Die Welt in jenem Sommer

1980

 

Filmliste Ilse Hofmann

 

  

  

Regie

Ilse Hofmann

Drehbuch

Ilse Hofmann, Robert Muller

Regie-Assistent

-

Vorlage

nach dem gleichnamigen Roman von Robert Muller

Produktion

WDR, Volker Canaris

Kamera

Axel Block

Musik

-

FSK

ab 16 Jahre

Länge

103 Minuten

Filmbeschreibung

-

Auszeichnung

Adolf Grimme-Preis 1980

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

30. Januar 1980 TV

Genre

Literaturverfilmung

      

        

  

Darsteller Rolle
Jan-Claudius Schwarzbauer  Hannes
Hermann Lause Papa
Kathrin Schaake Mama
Grete Wurm Oma
Christine Carstens Erika
Franz Böhm Bohrer
Joachim Richert Georg
Jörg Doleh Rolf Sandmann
Kai Fischer Werner Schemel
Johannes Wiesner Jürgen Kloth
Jörg Nickel Uwe Schmitt
Eckart Heske Friess
Christoph M. Orth Dorn

                

 

Inhalt  

 

Hamburg im Sommer des Jahres 1936, vor dem Hintergrund der zu dieser Zeit stattfindenden Olympischen Spiele von Berlin.  

 

Hannes Hacker ist ein zwölfjähriger Junge. Er führt ein Leben wie viele gleichaltrige Jungen jener Zeit: Er vertreibt sich mit seinen Schulkameraden in den Hinterhöfen von Eimsbüttel die Zeit; er studiert mit fanatischem Eifer die Berichte über die Olympischen Spiele in der Zeitung; er fährt mit dem Jungvolk ins Ferienlager, nimmt an Geländespielen, Flaggenhissungen und Wanderungen teil. Sein sehnlichstes Ziel ist, die Pimpf-Prüfung zu bestehen und das Fahrtenmesser der HJ zu erhalten.

Doch Hannes hat ein Geheimnis, das er vor seinen Freunden verheimlichen muss: er hat eine jüdische Großmutter. Diese Großmutter, die er abgöttisch liebt, besucht Hannes jeden Freitag in ihrer Wohnung in Eppendorf; er verbringt dort einen unbeschwerten Nachmittag mit ihr – wie in jenen glücklichen Zeiten, als sein Vater noch ein angesehener Feuilleton-Redakteur war und noch nicht, wegen seiner Ehe mit einer "Nicht-Arierin", seine Stellung verloren hatte.

 

In die Idylle mit der Großmutter bricht eines Tages die Bedrohung durch die feindliche Umwelt ein: Hannes findet bei der Großmutter einen SA-Mann vor, der sich bei ihr eingenistet hat und vorgibt, sie zu beschützten bzw. den reibungslosen Ablauf von Omas Praxis als Masseuse zu gewährleisten. Hannes merkt, dass damit die schönen Kindernachmittage mit Oma vorbei sind.

Die Situation von Hannes' Familie wird unter dem Druck der äußeren Umstände immer schwieriger: Der arbeitslose Vater beginnt zu trinken; die Mutter zerquält sich in Vorwürfen, dass ihr Mann wegen ihrer jüdischen Herkunft seine Stellung verloren hat; die siebzehnjährige Schwester wird wegen ihrer Freundschaft zu einem politischen Verfolgten von der Polizei verhört. Hannes findet sich in dieser zerstörten Familie kaum noch zurecht und reagiert verstört und aggressiv. Auch mit seinen Schulfreunden hat er immer größere Schwierigkeiten – er glaubt, dass diese hinter sein Geheimnis gekommen sind. Als er schließlich die Pimpf-Prüfung besteht und das ersehnte Fahrtenmesser erhält, kann er sich kaum noch darüber freuen. Bei einem Besuch in der Wohnung der Großmutter findet er diese tot: Sie hat sich erhängt.

Hannes reagiert auf diesen Schock zunächst mit unwirklicher Ruhe – dann jedoch mit totaler Verzweiflung und Verstörung: Er stürzt sich im Schwimmbad vom Sprungturm; als man ihn aus dem Wasser fischt, versteht niemand, warum dieser kleine Junge ein weinendes, schreiendes, zähneklapperndes Bündel Elend ist.  

 

Der Film basiert auf einen Roman von Robert Muller, der in Hamburg geboren ist und 1938 nach England emigrierte. Muller lebt heute in London.

(Quelle: Broschüre "ARD-Fernsehspiel", Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Jan. bis März 1980)

   

     

  

  

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 26. Mai 2016

  

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