Halbe
- halbe 1977
Regie
und Drehbuch: Uwe Brandner Produktion:
DNS-Film, NDR Musik:
J. J. Cale, Peter Bischof, Peer
Raben Kamera:
Jürgen Jürges FSK:
ab 16 Jahre Länge:
105 Minuten Sonstiges:
Verleih "Filmverlag der Autoren" Uraufführung: 28.12.1977 Genre:
Komödie
Darsteller
... spielt wen Hans
Peter Hallwachs ... Bert Maschkara Bernd
Tauber ... Thomas Berger Agnes
Dünneisen ... Kathrin Adams Mascha
Gonska ... Eva Hauff Adrian
Hoven ... Bettler Kai
Fischer ... Hedi Brunner Gerhard
Olschewski ... Walter Brunner Ivan
Desny ... Baron Wurlitzer
Inhalt
Bert Maschkara, 36, hat seinen Job verloren, den er gerne weitergemacht hätte. Dafür wurde er mit 30.000 Mark abgefunden. An einem Sommertag in München lernt er seinen Nachbarn im Apartmenthotel kennen: den zehn Jahre jüngeren Thomas Berger, der Fluglotse bei der Bundeswehr war. Im Zivildienst braucht er Abitur, das er jetzt nachholen will. Für seine Dienstzeit bekam er 3.000 Mark Ablösung. Vom Neubeginn erwarten sie Unterschiedliches.
Der Film erzählt von den Frauen, denen sie begegnen. Kathrin Adams ist eine Abiturientin, die manchmal nicht weiß, woran sie mit Thomas ist. Eva Hauff war vor nicht allzu langer Zeit eine zuckrige Eisprinzessin. Heute verwirrt sie Bert; sie will auch bald weit weg. Der Film erzählt unter anderem auch, wie Bert und Thomas das Geld wieder verlieren, und warum sie sich am Ende nichts daraus machen, eigentlich.
Thomas überspielt seine Unsicherheit nach den Jahren beim Bund mit Tricks und lässigem Tonfall. So zeigt er Bert, dass man manchmal nicht einmal über ein Streichholz springen kann - wenn es nämlich direkt vor einer Mauer liegt. Bert spricht Thomas Mut zu. (Quelle: Robert Fischer/Doris Dörrie, Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1978, Verlag Monika Nüchtern, München)
Die
Alltagsabenteuer zweier in Schwierigkeiten steckender
junger Männer, einem Architekten
und einem ehemaligen Fluglotsen bei der
Bundeswehr, in München und ihre
Versuche, in einer zunehmend feindlichen
Umgebung über die Runden zu kommen.
Das melancholische Porträt
zweier Herumtreiber, das die gesellschaftliche
Atmosphäre der späten 70er Jahre
und das Lebensgefühl der gealterten
Achtundsechziger zu spiegeln
versucht. Ein trotz einiger inszenatorischer
Ausrutscher ins rein Gaghafte erfrischender
und aufmüpfiger Film,
erzählt in umkomplizierten Schwarzweißbildern.
Uwe
Brandner: "Ich zeige in dem Film das Bild von einem Klima, einem ganz
konkreten; Deutschland im Sommer 1977. Und in diesem Klima leben Leute, die ein
Schicksal, eine Krise haben - keine Allensbacher Durchschnittsmenschen, sondern
Menschen mit einer sehr persönlichen Geschichte, denen das alltägliche Leben
zur Überlebensfrage wird. - Mit meinem ersten Film, Ich
liebe Dich - ich töte Dich, bin ich sehr zufrieden, weil er stimmt und
genau ist. Aber er ist ein Ideenfilm, bei dem die Bilder Illustrationen zu
Gedanken sind. Mein zweiter Film, Kopf
oder Zahl, ist ziemlich in die Hose gegangen, weil ich die Schauspieler
zu Figuren degradierte. In halbe - halbe
mache ich das nicht.
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |