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Der
Kunstfehler 1983
Inhalt An einem Sonntag wird der Oberarzt Dr. Dorlach in die Klinik gerufen, unerwartet liegt dort Frau Bahlke, eine Mutter von drei Kindern, im Koma. Jede Hilfe kommt zu spät. Dr. Dorlach muss feststellen, dass die Patientin an den Folgen eines Diagnosefehlers stirbt. Angeregt durch die Assistenzärztin Dr. Ahrens, versucht er, den Chefarzt zu überzeugen, sich zu seinem Fehler zu bekennen, damit die Haftpflichtversicherung der Mediziner dem geschädigten Mann und den Kindern eine Abfindung zahlt. Zwar kann damit nicht die tote Mutter ersetzt werden, aber der Verlust, die Benachteiligung der Hinterbliebenen ließe sich mildern; eine Haushälterin könnte eingestellt werden, die Kinder könnten beim Vater aufwachsen.
Doch Chefarzt Mertens weigert sich aus Furcht, der Fall könnte an die Öffentlichkeit kommen und seinen Ruf, den Ruf des Krankenhauses ruinieren, das Vertrauensverhältnis Arzt/Patient untergraben. Mertens hat sich längst mit den Funktionären der Ärztevereinigung und den Kommunalpolitikern über den "Diagnosezwischenfall" geeinigt. Zum Wohle der Allgemeinheit hat es ihn nie gegeben.
Als schließlich Frau Dorlach, sie hat eine eigene Kinderarztpraxis, erfährt, dass ihr Mann von seinem Chefarzt ein Schuldbekenntnis fordert, plädiert sie für Schweigen, um nicht die eigene Existenz in Gefahr zu bringen. Sie will glauben, dass das Leben behutsam die Probleme der unglücklichen Familie Bahlke löst. Und irgendwie schafft auch das Leben, der Alltag, Lösungen. Während die Dorlachs noch diskutieren, ob und wie Bahlke geholfen werden kann, sind dem Vater längst die Kinder aus dem Haus geholt worden. Ihm bleibt nur die Möglichkeit, die Tatsachen zu akzeptieren. (Quelle: Broschüre ARD-Fernsehspiel, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Januar bis März 1983)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |