Um zwei Erfahrungen reicher 

1976

 

Filmliste Wolfgang Staudte

 

  

  

Regie ................................................

Wolfgang Staudte

Drehbuch ..........................................

Robert Wolfgang Schnell

Vorlage .............................................

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Schnitt .............................................

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Redaktion .........................................

Wolfgang Baecker

Produktion .........................................

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Kamera ............................................

Götz Neumann

Musik ...............................................

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FSK .................................................

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Länge ...............................................

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FBW-Bewertung ................................

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Ur-/Erstaufführung ............................

16. März 1976

Genre ...............................................

Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Robert W. Schnell ............................... Joseph Völz
Lotti Krekel ......................................... Grete MacGrown 
Dirk Dautzenberg  .............................. Fritz Schickedanz 
Ingrid van Berg .................................. Cornelia Maroff
Ruth Brück ........................................ Frau Rengsdorf 

                  

 

 

Inhalt  

 

"Mein Freund Joseph hat eine wunde Haut", sagt Schickedanz von Joseph Völz, dem Hundesteuerbeamten aus Köln bzw. in Köln. Völz ist Rheinländer, aber er stammt aus dem Bergischen Land, dem stets streitbaren Bollwerk Kaiser Karls an der Grenze zum Reich der Sachsen. Und streitbar ist Joseph, weil ihm die Welt auf den Wecker fällt. Die Welt, von der er dachte, dass Pünktlichkeit, Genauigkeit und (seine speziell rheinisch-bergische) Vernunft sich in ihr zur Einheit runden würden, die in Formularen und Anordnungen erfassbar ist.

Dem stehen so allerhand Dinge entgegen - ohne dass er es ahnt, zunächst mal er selbst, aber vor allem seine Tochter Grete, die, von einem langjährigen ehelichen Ausflug nach Schottland zurückgekehrt, die "große" Welt Kölns neu erleben will. In Köln steht wieder der Vater als kritisches Denkmal des Kenners aller Unzulänglichkeiten im Wege. Sie sucht den Ausweg in Berlin. Dort offenbart sich ihr die 'große Welt' allerdings sehr bald in Gestalt eines windigen Herrn. Freund Schickedanz gibt Joseph die Anregung, die Tochter, die so wenig schreibt, einmal in Berlin zu besuchen. Beide fahren zusammen.

Die erste Frau, der Joseph in Berlin begegnet, Angestellte der Pension, in der seine Tochter wohnt, entflammt ihn so, dass er, der im Laufe der Jahre wieder zum Junggesellen rückentwickelten Witwer, von neuem heiraten will. Ohne dass er es merkt, hat Schickedanz bei der Frau größere Chancen, die freilich auch für Schickedanz so mager sind, dass ein ausgedörrtes Beamtenherz aus Köln dazu gehört, sie als Chancen wahrzunehmen.

Die dünne Ereignislosigkeit, die Völz, seine Tochter und Schickedanz wieder in Köln vereinigt, ist das Thema. Der ausweglose Kreislauf der drei, die gut sind (ohne es zu wissen) und ebenfalls Schlitzohren (auch ohne es zu wissen), läuft sich tot im Widerspruch zwischen ihren Vorstellungen und der Wirklichkeit. Die sich sicher fühlende kleinbürgerliche Einfalt des Joseph Völz geht auf Konfrontationstour quer durch die Welt bis nach Berlin, das ebensowenig auf ihn hört wie sein Freund Schickedanz. Das bringt sein Maulwurfdasein in eine Turbulenz, die wiederum nur für ihn turbulent ist. Aber sie führt doch in einen melancholischen Triumph: Die Tochter kommt wieder nach Hause. Auch das wusste Joseph natürlich schon vorher. 

Der Ernst der Sache ist so ernst, dass er zu einem lustigen Film reicht.

Robert Wolfgang Schnell

  

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, März - April 1976, S. 17-18, herausgegeben vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)

  

  

  

  

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 12. Aug. 2016

  

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