Tanker 

1970

 

Filmliste Volker Vogeler

 

  

  

Regie ...............................

Volker Vogeler

Drehbuch .........................

Günter Herburger

Vorlage ............................

-

Bauten .............................

Günther Naumann

Produktion ........................

Bavaria Atelier München-Geiselgasteig, im Auftrag des WDR

Kamera ............................

Gerard Vandenberg

Musik ...............................

Eugen Innin

Länge ..............................

92 Minuten

Ur-/Erstaufführung .............

ARD 17. März 1970

Genre ..............................

Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Katrin Schaake ...................

Helga

Hans-Michael Rehberg .......... Peter
Karl-Georg Saebisch ............ Offenbach
Ivan Desny ........................ Lichtentäler
Ulrich Matschoss ................. Sitting

                  

 

 

Inhalt  

 

Der Film handelt von der Fiktion Geld in der kapitalistischen Gesellschaft: wie verhält sich Geld in unserer Wirtschaft, in unserer Sozietät. Ein Fall wird erfunden, eine Transaktion. Das heißt, die Ware, die verhandelt wird, ist nicht sichtbar, auch sie hat Fiktionscharakter, sie ist nur eine Zahl und Bezeichnung auf dem Papier. Ein Makler z.B. interessiert sich nicht für den Gebrauchswert der Dinge, mit denen er handelt, er interessiert sich nur für ihren Tauschwert. Wenn er seinen Informationsvorteil verkauft, erhöht er nicht den Gebrauchswert des Produkts, wohl aber dessen Tauschwert. In der Figur des Maklers verkörpert sich das Tauschprinzip, das unsere Gesellschaft zusammenhält: die Vorstellung, andere könnten das haben, was man selbst braucht, und man selbst besitze das, was andere benötigen.

  

Folgender Fall ist möglich: Eine Sekretärin, die bei einem Finanzmakler arbeitet, erfährt durch einen Brief, dass ihrem Chef fünf alte Tanker angeboten werden. Der Mann der Sekretärin ist Volkswirtschaftler, Universitätsassistent. Beide wollen vom System der Geldwirtschaft profitieren. Während die Frau in der Praxis steht, hat der Mann das Wissen, wie sich  Ware im kapitalistischem System verhält, d.h., er handelt als Theoretiker. Beide schalten sich in die Transaktion ein. Das Mädchen bietet einem Bankdirektor die fünf Tanker an. Dieser ist, da er über fremdes Anlagekapital verfügt, an dem Geschäft interessiert. Die Transaktion klappt zunächst. Dann stellt sich heraus, dass Geld nur dann verdient werden kann, wenn vorher investiert wird. Das besagt wiederum, dass Wissen allein im Kapitalismus nicht genügt. Man muss über Machtmittel verfügen. Wer mit Geld handelt, muss Geld besitzen.

Die Tanker sind ältere Schiffe aus den 1950er-Jahren, ihre Ladekapazität ist begrenzt, die Schiffe müssen modernisiert werden. Jeder der beteiligten Finanzmakler soll seine Maklerprozente plus der doppelten Provision in das Geschäft einbringen, wodurch die Makler automatisch zu Besitzern der Tanker werden. Derjenige, der kein Geld besitzt, wird also vom Geschäft ausgeschlossen. Der Plan des Ehepaares scheitert. Der Hauptfehler der beiden liegt darin, dass sie sich systemkonform verhalten und den Gewinn für sich wollen, ohne die Forderung nach eigenem Kapital erfüllen zu können. Und weil sie den Gewinn für sich privat wollten, anstatt ihn als Kapital in Bewegung zu halten oder für ein gesellschaftliches Ziel zu handhaben, werden sie auch konsequent bestraft. Sie müssen den Konflikt, in den sie geraten, weil das System sie von der Beute ausschließt, verinnerlichen, denn sie haben weder Freunde noch Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe. Vom System geschlagen, können sie als  Einzelne nicht zurückschlagen, schlagen daher am Schluss sich selbst. Ich fand es wichtig zu zeigen, welchen Charakter Geld in unserer Gesellschaft annimmt, wie Leute sich verhalten, die mit viel Geld umgehen. Das Beispiel zeigt, dass die Konsequenz des Kapitalismus Marsch in die Neurose heißt. (Günter Herburger)

(Quelle: Broschüre Fernsehspiele Westdeutscher Rundfunk, erstes Halbjahr 1970, Seite 64-66, WDR Pressestelle)

    

    

    

  

 

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 18. Juni 2016

  

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