Wolfgang Staudte

 

Regisseur  Drehbuchautor

     

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Einer meiner ganz großen Favoriten: Wolfgang Staudte

  

©wissenmedia GmbH, Gütersloh

  

   

  

Geboren am 9. Oktober 1906 in Saarbrücken als Sohn des Schauspielerehepaars Fritz Staudte und Mathilde Firmans.  

 

Gestorben am 19. Januar 1984.

 

1923 Beginn einer Lehre als Autoschlosser, danach Ingenieurstudium in Oldenburg, welches abgebrochen wurde. Danach bekommt er Arbeit als Volontär bei Mercedes Benz in Berlin, weiterhin bei den "Hansa Lloyd-Werken" in Varel.

 

In den Jahren 1926-1932 kümmert sich sein Vater darum, dass Wolfgang ein Engagement an der Berliner Volksbühne bekommt mit Inszenierungen bei Max Reinhardt und Piscator. Da die große Weltwirtschaftskrise auch vor Entlassungen von Schauspielern nicht halt macht, wurde beschlossen, sich mehr um Filme als um Theateraufführungen zu kümmern. Obwohl nicht mehr nachzuvollziehen ist, welche und wie viele kleine Rollen Staudte in dieser Zeit gespielt hat, ist bekannt, dass er in zwei berühmten Filmen seinerzeit ungenannt bei Sternberg als Statist in Der blaue Engel auftritt und in dem Antikriegsfilm Im Westen nichts Neues er den Soldaten Kemmerich synchronisiert (1930, Regie Lewis Milestone), wobei er in dieser Zeit überhaupt ein gefragter Synchronsprecher ist. In Lupu Picks einzigem Tonfilm hatte Staudte eine kleine Rolle als Hofsänger Gustav in Gassenhauer im Jahr 1931. Er spielt an der Seite von Theo Lingen eine kleine Rolle in dem Kurzfilm Ins Blaue hinein von Eugen Schüfftan. Weitere Regisseure in dieser Zeit sind für Staudte Erich Engel und Carl Froelich

  

Anfang 1933 bekommt Wolfgang Staudte die Bühnenschauspielerlaubnis entzogen, da er in politischen Stücken mitspielt, die darauf schließen lassen, dass er sich gegen die Nationalsozialisten stellt, obwohl er durchaus Rollen in diversen NS-Filmen bekleidet, z.B. spielt er in Der Choral von Leuthen einen sächsischen Offizier (1931), in Heimkehr ins Glück (1933), Regie Carl Boese. Er führte Regie in dem 1933 gedrehten Kurz-Spielfilm Jeder hat mal Glück, schrieb 1933 das Drehbuch zum Kurz-Spielfilm Non Stop nach Afrika und spielte mit in Die Bande von Hoheneck (1934), Schwarzer Jäger Johanna (1934, Regie: Johannes Meyer), Pechmarie (1934, Regie: Erich Engel), in dem 1935 gedrehten Louis Trenker-Film Der Kaiser von Kalifornien, in dem 1936 von Robert A. Stemmle gedrehten Film Gleisdreieck war er als U-Bahn-Schaffner zu sehen. Erich Engels setzte Staudte in seinem Kriminalfilm Mordsache Holm 1938 ein und in Jürgen von Altens Film Das Gewehr über! hatte Staudte 1938 eine Rolle als Unteroffizier Schmidt. Weitere Rollen während der NS-Zeit hatte Wolfgang Staudte 1940 in dem unsäglichen Propagandafilm Jud Süss, DIII 88, Die fremde Frau, Aus erste Ehe, Legion Kondor, Beates Flitterwoche, ...reitet für Deutschland, Friedemann Bach, Das große Spiel u.a. Aber zeitweise muss sich Staudte auch mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Er wird Synchronsprecher bei der Berliner Firma Rhythmoton und Rundfunksprecher im Kinder- und Werbeprogramm und dreht als Regisseur an die 100 Werbe- und Kurzfilme in den Jahren bis 1935 - 1939. 

 

1943-1945: Regie bei den Filmen Akrobat schö-ö-ön (1943), den er für die "Tobis" drehen darf; es folgen Ich hab' von Dir geträumt  (1944) und Das Mädchen Juanita (Arbeitstitel Frau über Bord, 1945). Dass Staudte nicht zum Kriegsdienst eingezogen wurde, hatte er Heinrich George zu verdanken, weil er den Wunsch äußerte, ihn als Regisseur für den Film Frau über Bord verpflichten zu wollen, was auch realisiert wurde. Ende 1945/Anfang 1946 Beginn einiger Dokumentaraufnahmen für das Filmprojekt "Kolonne Strupp" von Slatan Dudow, das Kurt Maetzig zu Ende führen sollte.

 

Wolfgang Staudte bei Dreharbeiten zu "Ciske - Ein Kind braucht Liebe"

Dreharbeiten zum deutsch-niederländischen, in Duiventrecht bei Amsterdam gedrehten, preisgekrönten Film Ciske – ein Kind braucht Liebe im Cinetone Studio, Regisseur Wolfgang Staudte mit dem Ciske-Darsteller Dick van der Velde im Juni 1955

©Urheber: Noske, J.D. / Anefo. Diese Datei wurde Wikimedia Commons vom Nationaal Archief, dem Hauptarchiv der Niederlande, und Spaarnestad Photo im Zuge eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Niederlande“ lizenziert.

  

  

Staudte war Regisseur des ersten deutschen Nachkriegsfilms Die Mörder sind unter uns mit Hildegard Knef für die DEFA (1946), der im zertrümmerten Berlin gedreht wird.

"Berlin 1945. Susanne Wallner, eine junge Fotografin, kehrt aus dem Konzentrationslager zurück, doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekommene Chirurg Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit übermäßigem Alkoholgenuss zu verdrängen sucht. Die beiden arrangieren sich, und mit Susannes Hilfe findet Dr. Mertens langsam wieder zu sich selbst. Da begegnet ihm sein ehemaliger Hauptmann Brückner, nun ein aalglatter Geschäftsmann, dem es egal ist, ob er aus Stahlhelmen Kochtöpfe macht oder umgekehrt. Mertens Gewissen rebelliert, und am Weihnachtsabend 1945 will er Sühne fordern für ein von Brückner drei Jahre zuvor im Osten befohlenes Massaker an Frauen, Kindern und Männern. Im letzten Moment kann Susanne ihn davon überzeugen, dass die Vergeltung solcher Schuld keine Privatangelegenheit ist, sondern der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört". (Quelle: Beschreibung DVD Amazon)

 

Sein 1949 gedrehter Film Rotation handelt von Hans Behnke, der als Drucker in den 30er-Jahren seine Arbeit verliert und den Beginn der Naziherrschaft als wirtschaftlichen Aufschwung deutet. Sein Schwager ist Kommunist, warnt ihn, aber er schlägt die Warnungen in den Wind und wird zum Mitläufer, was ihm einen gewissen sozialen Aufstieg beschert. Er verzeiht sogar seinem Sohn, dass er ihn verraten hat. Wolfgang Kohlhaase, von dem das Drehbuch stammt, meint: "Rotation gibt den Menschen eine gute Gewissheit: dass es immer und gerade heute am Menschen selbst liegt, was aus ihm wird". 

1951 inszeniert Wolfgang Staudte den nach Heinrich Manns gedrehtem Roman Der Untertan, wofür er auch das Drehbuch schreibt. Anmerkung: Staudtes Kinofilm „Der Untertan“ (nach dem Roman von Heinrich Mann) durfte zwischen 1951 und 1971 in der BRD nicht aufgeführt werden. Die westdeutsche Presse nannte Staudte einen „verwirrten Pazifisten“ (Der Spiegel), das Bonner Innenministerium sperrte Staudte-Produktionen die üblichen staatlichen Bürgschaften. (Quelle: www.minow-film.com). Im Jahre 1953 dreht er Die Geschichte vom kleinen Muck, seine letzte DEFA-Produktion. 

 

1956 Übersiedlung nach West-Berlin. Mit Verzug von sechs Jahren wird Der Untertan auch in der Bundesrepublik gezeigt. Weitere Filme in den Jahren 1958 - 1960 sind Der Maulkorb, Rosen für den Staatsanwalt, Kirmes, hier schreibt er auch das Drehbuch. 1966/67 wird Staudte Lehrbeauftragter der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB).

  

Wolfgang Staudte, hier 1981 bei den Dreharbeiten zur TV-Serie "Die Pawlaks"

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg

Ob er wollte oder nicht, aber er musste ab Anfang der 1970er-Jahre wegen Überschuldung Auftragsarbeiten für das Fernsehen annehmen. Mit seiner neu gegründeten Firma Cineforum GmbH produzierte er den Film Heimlichkeiten. Der Film fiel beim Publikum durch und brachte ihm nur Schulden ein. Er nimmt also als Regisseur Auftragsarbeiten an und dreht ab jetzt kontinuierlich für die Sendeanstalten. Dazu gehörten ebenso Episoden der TV-Krimiserien Der Kommissar oder auch der Serie Tatort, wie z.B. Tote brauchen keine Wohnung (1973), Zwei Leben (Drehbuch Karl-Heinz Willschrei, 1975), Spätlese (Drehbuch Herbert Lichtenfeld, 1977), Die Kugel im Leib (Drehbuch Georg Feil, 1978), Schussfahrt (Drehbuch Peter Hemmer, 1979), Schönes Wochenende (Drehbuch Uwe Erichsen u. Martin Gies, 1980), Freiwild (Drehbuch Heinz-Dieter Ziesing, 1983).

 

1971 und 1974 hat der Regisseur noch einmal internationale Produktionen mit den Jack London-Abenteuer-Verfilmungen Der Seewolf und Lockruf des Goldes. 1976 kommt die Familienserie MS Franziska auf den Bildschirm und 1978 ein Mehrteiler nach Hans Fallada Der Eiserne Gustav. 1981/82 Regie der Familienserie Die Pawlaks, eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet.

1979 erhält Wolfgang Staudte das Bundesverdienstkreuz.

 

1954 heiratet er die Journalistin Renate Praetorius, die Ehe wird aber 1956 bereits wieder geschieden. Zweite Heirat mit der Schauspielerin Ingmar Zeisberg, Scheidung 1964. 1967 ehelicht Staudte Rita Heidelbach, die Ehe wird 1976 geschieden. Ein Jahr später heiratet er Angelika Hoffmann.

 

Am 19. Januar 1984 stirbt der großartige Regisseur bei Dreharbeiten des fünfteiligen TV-Dramas Der Eiserne Weg in Zigarski, Jugoslawien an einem Herzinfarkt.  

    

Am 9. Oktober 2006 wurde an seinem Geburtshaus in der Mainzer Str. 11 in Saarbrücken eine Gedenktafel enthüllt mit der Inschrift: "Feigheit macht jede Staatsform zur Diktatur." (Quelle: Wikipedia)

    

  

Literatur:

 

Uschi und Andreas Schmidt-Lenhard (Hrsg.):

"Courage und Eigensinn". Zum 100. Geburtstag von Wolfgang Staudte. St. Ingbert: Röhrig-Universitätsverlag, 2006. ISBN 3-86110-415-6 (Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, Berlin)

  

Malte Ludin:

"Wolfgang Staudte", Reinbek, 1996

 

Egon Netenjakob (u.a.):

"Staudte" [Edition Filme 6], Berlin, 1991

  

Eva Orbanz:

Wolfgang Staudte. Berlin: Spiess, 1977

Wolfgang Staudte. Berlin, Stiftung Deutsche Kinemathek, 1974

 

Horst Knietzsch:

Wolfgang Staudte. Berlin: Henschelverlag, 1966

  

Helma Sanders:

Wir haben ihn allein gelassen, in: Hans Günther Pflaum (Hrsg.): Jahrbuch Film 1984/85. Verlag Carl Hanser München, Wien, 1985

  

Ralf Schenk:

Die gescheiterte Courage - Notizen zur Werkgeschichte eines großen Filmprojekts von Bertolt Brecht und Wolfgang Staudte, in: film-dienst, 03/1998

  

    

Auszeichnungen:

1951: Nationalpreis der DDR 2. Klasse für Der Untertan

1951: Internationales Filmfestival Karlovy Vary: Preis für den Kampf um den sozialistischen Fortschritt für Der Untertan

1955: Internationale Filmfestspiele von Venedig: Silberner Löwe für Cisce – De Rat

1960: Internationales Filmfestival Karlovy Vary: 1. Hauptpreis für Rosen für den Staatsanwalt

1975: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

1979: Internationales Filmfestival Moskau: Auszeichnung für Zwischengleis

1979: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1984: Helmut-Käutner-Preis (posthum)

    

(Quelle: Auszüge aus der Website www.dhm.de/lemo Biografie Staudte)

   

  

   

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

   

  

  

  

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 15. Nov. 2017

  

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