In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod 1976
Inhalt
Die Geschichte der Inge Maier: Beischlafdiebstahl ist eine Triebrichtung, keine Prostitution. Interesse für den Körper, zugleich Interesse für die Brieftasche. Lust- und Realitätsprinzip in einer Person praktisch vereinigt. In zertrümmerter Gestalt hat jeder Mensch solche zugleich libidinösen und kapitalistisch durchwachsenen Augen. Unrealistisch ist nicht Inge Maier, sondern die Tatsache, dass eine so allgemein verbreitete Haltung uns unrealistisch erscheint.
Die Geheimagentin Rita-Müller-Eisert: Die Agentin läuft nicht davon, sie läuft überall hin: eine "hochqualifizierte Fachkraft", die indessen ihrem Auftrag nicht genügt und dadurch ihrem Agentenführer den vaterländischen Verdienstorden vermasselt; die keine Fakten liefert (die seien sowieso im Wirtschaftsteil der FAZ nachzulesen), sondern sich von ihrem Agentengefährten, der Marx im Original liest, dazu bewegen lässt, die bundesrepublikanische Wirklichkeit an der Basis auszuspähen; der Ufa-Melodramen die Tränen in die Augen zu treiben; die zum Treff nicht kommt, weil sie lieber mit einem Mann unter die Decke kriecht, kurzum: eine Realisation der Spionage, die langatmige Berichte liefert, von denen ihre Auftraggeber meinen, es sei Agentenlyrik, geeignet, im Potsdamer Marchwitza-Haus rezitiert zu werden. (Quelle: Zweites Deutsches Fernsehen, Informations- und Presseabteilung: "Das Fernsehspiel im ZDF", Heft 13, Juni-August 1976)
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Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: Sept. 2010 |