Der Tod kommt durch die Tür 

(Hinter der Tür)

1983

 

Filmliste Wolf Gremm

   

 

Regie ...............................

Wolf Gremm

Drehbuch ..........................

Wolf Gremm

Produktion ........................

Regina Ziegler Filmproduktion

Kamera ............................

Michael Steinke

Musik ...............................

Charles Kálmán

FSK .................................

-

Länge ...............................

104 Minuten

Sonstiges ..........................

-

Ur-/Erstaufführung ..............

24.10.1983 ZDF

Genre ...............................

Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Rita Kail ............................

Pia, Heike Mücher (Kind)

Harry Baer ........................

Dr. Vranek, Stefan John (Kind)

Martin Semmelrogge ............

Erik

Brigitte Mira .......................

Frau Friedrichs

Franz Boehm ......................

Schenk

Marie-Charlott Schüler .........

Linda

Arnold Marquis ....................

Kommissar Ballmann

Michaela Wolko ...................

Milly

Hans Wyprächtiger ..............

Tabor

Tina Exner .........................

Aktmodell

    

      

 

Inhalt

Pia Gonnermann war sechs Jahre alt, als das "grässliche Etwas" durch ihre Schlafzimmertür kroch. Der Schock war so schrecklich, dass sich ihre gequälte Kinderseele gegen jede Erinnerung an das Erlebnis versperrte.

18 Jahre später. - Pia hat die Erscheinung völlig vergessen. Das "grässliche Etwas" scheint unwiderruflich in den Tiefen ihrer Mädchenseele begraben... Da hat sie plötzlich Alpträume, die sie schreiend aus dem Schlaf hochschrecken lassen. 

Und die Alpträume werden Wirklichkeit... Sie hört nachts mysteriöse Geräusche. Sie sieht den Körper ihrer Mutter - auf dem Dachboden erhängt. Ihr Psychiater meint, es seien Halluzinationen... Der Privatdetektiv meint, es liege an ihrem vielen Geld... Doch beide wissen, dass Pia sterben muss. Sie hat aber eine Chance: Sie muss das "grässliche Etwas" dazu bringen, zurück zu kommen...

  

Presse:

"Das bewährte Repertoire eines Psycho-Thrillers ist hier zu einer Arbeit versammelt. (...) Ein Thriller, der einen wirklich mit haut und Haaren gepackt hat." (Südwestfunk)

 

 

    

Bilder aus dem Unbewussten

 

In Hinter der Tür (Anmerkung: dies war vermutlich der Arbeitstitel, rk) begegnen wir einer jungen Frau, die von ihren Untergangsvisionen an den Rand des Wahnsinns getrieben wird. Sie macht die Erfahrung der Desillusion, des Innewerdens einer neuen Wirklichkeit, vor deren Aufscheinen sie lange Zeit die Augen verschlossen hat. Sie ist ein Produkt der Angst, die von dem, was sie fürchtet, zugleich fasziniert ist. Wir sehen die Bilder ihres Unterbewussten, Bilder, die sie selbst nicht sehen will. Und doch sehnt sie sich nach diesen alptraumhaften Schockträumen. 

 

Ihr subjektives Erleben enthüllt sich uns mosaikartig, bis ins Versteckteste. Sie setzt sich der Gefahr aus in der Hoffnung, aus ihr als neuer Mensch hervorzugehen. Sie sehnt sich nach aufrichtigen warmen Gefühlen, aber in einer ihrer Beziehungen bleibt der Partner merkwürdig kalt. Das ist der Ausgangspunkt des Entsetzens. - Gefühle sind ein gefährliches Terrain.

Der Psychothriller zeigt nicht nur die Begegnung mit der Gefahr, sondern auch die mit dem Fremden und vor allem mit dem Unerwarteten. Wer sich dem aussetzt, muss mit allem rechnen, sogar damit, dass ihm der Rückweg versperrt wird. Es ist zwar scheußlich in der Hölle, aber man sollte mal dagewesen sein.

 

Der größte vorstellbare Thrilleffekt ist der Verlust der Identität; er verbindet die Angst vor völliger Auflösung und die Lust einer Neugeburt. Jeder Psychothriller gibt einen Einblick in die Abgründe des menschlichen Verhaltens, ist eine Begegnung des Helden mit dem Bösen.

In Hinter der Tür begegnen wir einer jungen Frau, die sich in einer Art neurotischer Angstabwehr den Weg zum eigenen Ich verstellt hat. Pia, die ihre Sinnlichkeit gut unter Kontrolle zu haben scheint, erweckt den Eindruck, als würde sie die Gefahr, ja sogar den Tod anziehen. Was sie für Flucht hält, ist in Wahrheit eine Art süchtigen Verhaltens, das sie immer wieder in Gefahrensituationen bringt, so lange, bis sie sich radikal verändert hat.

 

Angst ist da, wo man sich selbst nicht genug liebt oder wo man nicht genug geliebt wird oder die Kombination aus beidem.

Das Abenteuer im Psychothriller, bei dem es selten etwas anderes zu gewinnen gibt als das eigene Leben, wirft den Helden ganz auf seine Person zurück, deren Unfertigkeit sich nun erweist, und über alle Gefahren findet er zu einer neuen Identität und Beziehung. Es ist das Modell einer persönlichen Revolution, aber auch einer Befreiung von einer Obsession, eine Psychotherapie, die der Zufall vornimmt. Aber in Hinter der Tür ist es nicht nur der Zufall... (Wolf Gremm)

  

(Quelle: Das Fernsehspiel im ZDF, Information und Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heft 42, September bis November 1983)

  

  

 

 

 

  

  

  

    

 

 

 

  

  

  

  

  

  

  

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 20. Mai 2016

  

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