Vater eines Mörders

1985

 

Filmliste Carlheinz Caspari

 

  

  

Regie

Carlheinz Caspari

Drehbuch

Nicolaus Richter

Regie-Assistent

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Vorlage

Nach der gleichnamigen Erzählung von Alfred Andersch

Produktion

Ullstein Tele Video, Berlin, im Auftrag des ZDF

Kamera

Petrus Schloemp

Musik

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FSK

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Länge

90 Minuten

Filmbeschreibung

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Auszeichnung

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FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

20.10.1985

Genre

Literaturverfilmung

      

    

Darsteller

Rolle
Hans Albich Erzähler
Franz Kien Roland Momme-Jantz
Hans Korte Oberstudiendirektor Himmler
Jörg Falkenstein Dr. Kandlbinder
Andreas Schreyer Hugo Aletter
Jean Paul Raths Konrad von Greiff
Jörg Länger Werner Schröter
Markus Barth Schorsch Bernstein

                

  

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Inhalt

In der autobiographischen Erzählung Der Vater eines Mörders erlebt der junge Andersch eine schicksalhafte Schulstunde. Sein Schuldirektor, Vater des Reichsführers der SS Heinrich Himmler, nach Andersch der "größte Vernichter menschlichen Lebens", inspiziert überraschend den Griechischunterricht. Im Laufe dieser Schulstunde gerät auch Andersch in das Kreuzfeuer des alten Himmlers. Vor der gesamten Klasse werden nicht nur seine kaum vorhandenen Kenntnisse der griechischen Grammatik bis ins kleinste seziert und als der Schule unwürdig empfunden. Der auf seine humanistische Bildung stolze Rektor läßt es sich auch nicht nehmen, ihn als kleinbürgerlichen, faulen Versager zu diffamieren. Das Ende der Schulstunde ist auch gleichzeitig das Ende der schulischen Laufbahn von Alfred Andersch, der Schule verwiesen vom Vater eines Mörders.

 

"Wie will einer denn Schriftsteller werden, wenn er sich nicht für die Grammatik interessiert?", kommentiert der Rektor Anderschs Berufswunsch. Dessen Gesamtwerk beantwortet diese Frage auf eindrucksvolle Weise. Dass es ihm in seinen autobiographischen Erzählungen nicht nur um seine Person geht, sondern vielmehr um die herrschenden politischen und zeitgeschichtlichen Ereignisse, ist besonders eindringlich in diesem letzten Prosastück spürbar. Andersch sah das Schreiben immer als gesellschaftliches Engagement und so ist seine letzte Erzählung, die er todkrank zwischen Dialyse und Schreibtisch vollendete, ein historisches Dokument über die Stimmung in Deutschland kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Posthum hat uns Alfred Andersch mit Der Vater eines Mörders eine atmosphärisch dichte, bewegende und beklemmende Erzählung hinterlassen, die mit ihrer Darstellung von Autorität, Macht und Bestrafung zutiefst deutsch ist.

 

Wer seine eigene Schullaufbahn ähnlich abrupt wie Andersch beenden musste und deshalb nicht in den Genuss dieses Meisterwerkes kam, dem sei es hier, zusammen mit der erfreulich guten Verfilmung mit Hans Korte als Schulrektor, wärmstens empfohlen. (Quelle: Amazon-Redaktion)

 

  

  

  

  


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 06/2010