Euch darf ich's wohl gestehen 1982
Inhalt Nur im Gespräch mit dem Kanzler von Müller hat sich der alte Goethe im Hemdärmel gezeigt. Im Hemdärmel zunächst einmal ganz konkret, so wie es der Kanzler am Pfingsten des Jahres 1824 in sein Tagebuch notiert: "Nach dem Hof von halb sechs bis sieben Uhr bei Goethe...".
Im Hemdärmel aber auch gewissermaßen nach seinem geistigen Habitus. Das auszusprechen meint nicht, der alte Goethe ließe sich im Alltagsgewand von gleich zu gleich auf die Schulter klopfen. Im Gegenteil, gerade wenn er raunzt und bissig ist, wenn der Kanzler, wie nicht selten, bemerken muss: "Es war ein trüber Nebeltag. Goethe kam mir recht alt und verlassen vor. Ich fand ihn steif, schroff und schwerfällig". - Gerade dann, wenn sichtbar wird, dass der große Mann immer zu kämpfen hatte um die Gunst der Stunde, dass er jedes herrliche Gelingen äußeren und inneren Widrigkeiten abgerungen hat, nötigt uns Goethe den tiefsten Respekt ab.
Der Film ist eine Montage von Szenen aus dem Umkreis Goethes und seines Weimarer Hauses, so, wie sie der Kanzler von Müller in den Jahren 1808 bis 1932 aus authentisch festgehalten hat. Der Wortlaut der Originalzitate Goethes blieb abgesehen von Kürzungen unverändert. (Quelle: ARD Fernsehspiel, Ausgabe Januar bis März 1982, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland)
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 02.01.2011 |