Tod oder Freiheit

1977

 

Filmliste Wolf Gremm

 

  

  

Regie

Wolf Gremm

Drehbuch

Wolf Gremm

Drehbuch-Mitarbeit

Fritz Müller-Scherz, Thomas Keck, Barbara Naujock

Vorlage

-

Produktion

Regina Ziegler / Paramount / Orion / ZDF

Kamera

Jost Vaccano

Musik

Guido de Angelis, Maurizio de Angelis, Oliver Onions

FSK

ab 16 Jahre

Länge

94 Minuten

Filmbeschreibung

www.filmportal.de 

Auszeichnung

-

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

25.12.1977

Genre

Abenteuer, Historie

      

        

  

Darsteller Rolle
Peter Sattmann Fritz von Buttlar
Erika Pluhar Nicole von Beck
Gert Fröbe Graf von Buttlar
Mario Adorf Max
Wolfgang Schumacher Ludwig von Buttlar
Harald Leipnitz Obrist
Christine Böhm Maria
Dieter Schidor Bartel
Guido de Angelis Angelo
Georg Meyer-Goll Mopp
Franz Seidenschwan Nickel
Stefan Ostertag Anton
Volker Bogdan Pfeiffer
William Hobbs Hauptmann
Georg Lehn Diener
Klaus Münster Soldat
Peter Wagenbreth von Beck
Michael Tietz Bauer
Heinz Herki Pater Lyrian
Hildegard Wensch Bäuerin
Susi Benninger Tochter des Schmieds
Jürgen Bau Sohn des Schmieds
Dorothea Moritz
Herbert Perschätzke
Dieter Laser
Tilo Prückner

                  

    

  

Mario Adorf und Peter Sattmann (re.) in "Tod oder Freiheit" - Foto: Ziegler-Film

Inhalt

Süddeutschland um 1750: Fritz von Buttlar, Spross eines alten Adelsgeschlechts, wird Zeuge einer brutalen Verhaftungsaktion. Neben unschuldigen Bauernsöhnen, die für Kopfgeld als Söldner nach Amerika verkauft werden sollen, kerkern die Schergen des Landesfürsten auch die adlige Libertinerin Nicole von Beck ein. Empört macht Fritz seinem Herzen Luft, gerät darüber in Streit mit einem Obristen des Fürsten. Beim Zweikampf verletzt Fritz den Obristen schwer. Mit seinem Freund Max und anderen rebellisch gesinnten Burschen muss Fritz in die Wälder fliehen. Fritz wird Anführer der Rebellen.

Die Rebellen erbeuten einen schwerbewaffneten Munitionstransport des Fürsten, als sie den ersten Rückschlag einstecken müssen. Bis jetzt war Fritz der Lieblingssohn seines Vaters, des Grafen von Buttlar. Ludwig, sein jüngerer Bruder, dagegen fühlt sich von Kind an zurückgesetzt. Jetzt nutzt er die unverhofft sich ihm bietende Chance... Unter seinem Einfluss sagt sich der enttäuschte Vater von Fritz los. Nur Fritzens Braut, Maria, die auch auf Schloss Buttlar lebt, hält weiter zu dem Verfehmten. 

Die Rebellen erbeuten gerade einen schwerbewaffneten Munitionstransport des Fürsten, als sie den ersten Rückschlag einstecken müssen. Max, Kundschafter und Vertrauter, wird gefasst, gefoltert und soll zusammen mit Nicole hingerichtet werden. In einem verwegenen Handstreich befreien die Rebellen Max und Nicole.

Fritz verstößt Pfeiffer, einen Rebellen, der Greueltaten verübt hat. Der Ausgestoßene sinnt auf Rache. Er verbreitet im Schloss Buttlar die Nachricht, Fritz sei gehängt worden. Fritzens "schmählicher Tod" und die unverhohlene Freude seines Bruders, der sich nun als der neue Graf von Buttlar fühlt, zerbrechen den Vater. Er stirbt.

Als Herr der Grafschaft lässt nun Ludwig seinen despotischen Neigungen freien Lauf. Nur Maria, um die er vergeblich wirbt, setzt ihm Widerstand entgegen.

Der von Ludwig davongejagde Pfeiffer spielt die Brüder gegeneinander aus. Er klärt Fritz über die Machenschaften seines Bruders auf. Das wird das Lager der Rebellen von den Truppen des Fürsten gestürmt. Max hatte unter der Folter das Versteck der Rebellen verraten. Mit knapper Not entkommen Fritz und die anderen. Sie folgen ihm zum Schloss Buttlar in dem Glauben, er wolle nun an Ludwig, dem Tyrannen, tödliche Rache nehmen.

In panischer Angst flieht Ludwig vor dem totgeglaubten Bruder und wird von den Rebellen vor der Schlosskapelle erschossen.

Die Hinrichtung seines Bruders war keineswegs in Fritzens Absicht gelegen. Er fühlt nicht mehr die Kraft, den Weg als Anführer der Räuberbande weiterzugeben. Mit Maria bleibt er zurück, während die Rebellenschar, nunmehr geführt von  Nicole von Beck, weiterzieht, um den Kampf gegen die Unterdrücker des Volkes fortzusetzen. 

  

Tod oder Freiheit lehnt sich in den Handlungsgrundzügen an Schillers "Räuber" an, ist jedoch von einer Literaturverfilmung weit entfernt. Es wurde nicht der untaugliche, von vornherein zum Scheitern verurteilte Versuch gemacht, Schillers Sprache, Philisophie und Bühnendramaturgie in den Film hineinzunehmen. Der Film versteht sich als eigenständiges Unternehmen, das mit Schillers "Räubern" nur einige Handlungselemente und den historischen Hintergrund gemeinsam hat.

    

 

Zum historisch-politischen Hintergrund

Es gab im 18. Jahrhundert ungefähr 240 souveräne Kleinstaaten im zersplitterten Deutschland. In einem dieser zahlreichen Fürstentümer spielt die Handlung. Hier hat eine Politik der Willkür ein Klima der Gewalt geschaffen. Brutale Rekrutierungsaktionen für Söldnergeschäfte nach Übersee, Sippenhaft, Verfolgung, Einkerkerung und Folter, öffentliche Hinrichtungen sind dafür kennzeichnend. Die Entrechteten und Opfer des Regimes können sich nur in der Illegalität sammeln. Auf der einen Seite die Herrschenden mit ihren Handlangern (dem Militär und einer breiten Schicht von Mitläufern), auf der anderen Seite eine Handvoll Adliger mit fortschrittlicher Einstellung (Libertiner), verbündet mit Gleichgesinnten aus allen Ständen. Sie repräsentieren mit eigenen militärischen Organisationsformen - den Räuberbanden - die einzige Macht gegen die feudalstaatliche Obrigkeit. Eine der schlagkräftigsten Gruppierungen ist die Bathasar-Krummfinger-Bande (Schillers Vorbild für "Die Räuber"), sie besteht über 50 Jahre.

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Heft 29b, Juli - August 1980, Seiten 15-22, hrg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit)

 

 

  

 

Anmerkung:

Darsteller Wolfgang Schumacher ist übrigens identisch mit Malte Thorsten, der für seine Rolle in der Simmel-Verfilmung Liebe ist nur ein Wort einen Bundesfilmpreis bekommen hatte.

  

  

    

 

 

 

 

  

  

  

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 20. Mai 2016

  

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Das Foto wurde mir freundlicherweise von Ziegler-Film zur Verfügung gestellt.