Rückfälle
1977
Filmliste Peter Beauvais
|
Regie
|
Peter
Beauvais
|
|
Drehbuch
|
Daniel
Christoff
|
|
Vorlage
|
-
|
|
Produktion
|
WDR,
Produktionsleiter Karlheinz Hornung
|
|
Kamera
|
Jörg
Michael Baldenius
|
|
Musik
|
-
|
|
FSK
|
-
|
|
Länge
|
103
Minuten
|
|
Sonstiges
|
-
|
|
Auszeichnung
|
-
|
|
Ur-/Erstaufführung
|
13.12.1977
|
|
Genre
|
Drama,
Alkohol, Suchterkankung
|
Inhalt
Manfred
Burger glaubt, sein Leben könnte nun wieder so sein wie früher, eher er
angefangen hatte zu trinken. In seiner Arbeitsstelle war er ultimativ
aufgefordert worden, sich einer Entziehungskur zu unterwerfen. Man hatte ihn
entlassen, als er
nicht sofort einen Heimplatz bekam. Erst nach monatelanger
Wartezeit klappte es mit der Kur. Jetzt ist sie erfolgreich beendet. Burger will
wieder Ordnung in sein Leben bringen. Vor allem hofft er, das gestörte Verhältnis
zu seiner Frau harmonisieren zu können. Nach anfänglicher Bereitschaft Evas
bricht bei ihr Gereiztheit und Misstrauen durch. Aussichtslos ist Burgers
Versuch, endlich den dominierenden Einfluss seiner Mutter zurückzudrängen, die
seine Ehe von Anfang an in Frage gestellt und eigentlich seine Flucht in den
Alkohol ausgelöst hatte. Als die Gewerkschaft ihm ihre entscheidende Unterstützung
beim Kampf um die Wiedereinstellung versagt, als er vergeblich versucht, eine
andere Arbeit zu finden, kommt es zu einem Rückfall. Verzweifelt wehrt sich
Burger gegen eine Entwicklung, die er schon einmal durchlaufen und deren
Konsequenzen er nicht kontrollieren kann. Dieses Mal demoliert er die Wohnung
und schlägt brutal auf seine Frau ein, die daraufhin die Scheidung einreicht.
Ein paar Tage behält man ihn zur Ausnüchterung im Krankenhaus, dann zieht er
wieder von Kneipe zu Kneipe. Bei einer Psychologin in der städtischen
Beratungsstelle erfährt er eine genaue Analyse seines Falles, bekommt er wertvolle Hinweise, in seiner konkreten Situation aber kann sie ihm auch nicht
helfen. Burger verkriecht sich in der Wohnung seiner Mutter. Im Delirium stürzt
er sich aus dem Fenster.
(ARD-Fernsehspiel,
Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Oktober bis Dezember 1977)
Er
erfinde seine Stoffe nicht, sagte der Autor und Regisseur Daniel Christoff
einmal, sondern finde sie! In dem Film-, Theater- und Opernregisseur Beauvais
fand Christoff den rechten Mann, sein bitter realistisches Drama kongenial umzusetzen.
 |
 |
 |
|
Völlig
am Ende: Manfred Burger sieht keinen Ausweg mehr...
Die Szenefotos
stellte mir freundlicherweise PIDAX-Film
zur Verfügung. |
Das bewegende
Alkoholiker-Drama mit Günter Lamprecht
Für Manfred Burger sieht die Welt wieder normal aus: es scheint
tatsächlich so, als ob er nach einer Entziehungskur seine Alkoholsucht in
den Griff bekommt. Doch als er vollständig trocken ist, muss er
feststellen, dass die Gesellschaft um ihn herum mit seiner Krankheit nicht
umgehen kann: er verliert seinen Job, die Gewerkschaft hat kein Verständnis
für ihn und die Beziehung zu seiner
Frau ist stark angeschlagen. Nirgends findet Burger Halt, auch weil
Alkoholismus von vielen nicht als Krankheit betrachtet wird. Der Mann
entgleist daher immer mehr und die Flasche wird sein täglicher Begleiter.
In lichten Momenten weiß er, dass er es nicht alleine schaffen kann und
sucht bei einer Therapeutin Hilfe. Doch sobald Burger wieder getrunken
hat, wird er gewalttätig und schlägt seine Frau. Die Konsequenz heißt
Scheidung! Alles gerät immer mehr aus der Bahn, der Kranke befindet sich
in einem Teufelskreis ohne Ausweg, der zu einem fatalen Ende führt. - Die
Schilderung des tragischen Schicksals von Manfred Burger ist zeitlos und
nach wie vor von trauriger Aktualität. Autor Daniel Christoff hielt der
hilflosen Gesellschaft mit diesem Film gnadenlos den Spiegel vor. - Günter
Lamprechts Interpretation des Manfred Burger sucht ihresgleichen. Selten
war eine schauspielerische Leistung so realitätsnah und glaubwürdig wie
hier! Günter Lamprecht wurde für seine Rolle als Manfred Burger mit der
"Goldenen Kamera" ausgezeichnet. - Für die minutiöse
Inszenierung zeichnet einer der besten deutschen Fernsehregisseure aller
Zeiten verantwortlich: Peter Beauvais.
Ein schockierend realitätsnahes Drama und einer der besten Filme über
das Thema Alkoholsucht. Eine unter die Haut gehende Geschichte, deren
Titel eine tragische Doppelbedeutung hat.
(Text: PIDAX-Film
- mit freundlicher Genehmigung)
Fremde
Links:
www.steffi-line.de
(über Johanna Hofer)
www.steffi-line.de
(über Ulrich Matschoss)
www.pidax-film.de
Layout:
Rosemarie Kuheim
Bearbeitet:
11/2010 |