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Johannes Schaaf
Regisseur
Johannes Schaaf wurde am 7. April 1933 in Stuttgart geboren.
Er machte sich mit Film- und Fernsehproduktionen, später mit Operninszenierungen einen Namen. 1967 drehte er mit Tätowierung ein psychologisches Gesellschaftsportrait mit Christof Wackernagel in der Hauptrolle. Der Film ist ein Paradebeispiel für die Aufbruchstimmung in der jungen deutschen Filmemacher-Generation der End-60er-Jahre. 1971 zeigt er mit Trotta die Geschichte eines jungen k.u.k.-Offiziers. 1973 zeigt der Film Traumstadt die Geschichte eines Münchner Künstlerehepaares, das den ersehnten Traum von der totalen Freiheit in einer utopischen modernen Zivilisation erlebt und 1985 dreht er den Film Momo nach dem Bestseller von Michael Ende. Als Darsteller war er zu sehen in Rainer Erlers Schlüsselblumen (1961), in Die Möwe (1963), Alle Jahre wieder von Ulrich Schamoni (1966), Jaider, der einsame Jäger (Regie: Volker Vogeler, 1970), Das falsche Gewicht (Regie: Bernhard Wicki, 1970), Im Reservat (Regie: Peter Beauvais, 1973), Der Kommissar - Sturz aus großer Höhe (Regie: Michael Braun, 1975), Wenn ich mich fürchte (Regie: Christian Rischert, 1983).
Zu Beginn der 50er-Jahre studierte Johannes Schaaf in Tübingen Medizin. Nebenbei jobbte er als Taxifahrer und kam schließlich als Regieassistent an das Stuttgarter Schauspielhaus und 1958 nach Ulm an die dortige Bühne. Der Intendant Kurt Hübner, später sehr bekannt am Bremer Schauspielhaus, gab ihm die Gelegenheit zur Bühnenregie. Johannes Schaaf folgte Hübner nach Bremen. Kurz darauf konnte er sein Regiedebüt beim Fernsehen geben im Fernsehspiel Ein ungebetener Gast mit Wolfgang Kieling. Es folgten weitere Fernsehspiele wie zum Beispiel Hotel Iphigenie, Der Mann aus dem Bootshaus (1966) oder Lebeck (1967).
Er arbeitete u.a. am Wiener Burgtheater, dem Berliner Schillertheater, dem Münchener Residenztheater und bei den Salzburger Festspielen (Leonce und Lena, Nathan der Weise, Der tolle Tag von Beaumarchais). Seit Mitte der 80er Jahre widmet er sich verstärkt Operninszenierungen, u.a. bei den Salzburger Festspielen mit "Capriccio", "Die Zauberflöte" und "Die Entführung aus dem Serail". Am Royal Opera House Covent Garden in London inszenierte er "Idomeneo" und einen Zyklus der drei Da Ponte-Opern. 1980/81 war Schaaf gemeinsam mit dem Bühnenbildner Wilfried Minks für kurze Zeit im Direktorium des Mitbestimmungsmodells am Schauspiel Frankfurt.
Neben mehreren Arbeiten an der Hamburgischen Staatsoper, an der Wiener Staatsoper und am Opernhaus in Genf inszenierte er in den letzten Jahren am Staatstheater Stuttgart: "Lady Macbeth" von Mzensk, "Wozzeck", "Rigoletto", "Simon Boccanegra", "Hänsel und Gretel", "Falstaff" und "Pique Dame". An der Bayerischen Staatsoper in München interpretierte er u.a. Boris Godunow (erklärt als "Musikalisches Volksdrama, R.K.), den er auch zur Eröffnung der Neuen Oper in Tel Aviv einstudierte. In Stockholm brachte er eine Neuinszenierung von "Othello" heraus. In Amsterdam inszenierte er "Fidelio", "Die Fledermaus", "Eugen Onegin2 und "König Roger" von Karol Szymanowski. An der Zürcher Oper erarbeitete Johannes Schaaf Verdis "Aida" und eine vielbeachtete Neufassung von Webers "Oberon". "Cosi fan tutte" war nach "Le nozze di Figaro" die zweite Neuinszenierung von Johannes Schaaf am Aalto-Theater Essen. In dieser Spielzeit führt er bei "Ariadne auf Naxos" Regie.
Johannes Schaaf lebte viele Jahre mit der Schauspielerin Rosemarie Fendel zusammen. Seit 1984 ist er mit der Opernsängerin Stella Kleindienst verheiratet.
1967 und 1971 wurde Johannes Schaaf mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Für Große Liebe erhielt er 1966 eine besondere Anerkennung beim Fernsehspielpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Diese Seite enthält Links fremder Seiten: www.omm.de (Oper: Ariadne auf Naxos) www.focus.de (über den Tod von Kurt Hübner) wikipedia (über Christof Wackernagel) www.filmportal.de (Film Momo) www.renaissance-theater.de (über Wilfried Minks)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 20.03.2010
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