Der harte Handel

1978

 

Filmliste Ulrich Edel

 

  

  

Regie

Ulrich Edel

Drehbuch

Ulrich Edel und Leopold Ahlsen

Redaktion

Wolfgang Patzschke

Vorlage

Nach einem Roman von Oskar-Maria Graf

Produktion

Bavaria Atelier

Kamera

Joseph Vilsmaier

Musik

-

FSK

-

Länge

90 Minuten

Besonderheit

Graf beendete den Roman Der harte Handel 1932, kurz vor Hitlers Machtantritt. Erst drei Jahre später konnte der Text im Amsterdamer Querido Verlag gedruckt werden, der damals Werke vieler emigrierter deutscher Schriftsteller publizierte.

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

31.07.1978

Genre

Literaturverfilmung, Drama

  

  

  

Darsteller Rolle
Tilo Prückner Sepp
Maria Singer Mutter
Vérénice Rudolph Liesl
Erwin Leder Hansl
Peter Kern Lerger

                

 

 

Inhalt

1930, kurz nach der Weltwirtschaftskrise, irgendwo in Bayern: Aus Hoffnungslosigkeit und Wut über die aussichtslos erscheinende Lage hat Sepp Lederer den Hof seiner Mutter in Brand gesetzt. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, findet er einen neuen, wirtschaftlicheren Betrieb vor, den er freilich nicht übernehmen kann, will er den Ansprüchen der Brandversicherung, die alles bezahlt hat, entgehen. Doch nach und nach reift ein Plan in ihm, wie er dennoch Herr des Hofes werden kann, und dies, ohne jemals einen Pfennig an die Versicherung zahlen zu müssen. Und in einem verborgenen, aber rücksichtslosen Kampf setzt er ihn in die Tat um...

  

Oskar Maria Graf: 

Kleine Vorbemerkung:

Der Roman behandelt einen Kriminalfall aus meiner bayrischen Heimat. Die ersten Kapitel entstanden während der letzten Wochen der Kanzlerschaft Brünings. In der Ära Schleicher wurde die Arbeit fortgesetzt, und als das Manuskript beendigt war, übernahm Adolf Hitler in Deutschland die Macht. - Da ich durch Herkunft, Landschaft und Sprache, durch die Art des Lebens und Denkens mit den bayrischen Bauern tief verbunden bin, erwuchsen mir alle notwendigen Kenntnisse stets aus dem täglichen Mitleben, nie aus dem toten Material der Information. Gerade in jener Zeit, als ich diesen Roman schrieb, konnte ich die schrecklichen Formen der Bauernnot, welche die Verschärfung der Weltwirtschaftskrise mit sich brachte, aus nächster Nähe beobachten. Ich habe aber auch die Schattierungen des bäuerlichen Sich-zur-Wehr-Setzens mitgemacht, und ich erlebte die mehr als drastischen Auswirkungen der gesetzgeberischen Maßnahmen, welche die genannten Regierungen zur Behebung dieser Not, zur "Gewinnung der bäuerlichen Seele" und zur sogenannten "Gesundung des Nährstandes" erließen.

Wenn mein Roman auch all diese Erscheinungen nur, soweit dies notwendig ist, im Darstellerischen berücksichtigt, so glaube ich doch, dass der Leser damit ein besseres und lebendigeres Bild gewinnt als durch trockene Denkschriften, Statistiken und Referate. Joseph Lederer, der Held der Handlung, und seine Nebenspieler sind typisch bayrische Bauern. Nie hat dieser Bauer ein besonderes Vertrauen zum Staat und seinen Regierungen gehabt. Sein Misstrauen den "Oberen" gegenüber ist unausrottbar. Er verachtet jeden Gesetz, das in sein Leben hineingreift. Er ist stets gegen jede Mächte, von denen er glaubt, dass sie ihm seinen Besitz streitig machen.

Immer gingen die deutschen Gesetzgeber von der - man kann ruhig sagen - furchtsamen Voraussetzung aus, man müsse diesen Bauern noch besitzbewusster machen. Die Brüningschen Entschuldigungsexperimente bäuerlicher Betriebe, der seinerzeitige Hugenbergsche Vollstreckungsschutz und das so viel gerühmte nationalsozialistische Erbhofgesetz lösen den Bauern gewissermaßen immer mehr aus der sozialen Gemeinschaft heraus. Sie machten und machen ihn nur noch antisozialer und privater und ändern dennoch nichts an seiner wirtschaftlichen Lage. Die Joseph Lederers werden also so lange bleiben wie diese Staaten.

Dieser Roman ist Studie und Bild zugleich. Aus dem Gefühl einer sozialen Verantwortung heraus habe ich es immer mehr als meine schriftstellerische Aufgabe betrachtet, die Menschen und Zustände so zu schildern, wie sie wirklich sind. Wer die Wirklichkeit aufhellt und ihr eine unzweideutige Gestalt zu geben vermag, der schafft Erkenntnisse für die Zukunft. Mag's auch so mit diesem Buch sein. (Copyright 1934 by Querido Verlag Amsterdam)

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Information und Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heft 21, Juni bis August 1978)

  

  

  

  

 

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 9. April 2016

  

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