Tadellöser und Wolff

1974/75

 

Filmliste Eberhard Fechner

 

  

  

Regie

Eberhard Fechner

Regie-Assistenz

Jannet Gefken-Fechner

Drehbuch

Eberhard Fechner

Vorlage

nach dem Roman von Walter Kempowski

Produktion

Polyphon Film- und Fernseh GmbH für ZDF

Kamera

Gero Erhardt

Musik

Vorlage Peter Tschaikowski

FSK

-

Länge

192 Minuten

Auszeichnung

Premio della RAI - Prix Italia

Preis des Kultusministers von NRW

Beschreibung

www.eberhardfechner.de 

Ur-/Erstaufführung

Mai 1975

Genre

2teiliger Fernsehfilm, Literaturverfilmung, deutsche Geschichte

 

      

  

Darsteller

Rolle

Jesper Christensen

Sven Sörensen

Ernst Jacobi

Erzähler

Martin Kollewe

Walter Kempowski

Karl Lieffen

Karl Kempowski

Edda Seippel

Grete Kempowski

Gabriele Michel

Ulla Kempowski

Martin Semmelrogge

Robert Kempowski

Michael Poliza

Inge Landgut

Kurt Buecheler

Henning Schlüter

Gert Haucke

Uwe Rohde

Marianne Kehlau

Peter Lehmbrock

Henry Kielmann

Helga Feddersen

Martin Rosenstiel

Rosemarie Gerstenberg

Welbat Douglas

Fritz Hollenbeck

Günter Heising

Otto Kurth

Margot Nagel

Susanne Schaefer

  

                  

Inhalt

Tadellöser & Wolff bedeutet im Jargon des Rostocker Reeders und Leutnants der Reserve Karl Kempowski soviel wie "gut", wohingegen "Miesnitzdörfer & Jensen" das Gegenteil besagt. Sein Sohn, Walter, auch Peterpump genannt, verlebt seine Jugend in einem konservativ-deutschnationalen Elternhaus. Dort betrachtet man Hitler und die Nazis zwar mit Kritik, geht aber insgesamt mit der Entwicklung konform. Immerhin gelingt es der Mutter Grete Kempowski, ihren zukünftigen Schwiegersohn, den Dänen Sven Sörensen, aufgrund guter Beziehungen aus den Klauen der Gestapo zu befreien. Gegen Ende des Krieges hat sie gelegentlich sogar kritische Anwandlungen. Walter wächst treu deutsch, aber nicht ganz kritiklos auf. Relativ gut absorbiert er das Geschwätz als linientreuer Lehrer und beflissener Jungvolkführer. Er erlaubt sich sogar den Luxus langer Haare. Das bringt ihn und ein Grüppchen Gleichgesinnter, die Jazz und "Weiber" der vorgeschriebenen asketischen Volkstümelei vorzuziehen, häufig in Schwierigkeiten. Aber pfiffig, wie er ist, versteht es Walter immer wieder, sich zu arrangieren. Auch die Bombenangriffe auf Rostock und die letzte Zeit des Krieges übersteht er als Flakhelfer unbeschadet. (ZDF-Pressedienst)  

  

Kameramann Gero Erhardt und Eberhard Fechner im Gespräch - Foto: VIRGINIA

Kameramann Gero Erhardt und

Eberhard Fechner

  

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

   

Teil 1

Tadellöser & Wolff bedeutet im Jargon des Rostocker Reeders und Leutnants der Reserve Karl Kempowski soviel wie "gut", wohingegen "Miesnitzdörfer & Jensen" das Gegenteil besagt. Sein Sohn Walter verlebt seine Jugend in einem konservativ-deutschnationalen Elternhaus. Dort betrachtet man Hitler und die Nazis zwar mit Kritik, geht aber insgesamt mit der Entwicklung konform. Dem großbürgerlichen Lebensstandard entsprechend, zieht die Familie Kempowski von Lübeck nach Rostock, wo sie noch für einige Jahre eine unbeschwerte Zeit erlebt. Ein Familienurlaub in Sophienbad soll das große Ereignis werden. Mitten in den Urlaubsfrieden platzt die Hiobsbotschaft: Der "Korridor" wurde geschlossen. Vater Kempowski meldet sich freiwillig, doch auf den Freimaurer will man verzichten. Relativ gut absorbiert Walter das Geschwätz linientreuer Lehrer und beflissener Jungvolkführer. Er erlaubt sich sogar den Luxus langer Haare. Im Sommer 1940 muss Vater Kempowski dann doch zum Militär, die ersten Gefallenen gilt es zu ehren, und die Hitlerjugend gewinnt Oberwasser. Die trotz der Kriegswirren unbeschadete Idylle der Familie Kempowski wird jäh durch den Angriff auf Rostock im April 1942 unterbrochen, bei dem der Hafen und die Altstadt in Flammen aufgehen. In einer einzigen Bombennacht im April 1942 hat sich alles, was dem jungen Walter bisher in Rostock vertraut und alltäglich war, geändert.

 

Teil 2

Als nach der Schreckensnacht im April 1942 der Däne und zukünftige Kempowski-Schwiegersohn Sven Sörensen unter Spionageverdacht verhaftet wird, ist es Grete Kempowski, die spontan bei der Gestapo vorstellig wird und ihn wieder freibekommt. Auch die Familie Kempowski glaubt inzwischen nicht mehr an einen deutschen Sieg, aber doch noch "an ein ehrenvolles Remis". Vater Kempowski hat andere Vorstellungen von seinem Zuhause, als sie inzwischen der Wirklichkeit entsprechen. Während seines Urlaubs findet er in der Wohnung überall Requisiten des neuen Mannes im Haus: Sörensen. Nach anfänglichem Krach kommen sich die beiden Männer schließlich geschäftlich näher. Trotzdem treffen nach der Verlobung von Ulla und Sörensen böse Feldpostbriefe vom Vater ein, dem die Heirat seiner Tochter mit einem Ausländer zu dieser Zeit gar nicht passt. Aber er erscheint bei der Hochzeitsfeier und spielt sogar auf dem Klavier den Mendelssohnschen Hochzeitsmarsch. Ulla verliert die deutsche Staatsbürgerschaft und verlässt mit ihrem Mann Deutschland. Im Mai 1943 wird auch Sohn Robert eingezogen, und Walter kommt zu den Flakhelfern. Im Oktober erhält der Vater ein letztes Mal Fronturlaub, der allerdings von der Sorge um den inzwischen kriegsgefangenen Robert und um das tägliche Brot überschattet ist. Im Februar 1945 wird Walter zur kasernierten Hitlerjugend eingezogen. Als Kurier kommt er bis nach Mannheim und München. In Berlin gibt es inzwischen schon keinen Alarm mehr, das Ende des Krieges zeichnet sich ab. Walter gelingt es, durch die Fronten zu pirschen. Wie durch ein Wunder erwischt er einen Zug, der ihn auf dem Trittbrett bis nach Rostock befördert. Dort hofft und wartet man auf die Engländer. (Quelle: Amazon)

 

     

 

Pressestimmen

 

Fernsehspiele wie dieses setzen Maßstäbe - Maßstäbe, die erkennen lassen, wie unzulänglich ist, was die Anstalten so in der Regel auf dem Sektor Unterhaltung/Spiel anbieten: Unzulängliches, Machwerke, Augenwischerisch-Verschlamptes. Fernsehspiele wie Tadellöser & Wolff setzen Maßstäbe, weil sie beweisen, dass Unterhaltung nicht nur etwas mit schnellfertiger Anhäufung gängiger Effekte, sondern auch etwas mit Beschreibung von Wirklichkeit zu tun hat. (Frankfurter Rundschau, 5.5.1975)

  
Dies ist kein Versuch, im üblichen Sinne 'Vergangenheit zu bewältigen', und doch kommt es einem vor, als hätte einen das Bild dieser Familie - in seiner meisterhaft gehandhabten Kaleidoskoptechnik - Zwiespalt und Verhängnis der Hitler-Zeit besser verstehen lassen.
(Neue Zürcher Zeitung, 5.5.1975)

  
Eberhard Fechner hat Kempowskis Methode, Erlebtes bis ins Detail wiederzugeben, auf ungemein präzise Weise optisch umgesetzt und daraus einen der besten Fernsehfilme gemacht, die je bei uns gedreht wurden.
(Hannoversche Allgemeine Zeitung, 3.5.1975)

  
Der Film packt durch seine Wirklichkeitstreue. Er wühlt Erinnerungen auf bei jenen, die diese Zeit miterlebt haben, und er vermittelt schlichte Wahrheiten für jene, die sie nur vom Hörensagen kennen. Edda Seippel und Karl Lieffen treffen genau den Ton selbstsicherer, biederer Bürgerlichkeit, die in sich ruht und die Katastrophe nicht ahnt, mit der sie längst lebt. Ein Film mit Substanz und von überragender Qualität!
(Aachener Volkszeitung, Wolfgang Richter, 3.5.1975)

  
Da wird ein Film gezeigt - die Regie: besser nicht denkbar; die Schauspieler: Das Kunststück vollbringend, Individuen zu zeigen, die exemplarisch sind - Personen, die, unverwechselbar in ihrer Eigenständigkeit, dennoch als Charaktermasken fungieren - ein Film, der, in der Vergangenheit angesiedelt, die Gegenwart mitbedeutet. Das Perfekt, zeigen Kempowski und Fechner, ist ein Imperfekt. Die Handlung dauert noch an. Die Familie K. hat sich in ihrer Struktur nicht verändert. Die Leitmotive des Films weisen über das Stück hinaus und zeigen: eine Wiederholung ist jederzeit möglich. Das sozialdarwinistische Denkmuster dieser Familie bleibt dominant.
(Die Zeit, Momos, 9.5.1975)

    

 

  

  

  

  

  

  
  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 18. Mai 2016

  

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