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Die
beiden Freundinnen 1978
Regie:
Axel Corti Drehbuch: Knut Boeser Vorlage:
Nach dem Roman von Alfred Döblin
"Die beiden Freundinnen und
ihr Giftmord" Produktion:
F.W.F.-Film, Fritz Wagner, Berlin Kamera:
Gernot Roll Genre:
Literaturverfilmung, Dokumentarspiel Sonstiges: Filmbesprechung
Darsteller ... Rolle Ulrike
Bliefert ... Elli Link Stefan
Wigger ... Karl Link Brigitte
Mira ... Mutter Link Erika
Skrotzki ... Grete Bende Dietrich
Lehmann ... Willi Bende Ursula
Diestel ... Gretes Mutter Heinz
Rabe ... Ellis Vater Susanne
Wisten ... Ellis Mutter
Inhalt Mit
Arsen vergiftete Elli ihren Ehemann, den Tischler Link; er stand ihrer
besonderen Verbindung zur gleichfalls verheirateten Grete Bende im Wege... Elli hatte den älteren Mann vorwiegend aus Versorgungsgründen geheiratet. Leidenschaft empfand sie nicht. Link fühlte sich hintergangen und begann, Elli zu quälen. Im Zustand völliger Verzweiflung lernte Elli dann Grete Bende kennen. Zärtlichkeiten, die sie nie zuvor erfahren hatte, gaben ihr erstmals Glücksgefühl. Als Ellis Mann das Verhältnis sprengen wollte, war der Griff zum Gift für die Frau gleichsam ein Akt der Selbstbehauptung. Der
Mordfall aus dem Berlin von 1923 fand in Alfred Döblin
einen detailgetreuen
Chronisten. Vorgeschichte, Tat und Prozess wurden in seinem Buch "Die
beiden Freundinnen und ihr Giftmord" festgehalten. Den Expressionisten
interessierte auch die dumpfe Folgerichtigkeit der Abläufe, die fließende
Grenze zwischen indirektem Widerstand und emanzipatorischer Tat. Das Urteil: 4
Jahre Gefängnis für Elli, anderthalb Jahre Zuchthaus für ihre Freundin Grete.
"Wohin kommt die Gesellschaft", fragte einen Tag nach der Urteilsverkündung
eine Berliner Zeitung, "wenn Verbrechen so milde bestraft werden?" Die
Strafzumessung war in der Tat frappierend: Damit anerkannte die Justiz des
liberalen Berlin die Abhängigkeit der beiden Frauen von dem Hauptschuldigen,
der da (ein wenig bequem) "Milieu" hieß. Das wollte man verstehen,
denn es hatte Freud, Zille und den Expressionismus gegeben. Und etwas konnte man
verstehen, wenn es auch über den sentimentalen Leisten geschlagen war: den
Versuch zweier Frauen, den Zug, der da Traum hieß, zu beschleunigen, um die
lange Strecke zwischen
persönlicher Misere und Glück als Totalität um so
geschwinder überwinden zu können. (Quelle:
Broschüre Das
Fernsehspiel im ZDF, Heft 20, März bis Mai 1978, herausgegeben vom Zweiten
Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)
Fremde Links: www.dhm.de/lemo (Alfred Döblin) www.dieterwunderlich.de (Filmbesprechung) www.ulrikebliefert.de (Eigene HP) www.erika-skrotzki.com (Eigene HP) www.knut-boeser.de (Eigene HP des Drehbuchautors) www.steffi-line.de (über Stefan Wigger)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |