Vorstadtkrokodile 1977
Inhalt Das
Krokodil ist das Erkennungszeichen der Krokodilerbande. Wer eine gefährliche
Mutprobe bestanden hat, wird aufgenommen und darf sich das Abzeichen an die Hose
nähen. Gespannt blicken die Jungen und Maria auf den First einer verfallenen
Ziegelei. Dort oben klettert Hannes hinauf, um seinen Mut zu zeigen. Es gelingt
ihm, doch beim Abstieg verliert er den Halt, rutscht ab und hängt hilflos an
der Dachrinne. Die Krokodile machen sich aus dem Staub und lassen Hannes allein.
Einer jedoch hat alles beobachtet, einer der nie sich an solchen Spielen wird
beteiligen können, der als Ausgeschlossener, ja Ausgestoßener dieser
Gesellschaft, nur von ferne teilhaben kann: der behinderte Kurt. Er ruft die
Feuerwehr, rettet Hans und gewinnt Achtung bei den Krokodilern, deren Misstrauen
gegenüber dem 'Krüppel' oder 'Spastiker', wie sie sagen, sich mehr und mehr
abbaut. Kurt wird ebenfalls in die Bande aufgenommen und hilft mit, drei
Einbrecher zu fangen, die seit Wochen Gesprächsstoff für die Vorstadtsiedlung
liefern. Vorstadtkrokodile
ist ein Film, der die Integrationsprobleme eines Behinderten aus
Sicht der
Betroffenen erzählt. Weil es sich dabei um Kinder im Alter zwischen 10 und 13
Jahren handelt, erscheinen die Vorurteile dem 'Rollstuhlfahrer' gegenüber mit
unvermittelter Brutalität, die Erwachsene stutzig macht. Weil es sich um einen
Kinderkrimi handelt, ist der Film für Erwachsene wie für Kinder unterhaltsam.
Und weil er am 1. Weihnachtstag gesendet wird, ist er eine Provokation gegenüber
programmierter und folgenloser Gefühlsduselei: Wir alle neigen dazu, die Augen
vor uns unbequemen Meinungen, Minderheiten und Vorgängen in dieser Gesellschaft
zu verschließen. Deshalb hat Max von der Grün seinem Buch einen treffenden
Untertitel gegeben: Eine Geschichte vom Aufpassen.
Links fremder Seiten: www.literatur-archiv-nrw.de (über Max von der Grün)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 27.11.2010 |