Berliner Antigone

1968

 

Filmliste Rainer Wolffhardt

  

   

   

 

Regie

Rainer Wolffhardt

Drehbuch

Leopold Ahlsen

Vorlage

nach einer Erzählung von Rolf Hochhuth

Redaktion

Hans-Jürgen Bobermin, Wolfgang Hammerschmidt

Produktion

Universum-Film Berlin

Kamera

Gunter Bach

Musik

-

FSK

-

Länge

65 Minuten

Sonstiges

Der historische Hintergrund der Erzählung ist die Überstellung von 269 hingerichteten Frauen an die Berliner Anatomie in den Jahren 1939–1945. Die Leichen wurden zu Versuchszwecken missbraucht. (Beschreibung bei tv-media.at)

Auszeichnung

1968:

Preis der Fernsehkritik - Goldener Bildschirm

Ehrende Anerkennung der Jury für den Adolf Grimme-Preis; Preis der Presse des Adolf Grimme-Preises an den Regisseur Rainer Wolffhardt

Lobende Anerkennung der Pressejury des Adolf Grimme-Preises an Donata Höffer für die Hauptrolle in dem Film

1969:

Internat. Fernsehfestival in Prag - Preis der tschechoslowakischen Fernsehzuschauer und ehrende Erwähnung in der Kategorie 'Künstlerische Werke' 

 

Ur-/Erstaufführung

24.11.1968

Genre

Fernsehspiel

      

    

  

Darsteller

Rolle

Donata Höffer

Anne Hofmann
Dieter Borsche Dr. Hellmer
Peter Kappner Bodo Hellmer
Manfred Heidmann Pfarrer Ohm
Frank Glaubrecht Christian Hofmann
Ilse Steppat Wärterin
Robert Dietl Staatsanwalt
Eva Lisser Frau Hellmer
Emmy Burg Frau Hofmann
Evelyn Meyka Aufseherin

      

      

       

Inhalt

"Die Angeklagte hat in der Nacht vom 20. zum 21. Mai 1943 den zur Bestattung nicht freizugebenden, sondern gem. Führererlass vom 3. September 1942 der hiesigen Anatomie zu gemeinnütziger Verwertung zu überstellenden Leichnam ihres wegen Wehrkraftzersetzung hingerichteten Bruders aus dem Leichenkeller der Anatomie entwendet und an unbekannter Stelle begraben. Sie hat hierbei unter verschwörerischer Inanspruchnahme fremder Hilfe gehandelt und sich schmählich die Verdunkelung, die Luftschutzmaßnahmen der Universitätsverwaltung und die durch einen feigen Terrorangriff des Feindes entstandene Verwirrung zunutze gemacht."

Diese Urteilsbegründung erzählt bereits die Handlung die Handlung des Fernsehspiels BERLINER ANTIGONE, das Leopold Ahlsen nach Rolf Hochhuths zeitgenössischer Paraphrase auf den klassischen Antigone-Stoff schrieb.

*****

 

Das Geschehen des Spiels beginnt in dem Augenblick, in dem Anne, noch das Todesurteil im Ohr, zur Zelle geführt wird, und reicht bis zum Abend vor der Vollstreckung. Dazwischen wird in gedanklichen Impressionen und Partikeln die Vorgeschichte, immer subjektiv von der Angeklagten erlebt, wiedergegeben. Ahlsen arbeitet mit Montagen von Bewusstseins- und Erinnerungsfetzen; er hebt die Kontinuität der Zeit fast völlig auf, verzahnt Vergangenes mit Gegenwärtigem und Zukünftigem. Durch diesen Kunstgriff und den Verzicht, das Geschehen aus dem Blickwinkel des objektiven Beobachters zu zeigen, gelingt ihm eine erstaunliche seelische Demaskierung der weiblichen Hauptfigur.

 

*****

 

Anne Hofmann, die "Berliner Antigone", wurde zum Tode verurteilt, weil sie gegen die Anordnungen der Nazis gehandelt hatte. Mut, Bekenntnis, Hilfsbereitschaft, Ungehorsam und schließlich Sabotage - es gibt vielfältige Motive, die einzelne oder Gruppen in die Opposition geraten ließen oder gar in den Widerstand gegen das nationalsouialistische Regime. Was veranlasste damals einen Menschen, sein leben aufs Spiel zu setzen? "Warum habt ihr Hitler widerstanden?" - unter diesem Titel gehen Guido Knopp und Ralf Piechowiak auf die Suche nach dem anderen Deutschland. Ihre Dokumentation zeigt das ZDF in der Reihe "Von Weimar nach Bonn" am 14. Februar, einen Tag vor diesem Fernsehspiel.

 

(Quelle: Broschüre "Spiel im ZDF", Heft 2, Februar 1989, ©1989 by Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Presse / Öffentlichkeitsarbeit, Mainz)

 

  

  

 

  

   

   

   

   

 

 

 

 

 

 

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 1. November 2026

  

Die o.g. Angaben zum Film sind nach bestem Wissen gesammelt, aufgeschrieben und bearbeitet worden und enthalten zum Teil Texte aus fremden Webseiten bzw. literarischen Quellen.

Weiterhin möchte ich bemerken, dass ich auf Inhalte zu externen Webseiten keinen Einfluss habe und keine Gewähr dafür übernehmen kann. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt. Sollten mir bei den o.g. Angaben Fehler unterlaufen sein, so werden diese bei entsprechender Nachricht und Kontrolle ebenfalls entfernt bzw. korrigiert.