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Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1982 ...und ein wenig Zeitgeschichte
In der Bundesrepublik werden 70 Spielfilme gedreht und 14 Defa-Spielfilme.
15. Januar - Bayerischer Filmpreis: In München wird der 'Bayerische Fimpreis' an Thomas Brasch (Erstlingsregie, Engel aus Eisen), Eva Mattes (Darstellerin, Celeste), Wolfgang Petersen (Regie, Das Boot) und Jost Vaccano (Bildgestaltung Das Boot) vergeben.
24. Januar: ZDF-Ausstrahlungsbeginn des fünfteiligen Fernsehspiels Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (ZDF, ORF) von Alf Brustellin und Bernhard Sinkel in der Regie von Bernhard Sinkel.
Z 8. Februar: Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erhebt Vorwürfe gegen die Spitze des gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzerns "Neue Heimat": Der Vorstandsvorsitzende Albert Vietor und zwei Vorstandskollegen sollen sich unter Missbrauch ihrer Stellung persönlich bereichert haben. Sie werden daraufhin fristlos entlassen. Die Vorgänge in Europas größtem Wohnungsbaukonzern erschüttern das Vertrauen der Bevölkerung in die Gemeinwirtschaft. (Quelle: www.hdg.de)
12. bis 23. Februar - Berlinale: Im Wettbewerb laufen die Filme Die Sehnsucht der Veronika Voss (Rainer Werner Fassbinder), Kraftprobe (Heidi Genée) und Eine deutsche Revolution (Helmut Herbst) für die Bundesrepublik und Romanze mit Amelie (Ulrich Thein) und Bürgschaft für ein Jahr (Herrmann Zschoche) für die DDR. Der Goldene Bär geht an Fassbinders ...Veronika Voss und ein Silberner Bär an die DDR-Schauspielerin Katrin Saß (Bürgschaft für ein Jahr). Im Forum sind die Filme Macumba (Elfi Mikesch), Normalsatz (Heinz Emigholz), Logik des Gefühls (Ingo Kratisch), Etwas wird sichtbar (Harun Farocki) und aus der DDR Lebensläufe (Winfried Junge) zu sehen. James Stewart kommt als Ehrengast.
12. März - Helmut Käutner-Preis: In Düsseldorf wird erstmals der "Helmut Käutner-Preis" verliehen, ein Preis, der mit 100.000 Mark dotiert ist für Persönlichkeiten, die "durch ihr Schaffen die Entwicklung der deutschen Filmkultur nachdrücklich unterstützt und beeinflusst, ihr Verständnis gefördert und zu ihrer Anerkennung beigetragen haben". Die erste Preisträgerin ist Lotte H. Eisner (Filmhistorikerin). Die Laudatio hält Werner Herzog. Der alle 2 Jahre vergebene Preis geht in den folgenden Jahren an Wolfgang Staudte (posthum), Bernhard Wicki (1986), Hilmar Hoffmann und Ulrich Gregor (1988), Wolfgang Kohlhaase (1990), Hildegard Knef (1992), Hanns Eckelkamp und Enno Patalas (1995), Rudolf Arnheim (1999), Hannelore Hoger (2001), Wim Wenders (2004), Dieter Kosslick (2007) und Christoph Schlingensief (2009).
Anmerkung: Wolfgang Kohlhaase wird beim Deutschen Filmpreis 2011 mit dem Ehrenpreis für hervorragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.
15. März: Neuer ZDF-Intendant wird Dieter Stolte.
29. März: Thomas Gottschalk präsentiert die neue ZDF-Show Na sowas! als 45minütige Live-Sendung mit prominenten Gästen, Kuriositäten und Musik.
Z 29. März: Der Komponist Carl Orff stirbt 86jährig in München. Orff hat etliche Opern geschrieben und wurde durch sein musikalisches Schulwerk bekannt.
1. April: Das ZDF sendet das neue Feierabendmagazin "tele-illustrierte". Halbstündiges Nachmittagsmagazin mit Berichten, Service, Talk und Musik; von 1982 - 1986 moderiert von Ilona Christen.
Z 2. April: Streitkräfte aus Argentinien besetzen die britische Kronkolonie Falkland-Inseln, für die Argentinien die Souveränität beansprucht. Die britische Regierung bricht die diplomatischen Beziehungen zu Argentinien ab und beschließt, 3 Tage später Marinetruppen zu den Inseln zu schicken. Am 25. April erobern britische Truppen die von Argentinien besetzte Insel Süd-Georgien zurück. 20./21. Mai: Britische Truppen landen auf den Falkland-Inseln. 14. Juni: Die Befehlshaber der argentinischen Truppen auf den Falkland-Inseln unterzeichnen die bedingungslose Kapitulation vor den Briten. (siehe auch Falkland-Krieg)
Z 10 Mai: Der deutsche Schriftsteller Peter Weiss stirbt in Stockholm im Alter von 65 Jahren.
12. Mai: ARD-Ausstrahlungsbeginn von Schwarz Rot Gold (NDR), einer Krimiserie von Dieter Meichsner in der Regie von Dieter Wedel.
16. Juni - Abschied von Rainer Wernder Fassbinder: Trauerfeier für Rainer Werner Fassbinder auf dem Münchner Südfriedhof in Perlach. 90 Minuten lang erklingt Musik: Kompositionen von Peer Raben und Songs, die Fassbinder liebte. Peter Buschka, SZ, 18.6.82: "...eine Mischung, die jedes Pathos sofort im Keim erstickte und statt dessen dazu aufforderte, sich Bilder ins Gedächtnis zu rufen."
26. Juni - Deutscher Filmpreis: In Berlin bekommt die Firma BIOSKOP für den Film Die bleierne Zeit das Filmband in Gold. Filmbänder in Silber gehen an die Filme Das Boot, Fitzcarraldo, Das letzte Loch, Lola, Die Nacht des Schicksals, Der Zauberberg, Berliner Stadtbahnbilder und Von Richtern und anderen Sympathisanten. Für 'hervorragendes und langjähriges Schaffen im deutschen Film' werden u.a. die Unterzeichner des Oberhausener Manifestes und Luis Trenker ausgezeichnet.
Z 9. August: Der zweitgrößte bundesdeutsche Elektrokonzern, die AEG-Telefunken, beantragt das gerichtliche Vergleichsverfahren. Bis dahin ist dies der größte Firmenzusammenbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
18. bis 27. August - Festival Venedig: Jubiläum. 50. Biennale. Aus diesem Grund werden 11 Regisseure für ihr Gesamtwerk mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet, auch ein deutscher: Alexander Kluge. Im Wettbewerb ist die Bundesrepublik mit drei Filmen vertreten: Der Stand der Dinge, Fünf letzte Tage, Querelle. Wim Wenders erhält für Der Stand der Dinge den Goldenen Löwen.
22. September: In Hessen streiten sich der HR und die »Grünen« um die Teilnahme der »Grünen« an der Fernsehdiskussion »Vier Tage vor der Wahl«.
Z September: Der erste Commodore 64 (PC) kommt auf den Markt.
Z 1. Oktober: Nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) wird Helmut Kohl zum neuen Bundeskanzler gewählt.
27. Oktober: Die ARD zeigt die Dokumentation Am Anfang war doch nicht der Pflasterstein, in der jugendliche Hausbesetzer zu Wort kommen.
27. - 31. Oktober: Bei den >Hofer Filmtagen< gibt es nur einen herausragenden Film: Das Gespenst von Herbert Achternbusch. Die Brisanz dieses Films wird in Hof noch nicht erkannt.
Oktober: ZDF und ARD beginnen mit der Sendung »Videotext für alle«, die - im ZDF von Montag bis Freitag - zweimal nachmittags allen Zuschauern (auch denen, die ein Fernsehgerät ohne Zusatzteil besitzen) auf etwa 15 Informationstafeln eine Auswahl mit dem täglichen Videotext-Programm anbietet.
Z 2. November: Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts in Lübeck beginnt der Prozess gegen die 32jährige Gastwirtin Marianne Bachmeier (1950-1996), die 1981 im Gerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer siebenjährigen Tochter erschossen hat. Sie wird 1983 wegen Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Freitheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Rechte an "ihrer Geschichte" verkauft Frau Bachmeier an die Illustrierte "Stern". (Info auf www.hdg.de)
Z 10. November: Leonid I. Breschnew stirbt in Moskau. Nachfolger als Chef der KPdSU wird Jurij Andropow, der am 9. Februar 1984 stirbt. Am 13. Februar 1984 wird als sein Nachfolger der 72jährige Konstantin Tschernenko gewählt, der am 10. März 1985 stirbt. Daraufhin wird am 11. März 1985 Tag der 1931 geborene Michail Gorbatschow vom Zentralkomitee der KPdSU zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt.
Z 12. November: Die Umweltschutzorganisation "Robin Wood" (Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt) wird ins Leben gerufen.
22. November: Mit der 133. Folge moderiert Ilja Richter zum letzten Mal seine DISCO im ZDF.
10. Dezember: In den bundesdeutschen Kinos läuft der Steven Spielberg-Film "E.T. - der Außerirdische" an. Der Film entpuppt sich als Riesen-Kassenschlager; er erzählt die melancholische Geschichte eines merkwürdigen außerirdischen Wesens, das seine Artgenossen auf der Erde versehentlich zurückgelassen haben. Er schließt Freundschaft mit einem kleinen Jungen und kann schließlich doch seine Heimreise antreten.
O h n e D a t u m / S o n s t i g e s In Anlehnung an das Schicksal der Sybille Schmitz realisiert Rainer Werner Fassbinder Die Sehnsucht der Veronika Voss mit Rosel Zech, Annemarie Düringer, Hilmar Thate und Cornelia Froboess.
Hans Jürgen Syberberg versucht in Parsifal, das Wagner‘sche Bühnenweihfestival ins Filmische zu transponieren. Edith Clever spielt die Kundry.
Querelle - Ein Pakt mit dem Teufel, mit Rolf Zehetbauers Dekorationen in Berlin abgedreht, ist Rainer Werner Fassbinders letzter Film. Er stirbt am 10. Juni.
Tankred Dorst dreht Eisenhans.
Für Peter Stripps und Klaus Emmerichs zehnteilige Serie Rote Erde wird auf dem Bavaria-Filmgelände eine komplette Zechensiedlung errichtet.
B R A V O - O T T O - Leserwahl 1982 Kategorie männliche Filmstars: Gold Max Caulfield, Silber Adriano Celentano, Bronze Arnold Schwarzenegger Kategorie weibliche Filmstars: Gold Michella Pfeiffer, Silber Ornella Muti, Bronze Farrah Fawcett Kategorie Sängerinnen: Gold: Nena, Silber: Kim Wilde, Bronze: Frida Kategorie Sänger: Gold: Shakin' Stevens, Silber: F. R. David, Bronze: Peter Maffay Kategorie Beat-Gruppen: Gold: Spider Murphy Gang, Silber: ABBA, Bronze: BAP Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Victoria Principal, Silber Jutta Speidel, Bronze Linda Gray Kategorie TV-Stars männlich: Gold Patrick Duffy, Silber Lewis Collins, Bronze Martin Shaw Kategorie Sportler: Gold Karl-Heinz Rummenigge, Silber Pierre Littbarski, Bronze Toni Schumacher Kategorie Sportlerinnen: Gold Ulrike Meyfarth, Silber Tina Riegel, Bronze Denise Biellmann
B
a m b i - S i e g e r - Dr. Antje Schaeffer-Kühnemann für ihre Medizin-Sendungen - Schauspielerin Eliska Balzerova - Schauspieler Joachim Fuchsberger - Schauspielerin Linda Gray ("Dallas") - Michael Lumley für die Live-Übertragung der Hochzeit von Charles und Diana - Otto Waalkes - Patrick Bach (Nachwuchs) - Stefan Heym (Autor des Buches "Collin") - Wolfgang Rademann (Produzent)
Gewinner der "Goldenen Kamera" von HörZu 1982
L i t e r a t u r "Die Oberhausener - Diekholzen: Regie". 215 S. - "Rekonstruktion einer Gruppe 1962 - 1982". Aus welcher Situation heraus haben die 26 Unterzeichner des Oberhausener Manifestes damals gehandelt. Was ist aus ihnen geworden? Wie beurteilen sie die Situation des Films 20 Jahre danach. Der Autor hat die noch Lebenden befragt und zum Teil sehr aufschlussreiche Antworten bekommen.
E i n i g e F i l m e d e s J a h r e s
Die Sehnsucht der Veronika Voss
(R: Werner Herzog)
(R, DA: Werner Nekes)
Die weiße Rose (R: Michael Verhoeven)
(R: Wim Wenders)
(R, DA: Herbert Achternbusch)
(R, DA: Hans Jürgen Syberberg)
(R: Fassbinder, DA: Fassbinder/Driest)
Schlager- und Pophits des Jahres 1982 One of us - ABBA Skandal im Sperrbezirk - Spider Murphy Gang Der Kommissar - Falco Maid of Orleans - OMD Words - F. R. David Adios Amor - Andy Borg Do You Really Want To Hurt Me - Cultur Club Carbonara - Spliff Goldener Reiter - Joachim Witt Der blaue Planet - Karat I Love Rock'n'Roll - Joan Jett & The Blackhearts Yazoo - Don't Go
G e b u r t s t a g e 10.02. Tom Schilling, Schauspieler 03.08. Robert Stadlober, Schauspieler
G e s t o r b e n 7. März: Konrad Wolf, Regisseur Sohn des Schriftstellers Friedrich Wolf. Er war eine herausragende Persönlichkeit im Kulturleben der DDR und ihr wichtigster Filmregisseur. Er stellte Fragen nach der Vergangenheit und reagierte auf die Gegenwart. Die Filmhochschule in der ehemaligen DDR gab sich seinen Namen.
29. Mai: Romy Schneider, Schauspielerin Tochter von Magda Schneider und Wolf Albach-Retty. Sie spielte, nachdem sie ihre deutsch-österreichische Phase von 1953 - 1958 beendet hatte, fast ausschließlich in französischen/italienischen Produktionen mit unter z.B. Luchino Visconti, Orson Welles, Otto Preminger, Joseph Losey und Claude Saudet.
10. Juni: Rainer Werner Fassbinder, Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Kameramann, Cutter, Ausstatter, Komponist
18. Juni: Curd Jürgens, Schauspieler
Geboren am 13. Dezember 1915 in München als Sohn eines Hamburger Exportkaufmanns und einer Südfranzösin. Seine Eltern hatten sich am Petersburger Zarenhof kennengelernt. Aufgewachsen aber ist er in Berlin, wo er auch sein Abitur machte. Nach einer kurzen Gastrolle beim Berliner "8 Uhr Abendblatt" nahm er Schauspielunterricht bei Walter Janssen, der bei seinem finanzschwachen Schüler auf ein Honorar verzichtete. Diplomat hatte er werden sollen. Doch den Wunsch der Eltern ignorierte Curd Jürgens wohl aus gutem Grund. Denn unauffällige Zurückhaltung zeichnete ihn nicht gerade aus. Curd Jürgens suchte das Rampenlicht und fand es auch. Schon 1935 - er hatte in Berlin nach der Schule zunächst als Zeitungsreporter gearbeitet und dann Schauspielunterricht genommen - bekam er eine Hauptrolle beim Film: In der Romanze Königswalzer spielte er den jungen Kaiser Franz Joseph. Mit seiner stattlichen Gestalt, den blonden Haaren und den blauen Augen galt Curd Jürgens in den folgenden Jahren als Idealbesetzung für den leicht unterkühlten, schönen Aristokraten. Auf der Bühne hingegen entwickelte er sich zu einem vielseitigen Schauspieler und brillierte ab 1941 am Wiener Burgtheater, dessen Ensemble er dann - mit Unterbrechungen - über vierzig Jahre angehörte. Es war seine Darstellung des Wehrmachtsfliegers Harras in der Zuckmayer-Verfilmung Des Teufels General, die ihn 1955 über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt machte und endgültig zeigte, wie gut er auch zweifelhafte Charaktere spielen konnte. Fortan war Curd Jürgens ein international gefragter Filmstar. Er spielte an der Seite von Ingrid Bergman, Peter O'Toole und Robert Mitchum, glänzte in seinen Rollen als raubeiniger Offizier oder edler Gauner und gab 1977 eine eindrucksvolle Vorstellung als James Bonds Gegenspieler in Der Spion, der mich liebte. Der "normannische Kleiderschrank", wie ihn seine Filmpartnerin Brigitte Bardot einmal nannte, sorgte nicht nur durch seine Leinwandauftritte für Schlagzeilen: Er war fünfmal verheiratet und lebte auch sonst ausgiebig und in großem Luxus. Das Publikum nahm es ihm nicht krumm, sondern verehrte ihn bis zuletzt als einen der wenigen großen Stars des deutschen Films. Auch, weil er mit entwaffnendem Charme zu seinem Ruf des Draufgängers stand. "60 Jahre und kein bisschen weise" heißt das Lied, in dem Curd Jürgens sich einmal selbst besungen hat. (Quelle: Einige Informationen: zdf.de) Seine 1976 veröffentlichten Memoiren hatten den Titel "...und kein bißchen weise".
5. August: Dieter Borsche, Schauspieler Eigentlich: Dieter Albert Eugen Rollomann, wurde geboren: 25. Oktober 1909 in Hannover. Sein Vater war Musiklehrer und Kapellmeister der Städtischen Oper, seine Mutter war Sängerin, kam also aus einer musikalischen Familie. Er nahm Tanzunterricht bei Ivonne Georgi und Harald Kreutzberg und tanzte fünf Jahre (bis 1935) bei der Städtischen Oper in Hannover. Dazu kam Schauspielunterricht, sein erstes Engagement erhält er in Weimar. Weitere Theaterstationen waren 1935 Kiel, 1939 bis 1942 Danzig und 1944 Breslau. Nach Kriegsende holte ihn Bernhard Minetti, den er in München trifft, wieder nach Kiel zurück, wo er von 1947 bis 1959 Oberspielleiter wurde. Sein Filmdebüt gab Borsche 1935 in der Filmklamotte Alles weg'n dem Hund (Regie: Fred Sauer). 1938 wurde sein Film Die preußische Liebesgeschichte von Goebbels verboten, der Film kam aber 1945 (andere Quellen 1950) unter dem Titel Liebeslegende erneut in die Kinos. Als Borsche 1935 seine Filmkarriere startete, sah man in ihm zunächst den jugendlichen Liebhaber. Aber jugendliche Galane lagen ihm nicht so sehr und man konnte erst 1949 die eigentlichen Qualitäten von Borsche sehen, zunächst als Geistlicher in Nachtwache (1949, Regie: Harald Braun); hier spielt er einen Ex-Flieger und katholischen Kaplan von Imhoff, der seinem protestantischen Amtsbruder aus einer Lebens- und Glaubenskrise hilft. Er spielte in der Thomas-Mann-Verfilmung Königliche Hoheit (1953). Borsche spielte in der Folgezeit immer wieder an diversen Theaterbühnen, so z.B. 1963 in Berlin als Papst Pius XII. in Hochhuths Der Stellvertreter. Borsche konnte im Alter von vierzig Jahren immer noch Studenten, junge Ärzte und junge Adlige spielen. In der Adenauer-Äre wurde Sauberes und "Anständiges" verlangt und das konnte Dieter Borsche anbieten; seine Traumpartnerinnen waren Maria Schell und Ruth Leuwerik. In den 60er-Jahren nahm er auch Schurkenrollen an und glänzte in Edgar-Wallace-Filmen wie Die toten Augen von London und Der schwarze Abt. Seine Popularität erreichte 1969 noch einmal einen Höhepunkt mit dem 3teiligen Fernsehkrimi Das Halstuch von Francis Durbridge. Borsche
litt seit 1944
an Muskelschwund und er konnte auf der Bühne oft nur noch wenige Schritte gehen.
Er lebte zuletzt in dritter Ehe mit der Schauspielerin Ulla Willich
in Nürnberg,
wo er am 5. August 1982 starb. Sein Sohn ist der Kameramann und
Regisseur Kai Borsche.
12. September: Franz Grothe, Komponist 1908 wurde Franz Grothe in Berlin geboren, und die Musik wurde ihm beinahe "in die Wiege" gelegt. Sein Vater war Pianist und Vertreter der Pianoforte-Fabrik Blüthner, die Mutter Konzertsängerin. Mit fünf Jahren erhielt Grothe Violinunterricht. Ein Jahr später begann er mit dem Klavierspielen. Bereits im zehnten Lebensjahr entstanden erste Kompositionen. Vergleichsweise rasch begann er sein Studium an der Berliner Musikhochschule und sollte sechszehnjährig Pianist einer Jazzband werden. Dann bereitete Hugo Hirsch 1926 die Revue "Wieder Metropol" mit Hans Albers und Max Hansen vor. Franz Grothe arrangierte die Musiknummern. Eine steile Karriere begann, viele Filmmusiken entstanden. Grothes wichtigste Filme in dieser Zeit waren solche mit Willi Forst und Martha Eggerth. 1938 komponierte er zum ersten Mal die Musik zum Curt Goetz-Film Napoleon ist an allem schuld. Nach 1950 begann mit dem Film Frauenarzt Dr. med. Hiob Prätorius eine Serie von Curt-Goetz-Filmen. Mit dem Regisseur Kurt Hoffmann verband Grothe eine langjährige Freundschaft. Grothe schuf die Filmmusiken u.a. zu Ich denke oft an Piroschka, Das Wirtshaus im Spessart sowie Wir Wunderkinder. Seit 1965 war Grothe ständiger musikalischer Leiter in der beliebten Fernsehsendung Der blaue Bock. Hier konnte er viele neue Lieder schreiben unter anderem für Rudolf Schock, Erika Köth, Renate Holm oder Willy Hoffmann.
7. November: Bully Buhlan, *1924 Schlagersänger, Jazzsänger, Pianist und Schauspieler
27. Dezember: Erwin Bootz, *1907 Pianist der legendären Berliner Musiker-Ensembles "Comedian Harmonists".
Von hier aus sind folgende Webseiten zu erreichen: www.cinegraph.de (Film Napoleon ist an allem schuld) www.cyranos.ch (über Mart(h)a Eggert) http://engstfeldfilm.de (Film Von Richtern und anderen ...) www.eberhardfechner.de (über die Comedian Harmonists) www.filmportal.de (Film Eine deutsche Revolution) www.filmportal.de (Film Romanze mit Amelie) www.filmportal.de (Film Eisenhans) www.filmportal.de (Ulrich Thein) www.filmportal.de (über Hermann Zschoche) www.filmportal.de (Film Bürgschaft für ein Jahr) www.filmportal.de (Film Des Teufels General) www.filmportal.de (über Katrin Saß) www.filmportal.de (über Dieter Borsche) www.filmportal.de (Film Die bleierne Zeit) www.filmportal.de (Film Des Teufels General) www.filmportal.de (Film Die preußische Liebesgeschichte) www.filmportal.de (Film Königliche Hoheit) www.filmportal.de (Film Frauenarzt Dr. med. Hiob Prätorius) www.filmgalerie451.de (Film Normalsatz) www.hdg.de (über Peter Weiss) www.jamesbondfilme.de (Der Spion, der mich liebte) http://krimiserien.heimat.eu (TV-Film Das Halstuch) http://kulturarchiv.fh-hannover.de (Film Wir Wunderkinder) www.murnau-stiftung.de (Film Königswalzer) www.rolf-krekeler.com (über Curd Jürgens) www.romy.de (HP der Künstlerin) http://www.sikorski.de (über Franz Grothe) www.steffi-line.de (über Bernhard Minetti) wikipedia (TV-Serie Schwarz - rot - gold) http://100schlager.wordpress.com (über Bully Buhlan)
Einige Filme, die auf dieser Seite erwähnt werden (...und bei Amazon bestellt werden können)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet am 26. Dezember 2011 |