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Karin Brandauer Regisseurin Autorin
Geboren
am 14.10.1945 in dem steiermärkischen Dorf Altaussee Gestorben am 13.11.1992 an einer Krebserkrankung Heiratete 1963 ihre Jugendliebe, den Schauspieler Klaus Maria Brandauer, aus dieser Ehe stammt der Sohn Christian (geb. 1964), heute Komponist.
Karin Brandauer studierte Regie an der Wiener Filmhochschule, wo sie 1975 mit einem Diplom (Regie) ihr Studium abschloss. Zu mehr als 40 TV-Produktionen führte sie Regie und schrieb oft auch das Drehbuch. Karin Brandauer hat sich durch ihre Filme fast zu einer Chronistin der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts entwickelt.
Ihr Film Der Weg ins Freie (1983) versucht, Arthur Schnitzlers Roman über die großbürgerliche Wiener Gesellschaft nach der Jahrhundertwende in blassen Farben, mit in den Emotionen zurückgenommenen Schauspielern als "die verblichene Photographie einer blutleeren Gesellschaft" (B.) zu inszenieren; dagegen den zur gleichen Zeit spielenden, gleichfalls gesellschaftlichen Niedergang beschreibenden, dänischen Roman Das Totenreich (1986) von Henrik Pontoppidan mit expressiveren, farbigeren, von Edvard Munch inspirierten Ausdrucksmitteln. Einstweilen wird es Mittag oder Die Arbeitslosen von Marienthal (1988) nutzt eine 1933 Aufsehen erregende wissenschaftliche Untersuchung Wiener Soziologen über den österreichischen Ort Marienthal, um heutigen Zuschauern die Auswirkung einer von keinem "sozialen Netz" gemilderten Arbeitslosigkeit auf die Menschen vor Augen zu führen. Das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit Heide Kouba. Drehorte waren Gramatneusiedl und die 1852 gegründete Papierfabrik Schlöglmühl in der Gemeinde Payerbach (Niederösterreich). Der Film wurde unter dem Titel »Einstweilen wird es Mittag…« erstmals am 1. Mai 1988 gesendet.
Ein Sohn aus gutem Hause (1989) porträtiert nach dem 1934 erschienenen Roman von Karl Tschuppik die österreichische Führungsschicht am Vorabend des Ersten Weltkrieges aus dem Blickwinkel eines heranwachsenden Adeligen: "B. entfacht keine feurigen Gefühle, bleibt nüchtern und klarsichtig. Vermieden wird ein platter nostalgischer Kostümfilm. Auf Erklärungen wird weitgehend verzichtet. Alles wird zum Bild". Marleneken (1990) erzählt in 2 Teilen die Geschichte einer 50-Jährigen, die ihr halbes Leben in der DDR verbracht hat: "Soviel Ruhe und Konsequenz bei der Entwicklung der Personen, so eine Souveränität in der Führung der Schauspieler sieht man im Fernsehen nicht alle Tage" (Nikolaus von Festenberg, Der Spiegel). Verkaufte Heimat (1990) zeichnet, dem Buch von Felix Mitterer folgend, die willkürlichen Umsiedlungen in Südtirol von Ende der 30er Jahre bis zum Kriegsende nach, "emotional verständlich... ohne sentimental zu werden" (Thomas Thieringer, FR). Sidonie (1990) schildert nach der Erzählung von Erich Hackl die Geschichte eines Zigeuner-Findelkindes, das als Neunjährige von 'überdeutsch' forschen österreichischen Nazis den Pflegeeltern entrissen wird und in Auschwitz endet.
Karin Brandauer erlag am 13. November 1992 einem Krebsleiden. Die Yolanda and David Katz Faculty of the Arts der Tel-Aviv University richtete 2002 den Karin Brandauer Extraordinary Chair for Visiting Professors in Theatre, Film and Television ein; außerdem gibt es seit 1998 einen Karin-Brandauer-Fonds zur Unterstützung des Karin Brandauer-Lehrstuhls sowie des Projekts »Krebsprävention« am Krebszentrum der Universität Tel Aviv. (Quelle: teilweise aus http://agso.uni-graz.at und wikipedia)
Auszeichnungen1987: Erich-Neuberg-Preis für Erdsegen 1990: Sonderpreis bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels für Sidonie 1990: Bayerischer Fernsehpreis für die Fernsehfilme Marleneken (ZDF) und Verkaufte Heimat (ORF/NDR) 1991: Romy Jurypreis für Beste Regie 1991: Goldene Kamera für Marleneken (ZDF)
Fremde Links: www.film.at (Film Der Weg ins Freie)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 05/2011 |