich seiner alten Liebe ein Jahr nach der gesetzlich gesprochenen Trennung und will seine Ex- Frau Wanda zurück gewinnen. Dabei wendet Max – seines Zeichens Macho und Egoist – eine unkonventionelle Methode an: Unter dem Vorwand, er werde von der Polizei verfolgt und müsse sich für einige Tage verstecken, findet er tatsächlich Unterschlupf bei Wanda. Sogar der neue Freund muss das Feld räumen, der dies mit einer polizeilichen Anzeige gegen Max quittiert. Die neue Beziehung ist dahin, doch kann es ein Wiederaufleben der alten geben? Noch verhält sich Wanda abwartend und prüfend. Letztlich muss sie aber feststellen, dass sie sich zwar seit der Scheidung verändert hat, doch Max ganz der Alte geblieben ist. Einen Neuaufguss ungeliebter Strukturen und Probleme lehnt sie ab, womit Max´ Werben gescheitert ist.

  
Leicht, schwebend und parabelhaft erzählt Frank Beyer von dem gewitzten Versuch dieses Mannes, vom Ringen des früheren Liebespaares. In Ostdeutschland der letzte Kinofilm der beiden Hauptdarsteller Manfred Krug und Jutta Hoffmann – nach deren Ausreise in die Bundesrepublik wurde der Film weitgehend aus den Kinos genommen.
(Quelle: Progress-Film)
  

  

Seit einem Jahr sind Max (Manfred Krug) und Wanda (Jutta Hoffmann) geschieden. Doch Max will Wanda wieder haben. Dafür quartiert er sich bei ihr ein unter dem Vorwand, ein Versteck auf der Flucht vor der Polizei zu suchen. Wandas Neuer (Dieter Mann) spielt da nicht mit und verrät Max. Auch Wanda durchschaut das Spiel ihres Ex, und obwohl sie zunächst auf seine Avancen eingeht, will sie die Beziehung nicht weiterführen. Denn während Max noch immer der spießige Egomane ist, hat Wanda sich verändert. - Dem im Oktober 2006 verstorbenen Regisseur Frank Beyer ist ein einfühlsames, vielschichtiges Beziehungs-Psychogramm in Zeiten der DDR gelungen, wobei sich auch hier das Teamwork mit Autor Jurek Becker (wie im Oscar-nominierten "Jakob der Lügner") bewährt hat. Gekonnt zügelt er Krugs Spiel und lässt Hoffmann zu Höchstform auflaufen. Der Film blieb nach nur wenigen Kinoeinsätzen in der DDR fast zwei Jahre unter Verschluss, da die beiden Hauptdarsteller fast zeitgleich in den Westen übersiedelte. (Quelle: Amazon)

   

  

"Angeregt durch Ingmar Bergmans Szenen einer Ehe konzipierten Frank Beyer und Jurek Becker diese Komödie, die in gewisser Hinsicht ein Gegenentwurf Bergmanns aus Sicht sozialistischer Filmemacher war. Während der Dreharbeiten kam es zum Eklat zwischen der DDR-Führung und verschiedenen kritischen Künstlern wegen der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Frank Beyer, Jurek Becker, Jutta Hoffmann und Manfred Krug machten ihren Protest gegen diese Zwangsmaßnahme öffentlich. Während man mit anderen Protestlern glimpflich umging, wurde Manfred Krug als Rädelsführer betrachtet. Seine Verträge wurden storniert, eine Konzerttournee sabotiert, so dass sich der außerordentlich populäre Star entschloss, die DDR zu verlassen, um im Westen eine neue Karriere aufzubauen. In dieser Situation wurde der bereits festgelegte Starttermin des Films abgesagt. Erst im Herbst 1978 kam der Film in vier Kopien für ca. 2 Wochen in die DDR-Kinos, wurde jedoch ins Ausland, auch in die BRD verkauft. Aufgrund dieses Umgangs mit dem Film hat diese außerordentlich intelligente, feinsinnige und versteckt anspielungsreiche Komödie in der Filmgeschichtsschreibung der DDR nicht den Stellenwert erlangt, der ihr zugekommen wäre." (Quelle: Zitiert aus F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme, Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag, Berlin, 2001)

 

 

 

 

   

Fremde Links:

www.steffi-line.de (über Jutta Hoffmann)

www.defa-sternstunden.de (über Marita Böhme)

www.defa-sternstunden.de (über Alfred Müller)

www.defa-sternstunden.de (über Willi Schrade)

www.defa-sternstunden.de (über Johannes Maus)

www.hoestermann.de (über Dieter Mann)

www.wikipedia.de (über Wolf Biermann)

www.progress-film.de

 

 

 

 

  

  

  

  

     

  

   

  

    

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 11/2010