Manfred Krug

Darsteller  Sänger

 

  

Infokasten

         

Manfred Krug bei Filmportal

       

Von 1984 bis 2001 war Manfred Krug Tatort-Kommissar Paul Stoever - Hier sind alle Folgen -

  

Ein Porträt über den sympathischen Schauspieler (MDR)

  

4-Wochen-TV-Vorschau mit Manfred Krug

 

   

  

  

  

  

Manfred Krug

  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

Geboren am 8. Februar 1937 in Duisburg an der Ruhr.

Gestorben am 21. September 2016 in Berlin.

  

Besuch des Gymnasiums in Duisburg. Nach Scheidung seiner Eltern zog er mit dem Vater in die gerade gegründete DDR, immer im Wechsel zwischen Ost und West, so dass der junge Krug sehr oft die Schulen wechseln musste.

Manfred Krug als Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug", 1985

©Virginia Shue, Hamburg

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Dann Ausbildung zum Stahlschmelzer, danach 4 Jahre als Stahl- und Walzwerker gearbeitet, wobei die Narbe auf seiner Stirn von einem Spritzer flüssigen Stahls herrührt. Besuch der Abendschule mit Abiturabschluss. 1954 begann Manfred Krug ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Abbruch - wie es hieß -  wegen "disziplinarischer" Probleme. Als Eleve konnte er zu Bertolt Brechts Berliner Ensemble wechseln. Dort machte er auch seinen Abschluss als Schauspieler. Er lernte den Schriftsteller Jurek Becker kennen, mit dem er eine zeitlang in einer Wohngemeinschaft lebte. Becker wurde einer seiner besten Freunde.

  

Krug bekam seine erste Filmrolle als Gitarrenspieler in dem 1956 gedrehten "Verbotsfilm" Die Schönste, der erst 2002 wieder rekonstruiert werden konnte. Er hatte  kleine Rollen in der Komparserie und 1956 eine Rolle in dem DEFA-Film Mazurka der Liebe, außerdem 1957 eine Fernsehrolle in Gefährliche Wahrheit. Seine erste "anspruchsvolle" Rolle hatte er 1959 als polnischer Interbrigadist in Frank Beyers Spanienfilm Fünf Patronenhülsen. Seinen künstlerischen Durchbruch aber schaffte er als Martin Hoff mit dem von Ralf Kirsten 1962 gedrehten Film Auf der Sonnenseite. Dieser Film war stark biografisch angehaucht. Krug spielte einen ehemaligen Stahlarbeiter, der an der Schauspielerei scheiterte, schließlich aber doch noch seinen Weg macht. 

  

Als Chanson- und Jazzsänger tourte er erfolgreich durch einige Ostblockländer und hatte in seiner Glanzzeit in der DDR ca. 30 eigene TV-Shows und besang Langspielplatten mit seinen Liedern, die er zum Teil auch selbst schrieb, allerdings unter Pseudonym. Seine Alben wurden hunderttausendfach verkauft. 1970 wurde ihm von Walter Felsenstein an der Komischen Oper in Berlin in Gershwins Oper "Porgy and Bess" eine Rolle angeboten, die er bis 1976 spielte.

 

Manfred Krug als "Jud Süss" in Joseph Süß Oppenheimer von Rainer Wolffhardt

  

©PPW MAX KOHR, Fotoagentur und Produktion

  

Da den DDR-Oberen die Rollen, die Krug spielte, oftmals zu "aufmüpfig" waren, war der Film Spur der Steine ein paar Tage nach der Kino-Premiere "verschwunden". Krug spielte hier den Bau-Brigadier Balla in Frank Beyers Verfilmung, so dass der Film im Bezirk Potsdam uraufgeführt, drei Tage in einigen Kinos lief und anschließend in den "Giftschrank" gesperrt wurde. Erst 1989 wurde er wieder herausgeholt und aufgeführt. Krug erhielt während der Premierenfeier zu Spur der Steine den Kritikerpreis der DDR als bester Schauspieler.

  

In der DDR konnte Manfred Krug auf eine stattliche Anzahl Rollen zurückblicken. Auf sein Konto gingen ca. 40 Kinofilme und 20 Fernsehspiele. 1973 spielte er die Titelrolle in dem mehrteiligen TV-Film Die Stülpner-Legende über den Erzgebirger Anarchisten Karl Stülpner. 1979 spielte er in dem Fernsehspiel Phantasten von Dieter Wellershoff in der Regie von Peter Beauvais, 1981 war er an der Seite von Horst Frank in der Verfilmung von Max von der Grüns Flächenbrand zu sehen, wo es um nationalsozialistische Tendenzen in der Nachbarschaft ging.  Regie führte Alexander von Eschwege. In Rainer Wolffhardts ZDF-Fernsehspiel Joseph Süss Oppenheimer spielte Manfred Krug den "Jud Süss". Regisseur Wolffhardt und Drehbuchautor Angermann hielten sich im Fernsehfilm an die historische Figur das Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheimer

  

 

Manfred Krug

  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

Im Herbst 1976 unterschrieb Manfred Krug mit vielen anderen DDR-Künstlern eine Protesterklärung gegen die Ausbürgerung des Dissidenten und Liedermachers Wolf Biermann. Von da an hatte der vorher allseits beliebte und auch protegierte Künstler Schwierigkeiten, seine Arbeiten weiterzuführen. Seine Filme wurden nicht mehr fertig gestellt, fertige Filme nicht abgenommen und Dreharbeiten verboten. Auch die Tournee, die mit angekündigten 15 Konzerten starten sollte, wurde um die Hälfte gestrichen. Nachdem er ein halbes Jahr auf Arbeit und Rollen gewartet hatte, prangerte Krug die Staatssicherheit öffentlich an und unterstellte, dass Millionen Mark beiseite geschafft worden wären. Im April stellte Krug einen Ausreiseantrag, der nach langem Hin und Her schließlich genehmigt wurde, so dass er am 20. Juni 1977 Ost-Berlin verließ. Bis dahin war er von der Stasi beobachtet worden.  


In der Bundesrepublik konnte er seine Gesangskarriere nicht weiter etablieren, aber als Schauspieler an seine alten DDR-Zeiten anknüpfen. Schnell wurde er wieder der Publikumsliebling auf dem Bildschirm. 1978 debütiert er in der ARD in Peter F.  Bringmanns Fernsehfilm Paul kommt zurück. Im gleichen Jahr drehte er die populäre Vorabendserie Auf Achse und spielte darin den Trucker Franz Meersdonk, eine Rolle, der er bis 1996 treu blieb, sein Filmkumpel war der beliebte Schauspieler Rüdiger Kirschstein. 1982 und 1983 wohnte Manfred Krug auch in der Sesamstraße und moderierte die Sendung zusammen mit Lilo Pulver.

  

1984 bekam der Künstler das Angebot, die Rolle eines Tatort-Kommissars in Hamburg zu übernehmen. Hauptkommissar Paul  Stoever wird ein Publikumsrenner. An der Seite von Hauptkommissar Peter ("Brocki") Brockmöller, gespielt von Charles Brauer, entstand das neue Dreamteam der beliebten TV-Serie. Der Tatort-Fundus schreibt: "Hauptkommissar Stoever ist einer dieser seltenen Menschen, die dafür geliebt werden, dass sie sich mit bodenständigem Charme und von Bosheit beseeltem Witz durchs Leben granteln." Brocki und Stoever spielten zusammen bis 2001 in 41 Tatort-Episoden (siehe Infokasten).

 

Manfred Krug

  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

Nach einem Drehbuch von Jurek Becker übernahm Manfred Krug 1986 die Rolle des Rechtsanwalts Robert Liebling in der TV-Serie Liebling Kreuzberg. Die Serie läuft bis 1998 in 5 Staffeln mit 58 Episoden, 1988 wird die Serie mit dem Grimme-Preis belohnt. Der Hintergrund der Serie ist schnell erzählt: Robert Liebling führt in Berlin-Kreuzberg eine Anwaltskanzlei, mit der er nicht die Butter aufs Brot verdient, notwendige Einkünfte hat er hauptsächlich aus einem geerbten Maklergeschäft, das ganz gut floriert. Er engagiert den jungen Anwalt Giselmund Arnold (gespielt von Michael Kausch), dem er so ziemlich jeden Fall aufs Auge drücken möchte. Aber der junge Sozius weiß sich zu wehren. Zwei Sekretärinnen ergänzen zum Quartett: Paula und Senta (Corinna Genest und Anja Franke).

  

1997 wurde nach den Tagebüchern Manfred Krugs das halbdokumentarische (hervorragende!) Fernsehspiel Abgehauen von Frank Beyer in Szene gesetzt, das Drehbuch verfasste Ulrich Plenzdorf, der auch das Drehbuch für den TV-3Teiler Der Laden schrieb. Manfred Krug wurde hier von Peter Lohmeyer dargestellt. 

  

Am 15. April 2013 bekam Manfred Krug vom regierenden Bürgermeister Wowereit das Bundesverdienstkreuz verliehen.

  

Gemeinsam mit der Jazz- und Soulsängerin Uschi Brüning hat der Künstler Krug ein neues Album mit dem Titel "Auserwählt" aufgenommen, welches im November 2014 herausgegeben wurde. Der RBB ist bei den Studioaufnahmen dabei gewesen und hat eine Dokumentation dazu gedreht mit dem Titel "Manfred Krug - Ich wollte echt sein". Die Sendung hatte am 13. Dezember 2014, um 22:15 Uhr, im RBB seine Fernsehpremiere. 

Bei www.finanznachrichten.de ist zu lesen, "...dass Manfred Krug fürs Rentnerdasein einfach nicht geboren ist und darum im Alter von 77 Jahren noch einmal ins Studio geht... Das Ergebnis seien selbstgeschriebene Texte und Evergreens, die neu interpretiert werden..."

Weitere Informationen zu dieser Dokumentation von Jens Rübsam hat auch der Weser-Kurier zu berichten.

    

Weitere Filme mit Manfred Krug sind auf der IMDb-Website gelistet.

    

Auszeichnungen (Auswahl)

1968 - Nationalpreis der DDR

1979 - Goldene Europa der Europawelle Saar

1984 - Goldener Bambi

1988 - Goldener Gong und Grimme-Preis

    

 

  

Manfred Krug als Autor (Auswahl)

 

"Abgehauen. Ein Mitschnitt und ein Tagebuch", ISBN: 3430157234

 

"Abgehauen" 4 CD´s gesprochen von Manfred Krug, ISBN: 3430157250

 

"Jurek Beckers Neuigkeiten - Briefe an Manfred Krug und Otti", ISBN: 3612266462

 

"Manfred Krug - Die großen Kinofilme", Herausgeber: Ralf Schenk, ISBN: 3932529014  

 

"66 Gedichte, was soll das?" mit CD, ISBN: 3430157285 

 

"Mein schönes Leben" - ISBN: 3430157331

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 12. Juli 2017

  

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