Todesspiel 1997
Inhalt Am 5. September 1977 wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt. Im Kugelhagel der Terroristen sterben alle vier Begleiter Schleyers. Der Industrielle soll im Austausch gegen die in Stammheim inhaftierten Genossen freikommen. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt beschließt, nicht auf die Erpressung durch die RAF einzugehen. Der Staat nimmt die Kriegserklärung an. Das Todesspiel beginnt. Das zu Recht viel gelobte zweiteilige Dokudrama von Heinrich Breloer verwebt Spielszenen, Interviews und Archivmaterialien zu einer einzigartigen Studie über die dunkelsten Wochen der westdeutschen Nachkriegsgeschichte. Das Springen zwischen Inszeniertem und Dokumentarischem wirkt niemals angestrengt oder irritierend, sondern verifiziert und bereichert das Vorgestellte. Breloer erzeugt so eine Spannung und bedrückende Nähe, die mit einem Spielfilm nur schwer zu erreichen wäre. Tatsächlich kommt bei der fast dreistündigen Tragödie niemals Langeweile auf. Während der erste Teil die Entführung Schleyers nachzeichnet, konzentriert sich der zweite Teil auf die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" nach Mogadischu. Die Naivität und Brutalität der Terroristen erschrecken ebenso wie die Skrupellosigkeit des staatlichen Krisenstabs. Die unkontrollierbare Gewaltspirale des Krieges überrennt alle Beteiligten. Schnell wird eine Einordnung nach Gut und Böse, richtig und falsch, auch für den Zuschauer unmöglich. Todesspiel stellt sich gegen die gefährliche Illusion, Gerechtigkeit sei mit Waffengewalt zu erzwingen. (Quelle: Peter Kuhn, Amazon-Redaktion)
Autor und Regisseur Heinrich Breloer arbeitet in einem Mosaik aus Dokumentar-Material, Spielszenen und Interviews mit Zeitzeugen - wie beispielsweise mit dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt - diese dramatischen Wochen auf, die die Republik in Atem hielten.
1.
Teil: Volksgefängnis Der
erste Teil schildert die Entführung Schleyers, die ersten Entscheidungen und
Gegenmaßnahmen in Bonn, die Fahndung nach den Entführern und das
psychologische Drama zwischen Schleyer und den ihn bewachenden Terroristen. Er
endet mit der Meldung von der Entführung der "Landshut" - der
Eskalation der Krise.
2. Teil: Entführt die Landshut Der
zweite Teil beschreibt das Inferno in dem entführten Flugzeug und die
Verhandlungen des Bundeskriminalamts mit den Stammheimer Gefangenen um ihre
angebliche Freilassung in ein anderes Land. Am Ende steht der kollektive
Selbstmord im Hochsicherheitstrakt von Stammheim und die Erschießung Schleyers,
der gehofft hatte, die Entführung der Maschine könnte seinem Schicksal
nochmals eine Wende geben.
Fremde Links: www.agentur-huebchen.de (Manfred Zapatka) www.zdf.de (über Susanne Schäfer) www.filmportal.de (über Birol Ünel)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 06/2010 |