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Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1994
In Deutschland wurden 60 Spielfilme gedreht.
1. Januar: West3 beginnt mit der Ausstrahlung eines 24-Stunden-Vollprogramms. Das Nachtprogramm wird vor allem durch Wiederholungen bestritten. Im ZDF beginnt nach Aussage von Autor Robert Stromberger die letzte Staffel von Diese Drombuschs. Hauptdarsteller sind Witta Pohl und Günter Strack.
3. Januar: ARD-Ausstrahlungsbeginn des Boulevardmagazins Brisant (MDR, Sendeleitung: Jörg Howe) im Nachmittagsprogramm von 17.10 bis 17.40 Uhr. Die Sendung wird von ehemaligen Mitarbeitern kommerzieller Programmanbieter moderiert und ist auch in ihrem Erscheinungsbild vergleichbaren Boulevardmagazinen kommerzieller Anbieter angepasst. Auf RTL startet das Nachrichtenmagazin Nightline. Es wird werktags von 0.00 bis 0.30 Uhr ausgestrahlt und ist zentraler Bestandteil der von Helmut Thoma angekündigten »Informationsoffensive« von RTL.
4. Januar: Die ARD sendet eine neue Staffel der Erfolgsserie Liebling - Kreuzberg in der Regie von Werner Masten. Autor der Serie ist Ulrich Plenzdorf, der Jurek Becker ablöst.
14. Januar: RTL-Ausstrahlungsbeginn der Comedy-Sendereihe Cheese, moderiert von Hape Kerkeling.
14. Januar - Bayerischer Filmpreis: Es werden zehn Preise vergeben: u.a. an den Regisseur Wim Wenders und die Nachwuchsregisseurin Katja von Garnier, die Darstellerin Katja Riemann und den Nachwuchsdarsteller André Eisermann. Bernd Eichinger bekommt den Produzentenpreis und Vicco von Bülow (Loriot) erhält den Ehrenpreis.
15. Januar: Die ARD übernimmt die subversive satirische Sendereihe Schmidteinander (WDR), von und mit Harald Schmidt und Herbert Feuerstein, die bereits im Dritten Programm des WDR sehr erfolgreich gelaufen ist.
10. Februar: SAT.1 eröffnet die Krimiserie Schwarz greift ein. Ex-Fahnder Klaus Wennemann spielt einen ehemaligen Polizisten, der nun als Priester immer noch in Kriminalfällen ermittelt.
10. bis 21. Februar - Berlinale: Die beiden deutschen Wettbewerbsbeiträge Alles auf Anfang von Reinhard Münster und Der Blaue von Lienhard Wawrzyn gehen leer aus. Zu den deutschen Beiträgen im 'Forum' gehören u.a. Ab nach Tibet von Herbert Achternbusch. Ehrengast ist Sophia Loren.
21. März - deutscher Kurzfilm erhält Oscar: Der Kurzfilm Schwarzfahrer von Pepe Danquart wird mit einem OSCAR belohnt.
26. März: Der Hamburger Autor und Regisseur Max Färberböck (Schlafende Hunde) präsentiert im ZDF Bella Block - Die Kommissarin. Inhalt der ersten Episode: Bella Block (gespielt von Hannelore Hoger), langjährige und erfolgreiche Kommissarin bei der Hamburger Mordkommission, fährt, weil sie endlich Urlaub machen will, in die Ferien aufs Land. Hier, wo auf den ersten Blick noch alles intakt ist, wird sie in die Tragödie ihrer Nachbarn hineingezogen. Der Bauer Werner Petersen vermutet, von dem Geschäftsmann und Gönner der Familie, Erich Schatthauer, um sein Haus und sein Ackerland betrogen worden zu sein. Doch niemand glaubt ihm. Als Petersen auch noch sieht, dass seine Frau ihn verlassen möchte und Tochter Lissi den mutmaßlichen Betrüger bewundert, läuft er Amok. Für das Dorf und die Polizei ist der Fall mit der Diagnose "Depression" abgeschlossen, aber für Bella Block fängt er erst an..."
9. Juni: Das RTL-»Nachtjournal« strahlt ein Interview mit der Mutter des kleinen Kevin aus, die gerade die Nachricht von der Ermordung ihres Sohnes erhalten hat. Ein Reporter befragt die offensichtlich unter Schock stehende Frau nach ihren Rachegefühlen. Dieses Interview löst heftige Proteste aus und führt zu einer Anzeige beim Presserat.
9. Juli - Deutscher Filmpreis: In Berlin gehen drei Filmbänder in Gold an den Film Kaspar Hauser von Peter Sehr mit André Eisermann in der Hauptrolle. Für den Wim Wenders Film In weiter Ferne so nah! gab es für den Kameramann Jürgen Jürges ebenfalls ein Filmband. Christiane Hörbiger bekam für ihre Rolle in dem Film Tafelspitz ebenfalls einen Preis. Für große Verdienste um den deutschen Film erhalten Günter Rohrbach und Fee Vailland 'Filmbänder in Gold'.
20. September: RTL beginnt mit der Ausstrahlung der Serie Doppelter Einsatz. Erzählt werden die Erlebnisse zweier Polizistinnen in Hamburg. Am gleichen Abend startet eine zweite Krimiserie Im Namen des Gesetzes. Zwei Kommissare und zwei Staatsanwälte ermitteln in Berlin gemeinsam gegen Verbrecher. Autor der Serie ist der Altmeister des deutschen Fernsehkrimis Harald Vock.
5. September: SAT.1 zeigt den Fernsehfilm Das Phantom - Die Jagd nach Dagobert in der Regie von Roland Suso Richter. Der Film erzählt von den zahlreichen Pannen der Polizeiermittlung gegen den Berliner Kaufhauserpresser Dagobert. Kurz vor Abschluss des Films wird »Dagobert« gefasst. Das Filmende muss umgeschrieben werden. Hauptdarsteller sind Dieter Pfaff und Jörg Gudzuhn.
29. Oktober: RTL-Ausstrahlungsbeginn der Surprise Show, moderiert von Linda de Mol. Nach dem Vorbild der »Rudi Carell Show« (ARD) werden hier Kandidaten »überraschend« ihre Herzenswünsche erfüllt.
1. November: Mit der Folge »Jenseits der Schattengrenze. Ein Vietnam-Soldat kann nicht vergessen« eröffnet das ZDF die Dokumentationsreihe 37 Grad.
5. November: Das ZDF zeigt den Fernsehkrimi Rosa Roth: In Liebe und Tod, nach einer Idee von Felix Huby, geschrieben von Matthias Herbert, in der Regie von Carola Rola. Die erste Folge: Rosa Roth (gespielt von Iris Berben) ist Kommissarin in der Berliner Mordkommission und wird mit dem wohl schwierigsten Fall ihrer Laufbahn konfrontiert: Bei einem Attentat auf den russischen Waffenhändler Raskow wird versehentlich ein 14-jähriges Mädchen erschossen. Kommissarin Roth wird mit den Ermittlungen betraut. Zusammen mit ihren Kollegen Kleinmann und Kubick versucht sie, den Attentäter zu finden, der selbst schwer verletzt wurde. Aber die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als erwartet, weil sie durch Steinkopf, Kriminaloberrat des LKA, das in eigener Sache hinter Raskow her ist, an allen möglichen Stellen behindert wird. Doch dann geschieht ein zweiter Mord, durch den Rosas Leben selbst in tragischer Weise betroffen wird. (Quelle: ZDF)
7. November: n-tv ändert sein Programmschema. Statt der bisherigen Nachrichten wird künftig eine Mischung aus »News plus Hintergrund, plus Interview, plus Wirtschaft« gesendet. Die Sendezeit der stündlichen Nachrichtensendung wird um 30 Minuten erweitert. Dann folgen jeweils 30 Minuten Talk-Shows, Analysen oder der tägliche Bericht »Villa Bonn«. Der Anteil der Wirtschaftsberichterstattung wird verstärkt.
28. November: RTL gibt aufgrund ständig sinkender Einschaltquoten sein Frühstücksfernsehen auf. Als Ersatz werden jugendorientierte Serien und Cartoons im 50minütigen Wechsel mit Kurznachrichten ausgestrahlt. RTL startet seine zweite Daily Soap Unter uns. Nach dem Vorbild der Lindenstraße und des Marienhofs werden Geschichten rund um die Bewohner des Hauses Schillerstr. 10 in Köln erzählt.
12. Dezember: SAT.1 stellt sein Frühstücksfernsehen ein. An diesen Sendeplatz tritt unter dem Titel »Brunch-TV« ein »unterhaltsames Vollprogramm«.
15. Dezember: RTL2-Ausstrahlungsbeginn des Nachrichtenmagazins »Die Redaktion«, moderiert von Joachim Steinhöfel. Die Sendereihe richtet sich an ein jugendliches Zielpublikum und informiert über aktuelle Themen und spannende Ereignisse. Auch die Arbeit der Journalisten selbst wird thematisiert.
18. Dezember: ARD-Ausstrahlungsbeginn von Jurek Beckers Serie Wir sind auch nur ein Volk. Die Programmdirektoren der ARD beschließen die Produktion einer Familienserie, die das Verständnis zwischen Wessis und Ossis verbessern soll, und betrauen den Autor Steinheim (Dietrich Mattausch) mit der Abfassung der Drehbücher. Für seine Recherchen stellt ihm Produzent Meister (Hans Korte) eine Ostfamilie als Studienobjekt zur Verfügung. Manfred Krug spielt den arbeitslosen Familienvater. Konflikte zwischen Westautor und Ostfamilie bleiben nicht aus. ODEON-Film schreibt: "Der schlitzohrige arbeitslose Ost-Berliner Benno Grimm (Manfred Krug) wird samt seiner Familie zum Studienobjekt des West-Schriftstellers Steinheim (Dietrich Mattausch); der Zuschauer durchschaut, was dem naiven Steinheim lange noch ein Rätsel bleiben wird: Realität muss inszeniert werden, damit sie in ihren tatsächlichen Ost-West-Unterschieden deutlich wird. Die Aufhebung dieser Ost-West-Entfremdung erfordert längere Zeiträume als politischer Voluntarismus es möchte. Eine Thematisierung von Ost-West-Vorurteilen, kurzweilig-überdreht gespielt und inszeniert, mit exzellenten Dialogen und dem unübertroffenen Witz des Autors Jurek Becker."
18. Dezember: Pro7 startet die Serie Der Gletscherclan. Erzählt wird von Intrigen und Leidenschaften der Industriellenfamilie Jauffenberg. Aufgrund niedriger Einschaltquoten wird die Serie vorzeitig abgesetzt.
21. Dezember: Die ARD zeigt die Dokumentation "Kirch Royal" über den Medienzar Leo Kirch und sein Imperium in der Reihe »Zeichen der Zeit«.
SAT.1 sendet den Fernsehfilm Robert darf nicht sterben in der Regie von Thomas Jacob. Das Melodram erzählt von dem Schicksal des schwerkranken Jungen Robert (Robert Grober), der sich den Hengst Blizzard wünscht. Nur der hartherzige Feinkosthändler Obermayr (Gerhard Lippert) könnte ihm diesen Wunsch erfüllen.
25. Dezember: Die ARD zeigt den ersten Teil des zweiteiligen Fernsehfilms von Axel Corti und Gernot Roll Radetzkymarsch nach dem gleichnamigen Roman von Josef Roth. In den Hauptrollen sind Max von Sydow und Tilman Günther zu sehen. Regisseur Axel Corti war kurz nach Abschluss der Dreharbeiten gestorben.
26. Dezember: Das ZDF beginnt mit der Ausstrahlung der Serie Frauenarzt Dr. Merthin mit Sascha Hehn als Hauptdarsteller. Am gleichen Abend beginnt das ZDF mit der Ausstrahlung einer weiteren Staffel der Erfolgsserie Das Traumschiff.
27. Dezember: Die ARD eröffnet eine Reihe von Kochsendungen mit Alfred Biolek und prominenten Gästen: Alfredissimo.
Ohne Datum
Die Bavaria Filmstadt feiert ihr 75-jähriges Jubiläum.
Am 31. Januar verlässt Günter Rohrbach nach 15 Jahren die Bavaria Film. Sein Nachfolger als Geschäftsführer für den Bereich Produktion wird Thilo Kleine.
Private Fernsehanbieter können jetzt als Auftraggeber gewonnen werden.
Für SAT.1 wird die Reihe Schwurgericht entwickelt.
Für RTL entstehen die Serie Und tschüss sowie erste TV-Romane, darunter Schneewittchens Baby und Weihnachten mit Willy Wuff, den zu Weihnachten mehr als sieben Millionen Zuschauer sehen.
13 Folgen von Gegen den Wind werden an Originalschauplätzen in St. Peter Ording an der Nordsee für das WWF produziert.
Die ARD will von 1995 an die Vorabendserie Marienhof täglich ausstrahlen. Die produktionstechnischen Voraussetzungen werden geschaffen.
In Nordrhein-Westfalen wird das Tochterunternehmen Colonia Media Filmproduktionsgesellschaft mbH gegründet. Geschäftsführer ist Dr. Georg Feil. Die erste Produktion ist die ARD-Vorabendserie Die Partner, die in Düsseldorf produziert wird.
Im Juni zieht der private Fernsehsender RTL2 in die Bavaria Filmstadt.
Im Herbst feiert Dominik Grafs Die Sieger Premiere.
Erfolgreich sind auch Fernsehfilme für das Erste: Veith von Fürstenbergs Tatort (Mord in der Akademie) sehen am 24. April 10,6 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 35,1 Prozent). Der Polizeiruf 110 - 1a Landeier, u.a. mit Inge Meysel, wird im Folgejahr sogar mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet.
L i t e r a t u r
"TV-Filmlexikon - Regisseure, Autoren, Dramaturgen 1952-1992", Egon Netenjakob, Fischer Cinema TB Nr. 11947, Fischer Taschenbuch-Verlag, März 1994, ISBN 3-59611947-2. (Mit dem Lesen dieses Taschenbuschs begann die Idee, dieses "Filmhaus" ins Leben zu rufen.)
E i n i g e F i l m e d e s J a h r e s
(R: Jan Schütte, DA: Schütte, Thomas Strittmatter) Isaak, Moshe und dessen Frau Genovefa unternehmen auf ihre alten Tage eine Schiffsreise von Brooklyn/USA nach Polen. Es wird eine Odyssee, die sie gegen ihren Willen nach Deutschland führt. Erinnerungen legen sich über Hoffnungen, Neue und Alte Welt gehen eine vertrakte Verbindung ein. Freundlich, lakonisch, traurig erzählen Schütte, Strittmacher und Mauch (Kamera), was Emigration als Verlust bedeutet.
Der bewegte Mann (R, DA Sönke Wortmann) Axel, von seiner Freundin vor die Tür gesetzt, landet in einer Schwulen-WG. "Die Situation gibt viel her, von schrillem Klamauk bis zu feiner Subtilität. Der Film handelt vom Wechselspiel zwischen kruden Scherzen und Nuancen, zwischen Klamotte und Komödie. Wortmann lässt sie aufeinanderprallen, die effeminierten Schwulen und die Macho-Schwulen und die Heteros, die Männer und Frauen (schrieb Hans Schifferle, epd Film, im Okt. 1994). Die beste Rolle spielt dabei Joachim Król. Mit 5 Millionen Besuchern der erfolgreichste deutsche Film des Jahres
Frauen sind was Wunderbares (R + DA: Sherry Horman) Eine Vierecksgeschichte, die an einem Hochzeitstag beginnt.
(1973/74, R + DA: Rainer Werner Fassbinder) Späte Kino-Erstaufführung eines RWF-Films, der aus technischen Gründen bisher nur dem Fernsehen vorbehalten war. Psychologisches Melodram. Darsteller: u.a. Margit Carstensen und Karlheinz Böhm
(R: Dominik Graf) Politthriller um ein Sondereinsatzkommando der Düsseldorfer Polizei im Kampf gegen Geldwäsche und Drogengeschäfte. Leider floppte der Film: Produktionskosten 12 Millionen Mark. Kinozuschauer in der Bundesrepublik: 200.000 !!!
G e s t o r b e n
03. Oktober 1994: Heinz Rühmann Schauspieler
Heinz Rühmann wurde am 7. März 1902 in Essen geboren. Eine seiner zwei großen Leidenschaften war das Fliegen, und die hätte ihn beinahe schon als Kind das Leben gekostet. Mit aufgespanntem Regenschirm in der Hand wollte der Sechsjährige aus dem fünften Stock des Elternhauses springen. "Wäre meine Mutter nicht erschienen", so erzählte er später, "hätten Film und Theater ohne mich auskommen müssen." So aber konnte der junge Heinz Rühmann auch seiner zweiten großen Leidenschaft intensiv nachgehen. Auf dem Gymnasium parodierte er seine Lehrer, spielte in der Theatergruppe und verließ die Schule vor dem Abitur, um Schauspieler zu werden. Nach kurzer Zeit hatte er erste Engagements in Breslau und Hannover und gelangte schließlich 1925 zu den Münchner Kammerspielen. Überall fiel er durch sein komödiantisches Talent auf - selbst in "unkomischen" Rollen, was seine Karriere zunächst behinderte. Doch in Komödien wie Der Mustergatte und Charleys Tante fand Rühmann zu seinem Stil. Der Erfolg brachte ihm Engagements an Berliner Bühnen ein, wo er unter Max Reinhardt auch an der Seite von Marlene Dietrich spielte. Im Film wurde Rühmann durch seine Rolle in Die Drei von der Tankstelle von 1930 schlagartig berühmt - und so vermögend, dass er sich ein Flugzeug kaufen konnte. Rühmann gehörte nun zu den ganz Großen, weil er zum Inbegriff des beherzten kleinen Mannes von der Straße geworden war, der es augenzwinkernd mit den Goliaths dieser Welt aufzunehmen verstand. Er bekam Hauptrollen in den großen Komödien und Tragikomödien der Ufa und war neben Hans Albers bald der bestbezahlte deutsche Filmschauspieler. Mit dem NS-Regime arrangierte er sich durch eine politisch weitgehend neutrale Haltung. Dementsprechend spielte er während des Krieges in harmlosen, der Zerstreuung dienenden Unterhaltungsfilmen, etwa in Quax, der Bruchpilot oder Die Feuerzangenbowle. Erst nach 1945 wechselte er ins Charakterfach. Er überzeugte im Hauptmann von Köpenick ebenso wie in der Dürrenmatt-Verfilmung Grieche sucht Griechin und meisterte nun auch am Theater ernste Rollen mit Bravour. Bis zu seinem Lebensende ein privat zurückhaltender und bescheidener Mann, wurde Heinz Rühmann zu einer Legende des deutschen Films. (aus: F. A. Brockhaus, Mannheim, Leipzig ©)
28. Februar: Jürgen von Alten Geboren am 12. Januar 1903, deutscher Filmschauspieler und Regisseur.
24. April: Margot Trooger Geboren am 2. Juni 1923 in Rositz/Thüringen. Besuch des Lyzeums, danach Handelsschule. In Innsbruck arbeitete sie als Sekretärin. 1945 ging sie nach München und nahm bis 1947 Schauspielunterricht bei Eva Fiebig, Siegfried Süßenguth und Ernst Fritz Fürbringer. In der Rolle des Mädchen gab sie ihr Debüt in Hoffmannsthals "Der Tor und der Tod" zur Eröffnung des Theaters in Bamberg, 1946. Ihr erstes festes Engagement erhielt sie 1947 in Bremen an den Kammerspielen. Nach einer schweren Krankheit kam sie 1948 nach Stuttgart. Von 1950 bis 1952 spielte sie am Kleinen Theater in Baden-Baden und arbeitete beim Südwestfunk. Weitere Stationen waren Wuppertaler Bühnen, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Schiller- und Schloßparktheater in Berlin unter Boleslaw Barlog, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Bayerisches Staatsschauspiel München, Münchner Kammerspiele und Schauspielhaus Zürich. Sie wirkte in über 40 Film- und über 140 Fernsehproduktionen mit. 1964 Scheidung von dem Bühnenbildner Jörg Zimmermann. Margot Trooger hat eine Tochter, Sabina Trooger, die ebenfalls Schauspielerin ist. 1977
zog sich Margot Trooger, die an der unheilbaren Lungenfibrose litt, von
der Schauspielerei zurück, machte aber Anfang der 90er Jahre noch
einmal als Schriftstellerin mit dem Lyrikband "Sommer, Wiesen,
Winterwälder – Geschichte vom Dasein" auf sich
aufmerksam. Mir ist Margot Trooger immer noch! in Erinnerung als "Sonne" in Peterchens Mondfahrt von 1959.
Eine Kino- und TV-Filmauswahl: Ihr Debüt beim Film gab sie 1952 in Lockende Sterne an der Seite von Rudolf Prack. Die Bernauerin (1958, Regie: Gustav Rudolf Sellner), Die Dame in der schwarzen Robe und Der Kirschgarten (1960 und 1966, beide Regie: Peter Zadek), Das lange Weihnachtsmahl (1962, Regie: Walter Rilla, nach Wilder), Das Halstuch (1962, Regie: Hans Quest), Die spanische Puppe (1967, Regie: Helmut Käutner), Eine Gefangene bei Stalin und Hitler (1968, Regie: Paul May), Tatort - Wodka Bitter Lemon (1974, Regie: Franz-Peter Wirth).
26. Juni: Ernst Schröder Deutscher Film- und Theaterschauspieler Ernst Schröder wurde am 27. Januar 1915 als Sohn eines Schneidermeisters in Wanne-Eickel in Westfalen geboren. Nach der Schule nahm er Schauspielunterricht bei Saladin Schmitt in Bochum. Am Bochumer Schauspielhaus begann er 1934 als Schauspieler und Regieassistent. Ernst Saladin waren allerdings seine Bühnenbildentwürfe aufgefallen, denn Ernst Schröder war als Bühnenassistent beschäftigt. Aber immer mehr fiel das außerordentliche Schauspieltalent auf und so entschloss sich Saladin, ihn als Schauspieler einzusetzen. Ernst Schröder hatte also seine erste Rolle als Zwerg im Immermann-Drama "Merlin". 1936/37 spielte er an den Städt. Bühnen Bielefeld, 1937/38 an den Bühnen in Kiel. Nach dem Reichsarbeitsdienst kam er 1938/39 an das Schiller-Theater Berlin, dem er nach seiner Soldatenzeit (1940-42) erneut von 1942 bis zur Schließung aller Bühnen (1944) angehörte. 1944/45 wurde er erneut zum Kriegsdienst eingezogen. Die amerikanische Kriegsgefangenschaft war überstanden und Ernst Schröder begann
1945 begann er am Hebbel-Theater und leitete dort von 1946 bis 1948 dort die Schauspielschule. 1948 übernahm der die Direktion des Rheingau-Theaters. Verschiedene Theaterstationen bis 1983 (Tribüne Berlin, Theater am Kurfürstendamm Berlin, Münchner Kammerspiele, Renaissancetheater Berlin, Schauspielhaus Zürich, Freie Volksbühne Berlin. Von 1949 - 1951 hatte er einen Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin, seit 1956 ist Ernst Schröder ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. In den 50er- und 60er-Jahren drehte er zahlreiche Spielfilme. Auch im Fernsehen war er präsent. Er was des öfteren die deutsche Stimme von Spencer Tracy. Veröffentlichung der Bücher "Die Arbeit des Schauspielers" (1966) und "Das Leben verspielt" (1978). Am
26. Juli 1994 schied Ernst Schröder im Alter von 79 Jahren in
einem Berliner Krankenhaus freiwillig aus dem Leben, indem er sich aus
dem vierten Stock gestürzt hatte. Zwei Jahre zuvor hatte er der
Akademie der Künste in Berlin persönlich sein künstlerisches Archiv
übergeben. Einige Filme (Kino und TV) mit Ernst Schröder: Kino: Ohm Krüger (1940, Regie: Hans Steinhoff), Liebe ohne Illusion (1955, Regie: Erich Engel), Der 20. Juli (1955, Regie: Falk Harnack), Mein Schulfreund (1960, Regie: Robert Siodmak), Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964, Regie: Hugo Fregonese). TV: Abendstunde im Herbst (1960, Regie: Rudolf Noelte), Das Leben des Galilei (1962, Regie: Egon Monk), Die Flucht nach Holland (1967, Regie: Ludwig Cremer), Derrick - Das Bordfest (1976, Regie: Alfred Weidenmann), Die Eingeschlossenen von Altona (1980, Regie: Pinkas Braun), Der Aufstieg - Ein Mann geht verloren (1980, Regie: Peter Patzak), TV-Serie Lorentz und Söhne (1988, Regie: Claus Peter Witt).
Regisseur, Produzent Der Regisseur und Filmproduzent Gottfried Reinhardt wurde 1913 in Berlin geboren. Nach seinem Abitur war er zunächst als Schauspieler und Regisseur im Deutschen Theater, das unter der Leitung seines Vaters Max Reinhardt stand, tätig. 1932 ging er zu Studienzwecken in die USA, entschied sich nach der Machtergreifung der Nazis dort zu bleiben und arbeitete vor allem für Metro-Goldwyn-Mayer. Er leistete ab 1942 Kriegsdienst für die USA und kehrte 1954 nach Europa zurück. Regisseur des Films Menschen im Hotel.
Regisseur, Produzent Seine Filmarbeit begann er als Produzent. Er gründete, zusammen mit Hans Albich, in Göttingen die "Filmaufbau GmbH" (1946). Als Regisseur brachte ihn ein deutscher "Sittenfilm" in die Schlagzeilen: Das Mädchen Rosemarie (1958). Sein Interesse am "wahren Charakter der Erotik" hat ihn spätestens in den 70er- Jahren aus der Bahn geworfen. Weitere Filme: El Hakim (1957), Tonio Kröger (1964), Die Ente klingelt um halb acht (1968), Frauenstation (1975), Wälsungenblut (1964).
Schauspieler Eberhard Feik wurde am 23. November 1943 in Chemnitz geboren. Nach dem Abitur Studium Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften an der Universität Köln. 1966/67 nahm er an der Schauspielschule des Theaters "Der Keller" in Köln Schauspielunterricht. An Studentenbühnen in Köln und Bonn sammelte er berufliche Erfahrungen. Das Theater am Dom in Köln, das Stadttheater in Krefeld, danach die Staatstheater in Stuttgart und Frankfurt am Main waren die ersten Stationen seiner Karriere. 1973 wechselte er zur Berliner Schaubühne, der er sechs Jahre lang angehörte. Eberhard Feik führte auch selbst Regie, arbeitete in Konstanz, Pforzheim, Dortmund und Karlsruhe. Er inszenierte Stücke von Bertolt Brecht, Henrik Ibsen, William Shakespeare, Friedrich Schiller und viele andere. Er wirkte auch in mehreren Kinderfilmen mit, z. B. Die Vorstadtkrokodile, Schöne lahme Ferien und Die Distel, oder in Fernsehfilmen wie Uns reicht das nicht (1979, Regie: Jürgen Flimm), Ein Mann von gestern (1980, Regie: Tom Toelle), Ab in den Süden (1981, Regie: Wilfried Dotzel), Die Pawlaks - Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet (1982, Regie: Wolfgang Staudte), Blaubart (1984, Regie: Krzysztof Zanussi), Kennwort: Möwe (1986, Regie: Tom Toelle), Einem breiten Publikum wurde er durch die Rolle des "Christian Thanner" bekannt, den er in 29 Tatortfolgen und zwei anderen Krimifolgen an der Seite von Götz George ("Schimanski"), verkörperte. Von 1981 bis 1991 ermittelte das Duo im Ruhrgebiet, meist mit sehr unkonventionellen Methoden. Nach einer Umfrage im Mai 2008 war die Figur Thanner zusammen mit Schimanski selbst 2008 noch der „beliebteste“ Tatort-Kommissar. 1988 erlitt der Schauspieler bei einem Tatort-Dreh einen Herzinfarkt, in dessen Folge er sich drei Bypass-Operationen unterziehen musste. Seine letzte große Fernsehrolle war 1993 Ein Mann am Zug. 1994 erlag er im Schwarzwald bei einer Fahrradtour einem weiteren Herzinfarkt. Eberhard Feik war mit der Schauspielerin Anneli Wagner verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. (Quelle: Einige Informationen aus Wikipedia und Langen Müller's Schauspieler-Lexikon der Gegenwart)
23. Oktober: Tilli Breidenbach, Schauspielerin
28. Oktober: Agnes Fink, Schauspielerin
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet am 31.03.2011 |