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Franz
Peter Wirth
Regisseur
Drehbuchautor Darsteller
Seine
Filme
Geboren
am 22. September 1919 in München
Gestorben
am 17. Oktober 1999
Studium
der Theaterwissenschaft, Schauspieler-Ausbildung, Front-Theater, Theater in
amerikanischer Kriegsgefangenschaft.
Ab 1948 Dramaturg und Regisseur in Hof,
Pforzheim. 1954 - 1960 Oberspielleiter Fernsehen beim SDR. 1958 - 1963 nebenbei
neun unterhaltende Kinofilme. 1960 Oberspielleiter Bavaria. Mitbegründer
des "Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland
e.V."
Franz
Peter Wirth war mit der Schauspielerin Wega Jahnke verheiratet.
(Quelle:
TV-Lexikon von Egon Netenjakob, Fischer Cinema TB Nr. 11947, Frankfurt 1994)
Nachruf
- Franz Peter Wirth
Über hundertfünfzig Fernsehinszenierungen, darunter Mehrteiler und Serien,
stammen von Franz Peter Wirth. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und
einer Schauspielausbildung hat er an kleineren Theatern gearbeitet, ehe er 1954
zum Fernsehen wechselte, als Oberspielleiter beim Süddeutschen Rundfunk und bei
der Bavaria, München. Er fand einen eigenen Weg zur Umsetzung von Bühnenstücken
für das neue Medium: karge, aufs Wesentliche reduzierte Dekorationen, viele Großaufnahmen,
wenig Gestik, pathoslose Sprache.
Er inszenierte Anouilh, Miller, Sartre, Schiller, Brecht, Lorca, Kipphardt. Bei
seinem Hamlet mit Maximilian Schell
waren 1960 60 % aller
Fernsehgeräte eingeschaltet. Einem breiten Publikum Theaterstücke und
Prosawerke im Fernsehen nahezubringen, war sein Bestreben, und er setzte dabei
"auf eine verständliche, am Inhalt orientierte Form, die sich als werktreu
versteht und sich respektvoll gegenüber den Vorlagen verhält" (Egon
Netenjakob). Bei Krimis und Unterhaltungsstücken lieferte dieser vielseitige
Regisseur beste Handwerksarbeit ebenfalls nach diesem Prinzip.
Der Studioproduktion folgte auch bei Wirth der Fernsehfilm an Originalschauplätzen,
dem Einzelstück die Serie, bei ihm allerdings Serie vom Feinsten: Golo Manns
Biographie Wallenstein als "Schau- und Lehrstück" in 6
Teilen, Ein
Stück Himmel diese Geschichte eines Warschauer
Kindes im Warschauer Ghetto zählt zu den eindringlichsten filmischen
Darstellungen der Hitlerschen Judenverfolgung – und Buddenbrooks
in 11 Teilen (156 Drehtage) – heute unvorstellbar: durchschnittlich 43,6 %
aller Fernsehhaushalte hatten 1979 eingeschaltet, mit Ausstrahlungen in über 20
Ländern wohl auch die international erfolgreichste Verfilmung deutscher
Literatur.
In den achtziger Jahren hat er, fürchtend dass so etwas bald nicht mehr möglich
sein wird, zwei Schiller-Stücke noch einmal und exemplarisch in seinem Stil in
Szene gesetzt, auch um zwei große ältere Schauspieler in Glanzrollen im Film
festzuhalten: Don Carlos mit Rolf Boysen
als König Philipp und Wallenstein
mit Thomas Holtzmann. 1988-90 wandte er sich aktuellen Gegenwartsstoffen zu wie
früher selten: er inszenierte für den Hessischen Rundfunk drei realistische
Filme zum Ende der DDR (Karambolage, Notenwechsel,
Dornberger),
geschrieben von dem DDR-Autor Gerhard Bengsch, heute aufschlussreiche filmische
Dokumente über die Wende in Deutschland.
(Quelle: mit freundlicher
Genehmigung der Akademie der Darstellenden
Künste)
Links fremder Seiten:
www.bayerischesstaatsschauspiel.de
(über Rolf Boysen)
www.bayerischesstaatsschauspiel.de
(über Thomas Holtzmann)
www.darstellendekuenste.de
Layout:
Rosemarie Kuheim
Bearbeitet:
22.02.2011
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