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Im Reservat 1973
Inhalt
Das Haus in einem Berliner Sanierungsgebiet soll abgerissen werden. Die meisten Bewohner sind bereits ausgezogen. Es sind noch die Hausmeisterfamilie und die alte Frau Minkwitz (toll gespielt von der hervorragenden Johanna Hofer) geblieben. Standhaft weigert sich die Alte, trotz Räumungsbefehl, die Wohnung zu verlassen. Alfred Bergmann, ein alter Transvestit (Paraderolle für Wolfgang Kieling) wohnt mit ihr zusammen. Für die beiden einsamen Menschen bedeutet die Vertreibung aus der Wohnung das Aus einer für jeden nützlichen und sinnvollen Lebensgemeinschaft. Die alte Frau Minkwitz könnte sich ohne ihren hilfreichen Untermieter in ihrem doch schon reichlichen Verlust des Realitätssinnes im Leben kaum noch behaupten. Alfred dagegen müsste sich erst wieder nach einer neuen Bleibe umschauen und wahrscheinlich lange suchen, bis er so eine tolerante Wirtin, die seinen Lebensstil und sein "Anderssein" nicht mehr wahrnimmt, wieder findet. Das ungleiche Paar, das sich doch so gleicht, verteidigt ihr "Reservat" mit verzweifeltem Trotz gegen die Hausverwaltung und auch gegen die aus der BRD anreisenden Tochter, die ihre Mutter im Auftrag der Behörden zum Verlassen der Wohnung drängt. (rk)
Zitate von Pressestimmen: "Frau
Johanna Hofer und ihr Partner Wolfgang Kieling haben als Darsteller miteinander
Wundertaten vollbracht. Die alte Dame: ein Mysterium der Unbefangenheit, eine
Immaculata. Der Weib-Mann, der Transvestit: ein männlicher Held, ein Ritter
ohne Tadel. Welch ein Duett!" (Quelle:
Süddeutsche
Zeitung, 15.6.1973) "Unter
der ungeheuer prägnanten, ungeheuer sensiblen Regie von Peter Beauvais wurde
hier ein Stück unpopulärer Alltag ausgebreitet. Hier stimmte jedes Wort, jede
Geste ..."
(Quelle:
Die
Welt, 15.6.1973)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |