Das Beil von Wandsbek 

1983

 

Filmliste von Heinrich Breloer

 

  

 

Regie

Heinrich Breloer

Drehbuch

Horst Königstein (nach dem Roman von Arnold Zweig)

Produktion

Co-Produktion des NDR und WDR

Kamera

Klaus Brix

Musik

Annete Humpe

FSK

-

Länge

145 Minuten

Sonstiges

 

 

 

1. Sonderpreis des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen für die bester Literaturverfilmung 1983 (im Rahmen des Adolf Grimme-Preises)

2. beste Idee, Buch und Regie einer europäischen Fernsehproduktion auf dem italienischen Festival teleincontro, Mai 1983

3. Der Film wurde bereits 1951 von Falk Harnack verfilmt.

Ur-/Erstaufführung

12.08.1982

Filmbeschreibung

Goethe-Institut

Genre

Literaturverfilmung, Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Roland Schäfer

Schlachter Teetjen

Angelika Thomas

Stine, seine Frau

Hildegard Schmahl

Käthe Neumeier, Ärztin

Dietmar Mues

Reeder Footh

Barbara Nüsse

Annette Koldewey

Ulrich Matschoss

Gefängnisdirektor Koldewey

Hildegard Wensch

Frau Lehmke

Edgar Hoppe

Herr Lehmke

Robert Tillian

Vierkant, Journalist

Burkhart Klaußner

Burghart Klaußner wurde 1949 in Berlin geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule. Seitdem ist er im Kino, im Fernsehen und auf der Bühne gleichermaßen präsent. Er spielte an zahlreichen Theatern in Deutschland und der Schweiz. Neben renommierten Fernsehspielen wie Engholm, Die Staatskanzlei oder Kinderspiele wirkte er seit 1995 als Kriminaldirektor Heimeran in der ARD-Fernsehserie Adelheid und ihre Mörder mit. Klaußner war darüber hinaus in vielen Kinofilmen zu sehen, wie Das SuperweibRossiniCrazyGoodbye Lenin und Die fetten Jahre sind vorbei.
Burghart Klaußner wurde mit der 'Goldenen Maske' des Schauspielhauses Zürich (1999), mit dem 'Goldenen Leoparden' des Filmfestival Locarno (2006) und mit dem 'Deutschen Filmpreis' (2005) ausgezeichnet.

Laberdan, Wünschelrutengänger

 

Christa Siems

Doligkeit

Trude Possehl

Barfey

Gisela Trowe

Kostümverleiherin

Vera Tschechowa

Fräulein Blüthe

   

   

     

Inhalt

  

1937 in Haifa, Palästina. Dem Schriftsteller Arnold Zweig fällt die Notiz einer Exilzeitung in die Hände: Selbstmord eines Henkers. Altona. Diese kurze Meldung berichtet von einem Schlachter und SS-Mann, der in finanziellen Schwierigkeiten ist. Für ein Blutgeld von 2000 Mark richtet er vier Kommunisten mit dem Handbeil hin, weil der Scharfrichter erkrankt ist. Bald gehen Gerüchte um und keiner kauft mehr in seinem Laden. Am Schluss bringen der Schlachter und seine Frau sich um.

 

Arnold Zweig entwickelt diese Fabel zu einem Schlüsselroman über das Hamburg der 30er Jahre. Viele Hamburger Juden, die sich im Exil von Haifa als Kolonie angesiedelt hatten, versorgten Zweig mit Details über Personen, Schauplätze und Stimmungen der Hansestadt. Zweig setzte diese Details in Beziehung zu seiner Hauptfigur, dem Schlachtermeister Teetjen. Er ist treuer Nationalsozialist, der immer noch an die Versprechungen seines Führers glaubt. Das Beil von Wandsbek wird so zur Parabel für das Schicksal des deutschen Kleinbürgers, der sich mit Hilfe des Nationalsozialismus retten will und dabei zugrund geht. Dennoch ist die Figur des Schlachtermeisters Teetjen - ein Handwerker mit Sehnsucht, wie Zweig ihn 1955 retrospektiv charakterisiert - nicht das abscheuliche Stereotyp des Nazi-Schlächters. Vielmehr versetzt sich der Jude Zweig in die Figur des Henkers, um das Geheimnis der Verführbarkeit eines Menschen auszuforschen. Dieses Interesse spitzt die Verfilmung des Romans (in den Spielszenen) zu, indem die Widersprüche der Figur Teetjen (vor dem Hintergrund der eher grellen / kolportagehaften Fabel) ausformuliert werden. Diese Frage wird auch weitergegeben an Menschen, die den Roman zum erstenmal lesen - Hamburger Bürger, der Reeder Erik Blumenfeld, Albert Speer, viele andere. In einer gefilmten Recherche bekommt die Stadt Hamburg einen Roman zurückgegeben, deren heimlicher Protagonist sie ist. (Quelle: ARD-Fernsehspiel, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Heft: Oktober bis Dezember 1983)


  

 

 

Fremde Links:

www.adk.de (über Hildegard Schmahl)

www.hr-online.de (über Barbara Nüsse)

www.filmmuseum-hamburg.de (über Edgar Hoppe)

www.steffi-line.de (über Gisela Trowe)

www.cms.goethe.de (Filmbeschreibung)

www.agentur-gotha.de (über Roland Schäfer)

  

   

 

Weitere Filme von Heinrich Breloer

Der von Falk Harnack 1951 gedrehte Film auf DVD

Roman von Arnold Zweig

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 06/2010