Ich dachte, ich wäre tot

1973

 

Filmliste Wolf Gremm

 

  

  

 

Regie

Wolf Gremm

Drehbuch

Wolf Gremm

Vorlage

Debütfilm

Produktion

Regina Ziegler / Paramount / CCC / ZDF

Schnitt

Dorothee Gerlach

Kamera

David Slama

Musik

Peter Schirmann

Kostüme

-

FSK

-

Länge

76 Minuten

Filmbeschreibung

www.filmportal.de

Bemerkungen:

Die Filmbewertungsstelle geht in ihrer Begründung für das Prädikat "besonders wertvoll" zum einen auf den „zeitkritischen Gehalt“ und die gleichzeitig rebellische und verletzliche Protagonistin ein, zum anderen auf den fragmentarischen Stil des Films: der Zuschauer müsse den Zusammenhang zwischen den bruchstückhaft wirkenden Szenen und Äußerungen selbst herstellen.

Ur-/Erstaufführung

-

Genre

Sozialdrama, Coming-of-Age

      

  

      

Darsteller Rolle
I Sa Lo Karolin
Alexander Bzik Vater
Ingrid Bzik Mutter
Vera Müller Schwester
Wulf Weidner Schwager
Achim Schmahl Verlobter
Peter Schlesinger -
Gisela Müller -
Reinhard Bock Freund
Martina Gayda -
Rudi Unger -
Dieter Winkelmann -
Erika Fuhrmann -
Alix Buchen -
Hans Müller -
Tanja Ziegler -

                    

 

Inhalt  

Szene aus "Ich dachte, ich wäre tot" mit I Sa Lo (Mitte), Alexander Bzik (rechts) und Ingrid Bzik (links)

Foto: Ziegler-Film

 

 

Die siebzehnjährige Carolin wird mit den Anforderungen, die ihre Eltern, der Chef im Supermarkt und ihr Freund an sie stellen, nicht fertig. Sie nimmt eine Überdosis Schlaftabletten, aber der Selbstmordversuch schlägt fehl. In einem Heim auf dem Land kommt Carolin wieder zu sich. Nun begreift sie, dass die Flucht in den Selbstmord kein Ausweg ist, dass nur die Auseinandersetzung mit dem Leben zur Lösung der Konflikte führen kann. Sie findet eine für sie tragbare Lösung und lernt auch wieder, herzhaft zu lachen. Auf diese Art bahnt sich eine offenere und ehrlichere Beziehung zwischen Carolin und ihrer Umwelt an.

 

*****

 

Der Film schildert einfühlsam, wie es zu dieser Kurzschlussreaktion kam. Trägheit, Kälte und Verständnislosigkeit der Umwelt sowie die erstickende Fürsorge und der kleinbürgerliche Muff ihrer Eltern sind die Ursache für die bitteren Erfahrungen, die Carolin machen muss.

Das Erstlingswerk von Wolf Gremm, der für "Ich dachte..." mit dem Preis des Verbandes deutscher Filmkritiker und dem FBW-Prädikat "Besonders wertvoll" ausgezeichnet wurde, fand auch bei der Kritik lobende Anerkennung.

"Wolf Gremm, der sich mit seinem Debütfilm als ein die Wirklichkeit scharf beobachtender und die Psyche behutsam deutender Regisseur erweist, ging das Wagnis ein, zugleich mit Schauspielern und Laiendarstellern zu arbeiten. Dieses Experiment ist ihm durchaus gelungen. Die Eltern sind so herrlich abstoßend in ihrer Laubenpieper-Glückseligkeit: Hier wird die Kleinbürgeridylle zum Alptraum. Fast dokumentarische Nüchternheit gewinnen die Szenen in einem Selbstbedienungsladen, in dem das Mädchen als Verkäuferin vorübergehend tätig ist.

Gremm versteht die Atmosphäre städtischer Existenz ebenso umzusetzen wie die Lebensbedingungen ländlichen Daseins (schrieb "Der Tagesspiegel").

  

(Quelle: Broschüre "SPIEL IM ZDF", Heft 1, Januar 1988, ©1988 by Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Presse / Öffentlichkeitsarbeit, Mainz)

 

 

  

  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

 

 

 

 

 

 

 

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 18. Oktober 2026

 

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