Etwas wird sichtbar

1981

 

Filmliste Harun Farocki

 

  

  

Regie ................................................

Harun Farocki

Drehbuch ..........................................

Harun Farocki

Redaktion..........................................

Eckart Stein

Schnitt .............................................

Johannes Beringer

Produktionsleitung .............................

Ulrich Ströhle

Produktion .........................................

Harun Farocki Filmproduktion

Kamera ............................................

Ingo Kratisch, Wolf-Dieter Fallert, Ebba Jahn

Musik ...............................................

Markus Spies

FSK .................................................

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Länge ...............................................

114 Minuten

Sonstiges .........................................

s/w, Max Ophüls-Preis, Beschreibung bei Filmportal

FBW-Bewertung ................................

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Ur-/Erstaufführung ............................

26.02.1982, Kinostart: 20.03.1982

Genre/Stichwort ................................

Spielfilm, Politik, Vietnamkrieg

  

  

  

Darsteller

Rolle

Anna Mandel

Marcel Werner
Hanns Zischler
Inga Humpe
Bruno Ganz
Ernst Helter
Ming Hu To Mo
Jeff Layton
Ronny Tanner
Hartmut Bitomsky
Rainer Homann
Olaf Scheuring
Michael Wagner
Manfred Lindlbauer
Klaus Henrichs
Ingrid Oppermann
Elfriede Irrall
Frank Arnold
Jacques Thiti
Ursula Hoffmann
Nannette Lorraine Schumacher
Gisela Stelly
Klaus Wohlfahrt
Willem Menne

                  

 

 

Inhalt  

 

Anna und Robert stehen Arm in Arm, eingehakt, zwei übriggebliebene Glieder einer Kette, den Polizisten gegenüber. Sie, Seite an Seite, die Gesichter den Gegnern zugewandt.

"In Vietnam kommt der Soldat dem Opfer so nahe, dass beide auf ein Bild passen."

Der Krieg ist nähergekommen. Er war beinahe vergessen. Mit den Bildern hat es angefangen. Überall, in den Zeitungen, im Fernsehen waren sie zu sehen. Bilder aus Vietnam. Zeugen des Krieges. Sie brachten den Krieg überall hin. Werbung für den Krieg.

Anna und Robert stehen dicht beisammen vor einem Spiegel, in Roberts Zimmer, der inmitten von Fotografien aus dem Vietnam-Krieg hängt. Fotografien von Verwundeten, Schwerverletzten und Toten. Sie stehen so dicht beieinander, dass beide Gesichter sich im Spiegel zeigen. Ihr Bild inmitten der Bilder vom Krieg. Die Schönheit und das Grauen auf einem Bild.

"Der Anfang der Untersuchung ist, dann man zwei Ideen verbindet, aber das Ende ist, dass man eine Idee herauslöst, isoliert."

Anna und Robert wollen der Zerstörung etwas entgegensetzen, etwas aufbauen, das Bestand hat, etwas Festes. Sie wollen eine gemeinsame Arbeit machen, die sie verbinden soll. Sie beginnen miteinander zu sprechen. Sie sprechen über sich. sie sprechen über die Liebe und Politik. Man kann nur über etwas sprechen, das man verstanden hat. Aber mit dem Sprechen beginnt erst das Verstehen. Verstehen heißt, sich ein  Bild von etwas zu machen. Anna und Robert machen sich ein Bild von Vietnam in Berlin. Vietnam in Berlin. Ein Bild kann nie die Wirklichkeit sein, es gibt nicht das wirkliche Bild. Es gibt nur die Bilder von der Wirklichkeit. Sich ein Bild zu machen heißt, seine Bilder von der Wirklichkeit an der Wirklichkeit erproben. Ein Prozess der Annäherung und Entfernung, bei dem etwas erscheint, sichtbar wird. Ein Bild kann nicht richtig oder falsch sein. Mit ihm lässt sich für die verschiedensten Dinge werben. Aber viele Bilder ergeben einen Text, aus dem sich ein Bild nicht mehr herauslösen lässt. 

Anna und Robert wollen aus den Bildern lernen. Die Bilder lesen wie einen Text. Der Text des Krieges zwischen Vietnam und den USA. Der Krieg zwischen dem kleinen Werkzeug und der großen Maschine. Die organisierte Verteidigung und der systematische Angriff. Es ist ihr Krieg.  

  

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1982/83, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)

  

  

  

  

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 23. Juni 2016

  

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