Don Quichotte's Kinder 1980
Inhalt Der Film erzählt die Geschichte eines 11jährigen Jungen, der eine Annonce aufgibt, in der er 'jemanden sucht, der zu ihm hält...".
Alexander leidet unter dem Verlust seines Vaters, den er in seinen Tagträumen zu einem Ideal stilisiert, von dem seine Mutter in Scheidung lebt. Einsam ist Alexander auf seiner Suche den emanzipatorischen Klimmzüge seiner Mutter ausgeliefert. Sie beweist sich zwanghaft, indem sie ihr Abitur nachmacht und genau "so gut" studieren will wie ihr Mann (ein ehemaliger Apo-Held).
Alexander, selbst zaghaft kurz vor seiner Pubertät, erlebt sie bei ihren Versuchen der "freien Liebe", die schon in der Studentenbewegung niemanden befreite. Verklärt und ohne Halt steht Alexander der Generation seiner Eltern gegenüber, die in den 68er Jahren zu Kampfhähnen wurden, weil sie zu schwach waren, Gefühle zu zeigen. Heute fehlt es ihnen an Lebenskunst, Ironie und Neugierde.
Ein Mädchen - Babette - eben mit diesen Einsichten, ist es, bei dem der Junge schließlich Mut und Geborgenheit findet. Für Alexanders Mutter wird die Freundschaft der beiden zu einem schmerzlichen Hinweis ihrer eigenen Fehler. Unter dem Einfluss der Kinder löst sie sich aus ihrer Verhärtung. Es ist das kleine Mädchen, dem sie sich am Ende, zum ersten Mal weich und kindlich mit ihrer Wahrheit, ihre Betroffenheit anvertraut. Für Alexander ist die Geschichte seiner Eltern durchschaubar, greifbar geworden. Mit dieser Orientierung kann er seine Veridealisierung über Bord werfen und für das Mädchen ein Freund werden. (Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: August 2010 |