Dr. Margarete Johnsohn1982
Inhalt Dr. Margarete Johnsohn hat als Ministerialrätin Karriere gemacht. Sie hat sich aus der ökonomischen und persönlichen Abhängigkeit befreit und verkörpert das Idealbild der unabhängigen Frau, die in ihrem Beruf steht. Seit ihrer Scheidung lebt sie zusammen mit ihrem Sohn Achim und ihrer Mutter, die im Haushalt dominiert und sich in Margaretes Leben unentbehrlich gemacht hat. Die Abhängigkeit von der Mutter gehört zu Margaretes Leben wie die sporadisch immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen mit ihrem geschiedenen Mann, die sie als bewusste Störung der engen Bindung zu ihrem gemeinsamen Sohn und als direkte Infragestellung ihres Alleinerziehungsrechts und ihrer Fähigkeit dazu empfindet. Den hier möglichen Konflikt mit der erkämpften Position als berufstätige Frau in einer immer noch patriarchalisch orientierten Gesellschaft hat sie durch die Gemeinschaft mit ihrer Mutter, durch das Etablieren eines abgewandelten, konventionellen Eheschemas gelöst. Gleichzeitig aber beansprucht sie dieses Leben vollkommen. Der Kampf im Beruf und die innere, häusliche Auseinandersetzung mit ihrer Mutter - deren Liebe zu Tochter und Enkelsohn ihr ganzer Lebensinhalt ist -, die Bewältigung dieser Probleme lassen sie kaum zu ihrem eigenen Leben kommen. Der Erfolgt hat keine befreite Frau aus ihr gemacht, und das Wesentliche - die Selbstfindung, wirkliche Unabhängigkeit - ist ihr nicht gelungen. (Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Information und Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heft 35, Dezember 1981 bis Februar 1982)
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