Im Reservat 

1973

 

Filmliste Peter Beauvais

  

   

 

Regie

Peter Beauvais

Drehbuch

Peter Stripp

Produktion

Intertel Television GmbH, München, Berliner Union-Film GmbH, Berlin, im Auftrag des ZDF

Kamera

Wolfgang Treu

Musik

-

FSK

-

Länge

100 Minuten

Sonstiges

1974 Adolf Grimme-Preis in Gold an den Autor Peter Stripp, den Regisseur Peter Beauvais und an die Darsteller Rosemarie Fendel, Johanna Hofer und Wolfgang Kieling.

1973 Preis der Akademie der darstellenden Künste an Wolfgang Kieling.

Ur-/Erstaufführung

13. Juni 1973

Genre

Drama

   

    

 

Darsteller

Rolle

Wolfgang Kieling

Alfred Bergmann

Johanna Hofer

Frau Minkwitz (Mäuschen)

Rosemarie Fendel

Tochter von Frau Minkwitz

Johannes Schaaf

Arzt

Käte Jaenicke

Schwester im Heim

    

  

    

Absolut genial in der Rollge des Transvestiten: Wolfgang Kieling, hier ein Foto vom Filmfest Hamburg 1979

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

    

    

Inhalt

 

Das Haus in einem Berliner Sanierungsgebiet soll abgerissen werden. Die meisten Bewohner sind bereits ausgezogen. Es sind noch die Hausmeisterfamilie und die alte Frau Minkwitz (toll gespielt von der hervorragenden Johanna Hofer) geblieben. Standhaft weigert sich die Alte, trotz Räumungsbefehl, die Wohnung zu verlassen. Alfred Bergmann, ein alter Transvestit (Paraderolle für Wolfgang Kieling) wohnt mit ihr zusammen. Für die beiden einsamen Menschen bedeutet die Vertreibung aus der Wohnung das Aus einer für jeden nützlichen und sinnvollen Lebensgemeinschaft. Die alte Frau Minkwitz könnte sich ohne ihren hilfreichen Untermieter in ihrem doch schon reichlichen Verlust des Realitätssinnes im Leben kaum noch behaupten. Alfred dagegen müsste sich erst wieder nach einer neuen Bleibe umschauen und wahrscheinlich lange suchen, bis er so eine tolerante Wirtin, die seinen Lebensstil und sein "Anderssein" nicht mehr wahrnimmt, wieder findet. Das ungleiche Paar, das sich doch so gleicht, verteidigt ihr "Reservat" mit verzweifeltem Trotz gegen die Hausverwaltung und  auch gegen die aus der BRD anreisenden Tochter, die ihre Mutter im Auftrag der Behörden zum Verlassen der Wohnung drängt. (rk)

 

 

 

 

  

 

Zitate von Pressestimmen:

"Frau Johanna Hofer und ihr Partner Wolfgang Kieling haben als Darsteller miteinander Wundertaten vollbracht. Die alte Dame: ein Mysterium der Unbefangenheit, eine Immaculata. Der Weib-Mann, der Transvestit: ein männlicher Held, ein Ritter ohne Tadel. Welch ein Duett!" (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.6.1973)

   

"Unter der ungeheuer prägnanten, ungeheuer sensiblen Regie von Peter Beauvais wurde hier ein Stück unpopulärer Alltag ausgebreitet. Hier stimmte jedes Wort, jede Geste ..." (Quelle: Die Welt, 15.6.1973)

  
"Dass ihm das ohne den soziologischen oder moralischen Zeigefinger gelang, dass in der tristen, im Grunde doch perspektivelosen Atmosphäre sogar immer wieder komödiantische Leichtigkeit aufkam, lag gewiss an der unverkrampften Dramaturgie Stripps, an seiner detailliert einfühlsamen Zeichnung der Charaktere und schließlich auch an der unprätentiösen Regie von Peter Beauvais. Vor allem aber an den Schauspielern Johanna Hofer und Wolfgang Kieling, die bei aller Virtuosität nie in die Gefahr schauspielerischen Selbstzwecks gerieten, sondern Stripps Text mit Leben erfüllten."
(Quelle: epd Nr. 22, 23.6.1973)

  

     

    

    

   

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 06/2010