Ein Abend mit Labiche 

1980

  

Filmliste Dieter Wedel

   

 

  

 

Regie

Dieter Wedel

Drehbuch

Dieter Wedel (nach Eugène Labiche)

Produktion

Studio Hamburg GmbH für NDF und NWF

Kamera

Jan Kalis

Musik

-

FSK

-

Länge

96 Minuten

Sonstiges

-

Ur-/Erstaufführung

17.02.1980

Genre

Komödie

  

  

  

Darsteller

Rolle

Hannelore Elsner

Rosa de St. Albano

Jörg Pleva

Alidor

Hugo Schrader

Mouillebec

Heidemarie Hatheyer

Madame Champbaudet

Gertraud Jesserer

Madeleine

Barbara Valentin

Madame Taupin

Gerd Baltus

Leopardin

Gerd Böckmann

Fabriol

Bruno Dallansky

Papavert

Hans Häckermann

Mr. Track

   

   

     

Inhalt    

  

Aus den 150 Boulevardstücken, die Eugen Labiche zum erfolgreichsten Komödienschreiber  des vorigen Jahrhunderts machten, hat Dieter Wedel die turbulentesten ausgewählt und zu einem Reigen verarbeitet:

Falscher und echter Adel trifft sich mit Demimonde, gekaufte Dichter parlieren mit neureichen Börsenjobbern, selbst die Liebe süßer kleiner Grisetten ist käuflich - Labiche und Wedel verknüpften Menschen verschiedenster sozialer Rangordnung und unterschiedlichster Gefühlswelt zu einem bunten Sittenbild des untergehenden Jahrhunderts, das sich seiner frivolen Lustigkeit nicht schämt. ---

Alidor de Boismouchy, ein etwas tölpelhafter junger Landedelmann, und sein Hauslehrer Mouillebec werden von Alidors künftigem Schwiegervater Papavert nach Paris geschickt. Der junge Mann soll dort unter Anleitung der Actrice Rosa de St. Albano ein wenig großstädtische Lebensart erlernen, denn Papaverts Tochter hat sich geweigert, einen solch groben Klotz als Ehemann zu akzeptieren. Madame Rosa übernimmt den Bildungsauftrag nicht ungern, nachdem sie erfährt, das ihr Schüler ein Marquis ist. Das einzige Problem ist ihr eifersüchtiger Verehrer Track, ein Börsianer aus Amerika. Madame bleibt nichts anderes übrig, als die beiden Gäste aus der Provinz als ihre Diener auszugeben... Alidor de Boismouchy widmet sich mit großer Intensität und einigem Talent seinem Studium der feinen Lebensart. Eines Tages begegnet er im Hotel der schönen Madeleine, die aber mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist, als den Komplimenten von Alidor zuzuhören. Sie hat gerade ihren Ehemann, den Musiker Faribol, bei einem tête-à-tête mit einer Tänzerin ertappt und sinnt wild entschlossen auf  Rache. Als Alidor ihr bis in ihre Wohnung folgt, bekommt der Plan Konturen. Madeleine beschließt, ihren Mann mit dem jungen Marquis zu betrügen, was nun wiederum Faribol zur Raserei treibt...

Um der von ihm angebeteten Madeleine, der Ehefrau des Musikers Faribol, nahe zu sein, ist Alidor de Boismouchy häufiger Gast bei der verwitweten Madame Champbaudet, die eine Etage tiefer wohnt. Bei ihr gibt er sich als Architekt für Grabdenkmäler aus - und ein solches sucht Madame Champbaudet für ihren verstorbenen Gatten. Durch Klavierspiel ihrerseits und durch Trompetensignale seinerseits verständigen sich Madeleine und Alidor, bis der Ehemann Faribol misstrauisch wird. Zu allem Überfluss reist auch noch die Familie Papavert an, deren Tochter Alidor heiraten soll, und Faribol, ein Freund des Schwiegervaters in spe, soll ein Urteil über Alidor abgeben. Mit dem Verdacht, Alidor habe ein Verhältnis mit Madame Champbaudet, bringt Faribol die geplante Hochzeit in höchste Gefahr. Erst als der Hauslehrer Mouillebec um die Hand der Witwe anhält, ist die Familie der Braut beruhigt...

Die Hochzeit von Alidor und Caroline Papavert steht bevor. Im Separée eines noblen Restaurants will Alidor mit Madame Rosa Abschied vom Junggesellenleben feiern. Da erscheint Papavert, Alidors Schwiegervater in spe, mit einer jungen Dame, die nicht seine Ehefrau ist. Die Begegnung von Alidor und Papavert ist unausweichlich und den Herren überaus peinlich. Ihre Versuche, den wahren Sachverhalt zu verschleiern, werden durch die immer hungriger werdenden Damen empfindlich gestört. Die ehe die beiden Herren in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, erscheint Madame Papavert - ebenfalls zu einem heimlichen Rendezvous...

 

Ein Abend mit Labiche entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Redaktion für Spielserien im Vorabendprogramm und der Hauptabteilung Fernsehspiel im NDR. Diese häufig geforderte und viel zu selten verwirklichte – "ressortübergreifende" Kooperation hatte für beide Partner nicht nur den selbstverständlichen und erfreulichen ökonomischen Nutzen. Im Falle Labiche entsprach die Zusammenfassung von vier Stücken (die im Vorabendprogramm jeweils einzeln ausgestrahlt wurden) mitsamt den eingeschobenen und eigens für den "Labiche-Abend" geschaffenen Couplets sogar auf ideale Weise der Form des Vaudeville-Theaters*), für das sie ursprünglich gedacht waren.

(Quelle: Broschüre "ARD-Fernsehspiel", Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Januar bis März 1980)  

  

  
*)Pariser Theatergenre mit Gesang und Instrumentalbegleitung, das in den 1840er Jahren den Höhepunkt seiner Beliebtheit erreichte.

 

 

 

 

 

 

  

  

 

 

 

 

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 19. Febr. 2016

  

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