Egon Günther

 

Regisseur - Drehbuchautor

  

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Regisseur und Drehbuchautor Egon Günther

©Virginia Shue, Hamburg

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Egon Günther wurde am 30. März 1927 in Schneeberg im Erzgebirge geboren.

Gestorben ist er am 31. August 2017.

 

Zunächst machte er in Schneeberg eine Ausbildung zum Schlosser und arbeitete dann als technischer Zeichner. Nachdem er in den Jahren nach dem Krieg an einem "Neulehrerkurs" teilgenommen hatte, studierte er in Leipzig Pädagogik, Germanistik und Philosophie. Zunächst arbeitete er als Lehrer, bevor er eine Arbeit als Verlagslektor in Halle a.d. Saale annahm. Nebenbei veröffentlichte er Gedichte, zwei Romane und eine Erzählung. 1958 bekam er eine Stelle als Dramaturg und Drehbuchautor beim DEFA-Studio für Spielfilme nach Postdam-Babelsberg. Dort lernte er die Regisseure Kurt Maetzig und Slatan Dudow kennen; er war mit Erich Engel, der auch am Theater hospitierte, befreundet. 1960 arbeitete er an als Dramaturg an der Brecht-Verfilmung einer Aufführung des Berliner Ensembles "Mutter Courage und Ihre Kinder", Regie führten Manfred Wekwerth, Peter Palitzsch.

 

 

Bereits 1964/65 begann Günther mit dem Film Lots Weib, eine zeitkritische Betrachtung einer Ehe ohne Liebe, seine eigenen Drehbücher, die oft nach Vorlagen seiner damaligen Frau Helga Schütz entstanden, selbst zu inszenieren. Sein zweiter Film Wenn du groß bist, lieber Adam (1965/66) mit Manfred Krug fiel der Zensur zum Opfer und wurde aufgrund eines ZK-Beschlusses in den "Giftschrank" gesperrt und nicht aufgeführt. Der Film konnte erst nach der Wende 1990 rekonstruiert und 1990 aufgeführt werden. Der Streifen Abschied war dann sein Durchbruch, obwohl mit pazifistischer Tendenz und gegen falsche Autoritäten gerichtet.

"Aus dem platt prosozialistischen Kampfroman des obersten DDR-Kulturfunktionärs machte Günther eine modern inszenierte, von überkommenden Regietraditionen und kleinkarierter DDR-Spießermoral befreite Geschichte einer jugendlichen Emanzipation von einem reaktionären Elternhaus".

(Quelle: zitiert aus "Das große Personenlexikons des Films" von Kay Weniger). 

 

 

Er drehte neben Gegenwartsstoffen für das Kino oder Fernsehen auch diverse Literaturverfilmungen, die die Zeit um den Ersten Weltkrieg reflektieren. Ab 1978 drehte E. Günther auch in der BRD und insbesondere Literaturverfilmungen mit gesellschaftlichem, historischem, gegenwartsbezogenem Interesse: Lion Feuchtwangers Exil (1981) ist in der Filmfassung nach sieben Hauptfiguren in sieben Teilen gegliedert. Mitte der 1970er-Jahre begann Egon Günther mit einer Art von Zyklus, der sich um J. W. Goethe dreht: Lotte in Weimar nach Thomas Mann, Die Leiden des jungen Werther, der Dokumentarfilm Weimar, Du Wunderbare und das Fernsehspiel Euch darf ich's wohl gestehen. Der Literatur blieb Günther auch weiterhin treu: 1971 erschien sein Roman "Rückkehr aus großer Entfernung", danach folgten "Einmal Karthago und zurück" (1974) und "Reitschule" (1981).

 

 

Von 1969 bis 1978 drehte er mit der Schauspielerin Jutta Hoffmann sechs große Kino- und Fernsehfilme. Als ihm 1978 die angeblich nichtrealistische Bildsprache seines Films Ursula zum Vorwurf gemacht wurde, reagierte Günther mit dem Austritt aus dem Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR. Er verließ das Land (behielt jedoch den DDR-Pass) und arbeitete in den folgenden Jahren nur noch an westdeutschen Film- und Fernsehproduktionen mit. Erst 1990 kehrte er zurück. Auch nach der Wiedervereinigung drehte er eine Reihe von Spielfilmen, von denen vor allem Die Braut, die Geschichte von Goethes Geliebter und späterer Ehefrau Christiana Vulpius, Aufsehen erregte. Daneben wirkte Günther wieder als Dozent an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg. Er lebte zuletzt mit seiner dritten Ehefrau und seiner Tochter in Groß Glienicke.

 

 

Bei Gegenwartsthemen arbeitete Günther mit dem Drehbuchautor Klaus Poche zusammen: Hanna von acht bis acht (1983): Eine Hotelbarfrau in Berlin dirigiert einfühlsam die "Vorhölle" des Suffs, der Verletztheiten und wechselseitigen Verletzungen, steuert Günther mit Friedenshoffnung und der Suche der verlorengegangenen "Unschuld der Menschheit" (G.) gegen das Gefühl einer "Angst der Endzeit, die alle erfasst hat".

 

(Quelle: Einige Informationen aus der Website der Bundeszentrale für politische Bildung, aus Wikipedia und aus Egon Netenjakob: "TV-FILMLEXIKON - Regisseure - Autoren - Dramaturgen", Fischer-Cinema TB-Verlag, Originalausgabe März 1994, Seite 148-150), Frankfurt/Main)

 

 

Auszeichnungen und Preise

1972 DDR-Nationalpreis II. Klasse

1972 Hauptpreise des Internationalen Filmfestivals von Karlovy Vary

1983 Grimme-Preis

1990 Fipresci-Preis der Berlinale

1993 Sonderpreis des Kultusministerium von NRW

1999 Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises in Gold für sein Gesamtwerk

2016 erhielt der Regisseur die Ehrenbürgerschaft von Schneeberg.

 

  

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim
Bearbeitet: 6. Januar 2024

 
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