Hans Jürgen Syberberg

Regisseur  Drehbuchautor

 

Seine Biografie

      

   

    

  

  

Andre Heller sieht sein Feuerwerk ... R, 1984

50.000 Schaulustige versammeln sich am Reichstagsgebäude in Berlin, um das von André Heller , dem Wiener Gesamtkünstler, inszenierte große Feuerwerk "Welt und Gegenwelt oder Struz durch Träume" zu bestaunen. Eingeblendete historische Dokumente (Filme und Fotos) machen den Veranstaltungsort als Ort deutscher Geschichte, ihrer Träume und ihres Scheiterns und ihrem vorläufigen Ende, der Spaltung der Welt in Ost und West, sichtbar (Ausrufung der Republik 1918, Reichstagsbrand, Eroberung des Reichstags durch die Sowjets etc.) André Heller will an diesem geschichtsträchtigen Ort, in unmittelbarer Nähe von Brandenburger Tor und Mauer, 40.000 Raketen, Bomben und Lichter - insgesamt 25 Tonnen - Sprengstoff abbrennen. Eine Klangwolke aus 136 Lautsprechern untermalt das Spektakel. (Quelle Ziegler-Film)

   

 

Fräulein Else ... R, 1987, ORF  

  

 

Fritz Kortner probt Kabale und Liebe ... R, 1965, BR

Zweiter Teil - nach Fünfter Akt, Siebte Szene. Fritz Kortner probt Kabale und Liebe. Syberbergs Dokumentation über den Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner. Kortner spricht im Lauf eines Tages verbunden durch Gespräche mit Kortners ehemaligem Schüler August Everding Monologe aus den Stücken "Richard III.", "Der Kaufmann von Venedig" und "Faust". Syberbergs Konzentration liegt auf Kortners Sprech- und Inszenierungsstil. (rk)

   

 

Fünfter Akt, siebente Szene ... R, 1965, Dok. (mit Kortner)

Erster von zwei Dokumentationen, die Syberberg über Kortner drehte. Er durfte Kortner während der Proben zu "Kabale und Liebe" an den Münchner Kammerspielen  mit der Kamera beobachten. Beim Schneiden des Filmmaterials konzentrierte sich Syberberg auf die bekannte Todesszene im 5. Akt des Schiller-Dramas. Der Film war im Fernsehen auch bekannt unter dem Titel "Fritz Kortner probt Kabale und Liebe". (rk)

  

 

Hitler - Ein Film aus Deutschland (4 Teile)... R, DA, 1977, WDR/BBC Koprod. 1980. Insgesamt 7 Stunden.

Teil 1: "Der Gral - Von der Welteiche bis zur Goethe-Eiche von Buchenwald": Vom Weltall über den Stummfilm zum Zirkus, wo der Direktor den Gröfaz Adolf Hitler mit deutschen und europäischen Mythen (Napoloen) konfrontiert.

Teil 2: "Ein deutscher Traum - ...bis ans Ende der Welt": Visionen von Karl May, Richard Wagner und Ludwig II. und Szenen aus Hitlers Privatleben.

Teil 3: "Das Ende eines Wintermärchen": Himmler und SS-Männer berichten von ihrem Schicksal.

Teil 4: "Wir Kinder der Hölle": André Heller erzählt von Hitlers Wirkung

Mit diesem siebenstündigen Magnum Opus wurde Syberberg international bekannt, spätestens nachdem Susan Sontag den Film 1979 in New York gesehen hatte. Begeistert schrieb sie in ihrem berühmten Essay: „Dieser Film möchte alles auf einmal sein. In beispiellosem Ehrgeiz hat sich Syberberg Ziele gesetzt, die alles hinter sich lassen, was man je auf der Leinwand gesehen hat. Dieses Werk verlangt nach einer besonderen Form der Auf- und Anteilnahme, es lädt zum Nachdenken ein, zum Wieder- und Wiedersehen. Je tiefer man eindringt in sein stilistisches Beziehungsgeflecht und seine vielfältige Bedeutung, desto mehr beginnt dieser Film zu vibrieren.“ (Susan Sontag: Syberbergs Hitler). Die bundesdeutsche Filmkritik sah dies teilweise ganz anders. Sie warf dem Regisseur „Remythologisierung“ vor, unterstellte ihm bestenfalls Naivität. Bis heute ist Sybergergs Film in Deutschland nur selten zu sehen gewesen. Mit wachsendem zeitlichen Abstand wird jedoch zunehmend deutlich, mit welcher Vehemenz und auf welch hohem künstlerischen Niveau der Film seinen Exorzismus anhand der Figur Hitlers betreibt. Mit den bereits in Ludwig und Karl May geschulten Mitteln entzaubert er Hitler zur kleinbürgerlichen Wunschprojektion, macht ihn buchstäblich zur Marionette eines komplexen Bezugssystems, in dem sich Allmachtsphantasien und Sentimentalitäten brechen. André Heller als Erzähler führt durch ein überbordendes szenisches Panoptikum voller Zitate und Querverweise, das reiche Assoziationsräume öffnet. (Quelle: DHM - Zeughaus-Kino)

 

 

Karl May (2 Teile) ... R, DA, 1974, ZDF-Koprod., TV: 1977, 187 Minuten

Opulentes Lebensbild des Abenteurer-Schriftstellers, mit exzellenten Schauspielern realisiert, aber dem Mythos in eher abseitige Winkel folgend.

Der aus dem sächsischen Erzgebirge stammende Karl May (1842 – 1912) gilt bis heute als der meist gelesene deutsche Schriftsteller. Er schrieb weit mehr als hundert Bücher, die in vielen Millionen Exemplaren gedruckt wurden. Der Bestseller-Autor stammte aus ärmlichen Verhältnissen, mehrfach saß er im Gefängnis. Die von ihm beschriebenen exotischen Gegenden kannte er nur aus Büchern. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er im Osten als „Lieblingsautor Adolf Hitlers“ zunächst eine Unperson, im Westen hielt seine Popularität an, nicht zuletzt durch die erfolgreichen Winnetou-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker. Syberberg beschreibt das Leben Karl Mays als fortwährenden Kampf um künstlerische und moralische Anerkennung und verschränkt dieses Ringen mit den von ihm geschaffenen Figuren. „Ein Mann auf der Suche nach dem verlorenen Paradies auf dem typisch deutschen Irrweg, ruhelos Selbsterlösung suchend im selbst geschaffenen Inferno.“ (Hans Jürgen Syberberg: Syberbergs Filmbuch). Für sein Unterfangen konnte der Filmemacher ein einzigartiges Schauspielerensemble verpflichten: Neben dem Regie-Kollegen Helmut Käutner als Karl May sind Kristina Söderbaum, Attila Hörbiger und Lil Dagover zu sehen – Ikonen des deutschen Films also, deren Biografien und frühere Rollen ihrerseits auf die Widersprüche der Geschichte verweisen. (Quelle: DHM - Zeughaus-Kino)

Darsteller: Helmut Käutner, Kristina Söderbaum, Käthe Gold, Attila Hörbiger

   

 

Ludwig – Requiem für einen jungfräulichen König (2 Teile), ... R, DA, 1972, ZDF, 140 Min.

  

 

Marquise von O., Die ... R, DA, 1989, ORF

 

     

Nacht, Die ... R, 1986, ZDF, 367 Minuten

Seit Anfang der 1980er Jahre fungiert Edith Clever als Syberbergs Muse und engste künstlerische Mitarbeiterin, Die Nacht ist zum eindringlichen Postulat dieser Beziehung geworden. Der Film stellt nicht mehr und nicht weniger als einen fast siebenstündigen Monolog Clevers dar, der um den Untergang des Abendlandes kreist. Zu Rate gezogen werden dazu Texte von Aischalos, Platon, Eduard Mörike, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Nietzsche, Novalis, Friedrich Hölderlin, Samuel Beckett und Richard Wagner. Von Wagner stammt auch (wieder) ein Großteil der Filmmusik, flankiert von Bachs Wohltemperierten Klavier. Szenisch erweist sich Die Nacht als noch reduzierter, aber auch als noch konzentrierter. Ein Bühnenbild im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, Edith Clever kommt mit einem Minimum an Raum und Zubehör aus. „Ich rede die ganze Zeit von einem ‚Film’ und bin mir doch nicht sicher, dass dieser Ausdruck die Sache trifft. Denn Dramaturgie und Photographie und szenische Machart des Films als Kunst gehören einer Kategorie an, mit der Syberbergs ‚Nacht’ nichts zu tun hat. Eher möchte man von einer mit den technischen Mitteln des Films fixierten szenischen Aufführung eines Melodrams reden – wenn das auch sehr umständlich klingt.“ (Peter Wapnewski, Der Spiegel 29/1985). Edith Clever erhielt für ihre Leistung 1986 den Deutschen Filmpreis in Gold. (Quelle: DHM - Zeughaus-Kino)

 

    

Parsifal ... R, DA, 1982, BR-Koprod., 260 Minuten

Richard Wagners letzte Oper, von ihm selbst als „Bühnenweihfestspiel“ bezeichnet, erlebte 1882 ihre Uraufführung in Bayreuth. Die Handlung geht auf Wolfram von Eschenbachs frühmittelalterliches Epos Parzival zurück, umkreist den Kampf um den Heiligen Gral und den Speer des Longinus bzw. Mauritius: Besitzer der beiden Reliquien gelten als unbesiegbar. Syberbergs Adaption des Stoffes konzentriert sich auf das Verhältnis zwischen dem „reinen Toren“ Parsifal und dem intriganten Zauberer Klingsor. Anders als bei Wagner, wo mit Parsifals finaler Krönung zum König und der Gralsenthüllung eine umfassende Erlösung zelebriert wird, finden sich die Helden des Films zuletzt auf sich selbst zurückgeworfen. Aus den Siegen und Niederlagen der Geschichte scheint kein Sinn mehr schöpfbar zu sein. „Hans Jürgen Syberberg führt seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Wagners Leben und Werk zu einem konsequenten Höhepunkt: In langen, oft statischen Kameraeinstellungen stilisiert er die Oper zum kultischen Exerzitium und erweitert sie zugleich zum abendländischen Kulturpanorama, indem er die Mythen und Ideologien des 20. Jahrhunderts als Assoziationsmaterial in die Handlung einbezieht – ein Steinbruch europäischer Geschichte.“ (Lexikon des internationalen Films) (Quelle: DHM - Zeughaus-Kino)

  

 

Penthesilea ... R, DA, 1989, ZDF-Koprod., 1989

Kleists Trauerspiel um die tragische Liebe der Amazonenkönigin Penthesilea zum griechischen Helden Achill, die sich auf dem Schlachtfeld vor Troja gegenüberstehen. Die Videofassung einer Theaterinszenierung, die das Drama zwischen den beiden Protagonisten als Monolog einer einzigen Schauspielerin interpretiert.

  

 

Romy, Anatomie eines Gesichts ... R, 1965, BR, Dok

Porträt Romy Schneiders. Der Film entstand, als die 27jährige gerade ihren 27. Film "Schornstein Nr. 4." mit Michel Piccoli gedreht hatte.

 

    

Scarabea – Wieviel Erde braucht der Mensch? ... R, DA, 1969 (Kinoprod.), 114 Min.

 

  

Sex-Business, made in Pasing ... R, 1969, Dokumentarfilm über den Sex-Filmemacher Alois Brummer

 

 

Theodor Hierneis oder Wie man ehemaliger Hofkoch wird ... R, 1972, HR-Koprod.

Der Film ist ein Monolog von Hierneis, Koch am Hofe von Ludwig II., der die Kamera und den Zuschauer durch die Schlösser des Königs führt, dabei Anekdoten und intime Details erzählt , die genauso viel über ihn, wie über den König aussagen, dem er dient. Walter Sedlmayr in der Titelrolle.

  

 

Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried 1914 – 1975 ... R, 1975, BR, ORF , 302 Minuten

Ein ausufernd umfangreicher Interview-Film mit Winifred Wagner, Richard Wagners Schwiegertochter.  

 

  

 

  

     

    

    

 

 

 

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 16.06.2016

 

Diese Aufstellung der Filme erhebt keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit, deshalb sind auf dieser Seite Links angebracht, die weitere Hinweise geben. 

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