Vater, Mutter, Mörderkind 1992
Inhalt Juni
1990, Schwedt an der Oder, kurz vor der Währungsunion: Julius, ein (fiktiver)
Terrorist, der 1980 mit Wissen der Stasi in die DDR übergewechselt war und ohne
Preisgabe seiner Identität eine Kindergärtnerin mit dreijährigem Sohn
geheiratet hatte, wird sehr unruhig, als er in den Nachrichten von verhafteten
Terroristen hört. Offenbar ist die Jagd auf seinesgleichen jetzt eröffnet.
Nach einer spontanen Fluchtreaktion fährt er dennoch nach Hause. Dort wird er
verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Seine Frau Uschi hat von seiner
Vorgeschichte nichts gewusst, sie ist fassungslos wegen dieses Vertrauensbruchs.
Adoptivsohn Karl versucht, zwischen dem inhaftierten Vater und der zutiefst gekränkten
Mutter zu vermitteln. Für die Mutter ist er einziger Gesprächspartner und
Trost. Schon die Nachbarn machen es ihnen schwer genug. In der Schule gibt es
mit dem "Mörderkind" Probleme, und Uschi ist ihre Kindergartenstelle
los. Schließlich fasst Karl den Entschluss, den Vater zu entführen. Bei einem
Besuch im Gefängnis gewinnt er das Vertrauen eines älteren Wachbeamten, ermächtigt
sich dessen Pistole und sucht die Entscheidung. Die fällt allerdings ganz
anders aus, als er sich das erhofft hatte...
(Quelle: theaterkanal.de)
Ulrich
Plenzdorf und Heiner Carow beschreiben den authentischen Lebenshindergrund der
in der DDR untergetauchten RAF-Leute. Im fiktiven Schicksal des 13-jährigen
Karl kondensieren sie die Widersprüche im Aufeinanderprall der Sozialformen und
Ideologien in der Übergangsphase der Wiedervereinigung. Ein deutsch-deutscher
Film von Format, der das Seine zur Analyse des Unbewältigten beiträgt.
Links fremder Seiten: www.d www.franziska-troegner.de (HP der Künstlerin) www.dhm.de (über Ulrich Plenzdorf)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |