Operation Ganymed 1977
Inhalt Operation
Ganymed,
das ehrgeizigste und aufwendigste Projekt in der Geschichte der Raumfahrt, gilt
offiziell als gescheitert. Nach einem offenbar misslungenem "Swingby-Manöver"
hinter dem Jupiter konnte mit den drei Raumschiffen und ihrer je siebenköpfigen
Besatzung kein Kontakt mehr aufgenommen werden. Die NASA wie auch die
Bodenfunkstellen der UdSSR brachen jede weitere Suche ab, nachdem sechs Monate
kein Lebenszeichen mehr empfangen wurde. Die Vollversammlung der Vereinten
Nationen in New York, unter deren Patronat diese internationale Mission für
Frieden, Freundschaft und Völkerverständigung stattgefunden hatte, erhob sich
zu einer Schweigeminute, bevor sie zur Tagesordnung überging. Aber
fünf Astronauten haben überlebt. Nach einer Flugzeit von 1585 Tagen kehren sie zur Erde zurück, planmäßig
erfolgreich, aber auch unerwartet und stumm. Denn die telemetrischen Systeme,
die Sende- und Empfangsanlagen für den Kontakt zur Erde schweigen noch immer.
Die Astronauten haben den Jupiter umrundet und dabei zwei Raumfahrzeuge mit
vierzehn Mann verloren. Sie hatten zwei Tote in der eigenen Besatzung. Sie sind
auf dem Mond Ganymed gelandet und haben dort Spuren primitiven Lebens entdeckt.
Sie hatten freilich keine Möglichkeit, diese Sensation der Bodenstation zu
melden. Nun
erwarten die fünf Helden einen triumphalen Empfang, das Ende aller Strapazen,
Heimkehr, Geborgenheit. Doch die Heimkehr wird zum Horrortrip. Keiner nimmt sie
zur Kenntnis. Man hat sie abgeschrieben. Nach zweieinhalb Jahren Funkstille
werden sie nicht mehr erwartet. In einer gottverlassenen Gegend, an der
mexikanischen Pazifikküste, müssen sie notlanden. Ein hoffnungsvoller Marsch
durch trostlose Wüsten beginnt. Das erste Dorf, das sie endlich erreichen, ist
verlassen und verfallen. Sie müssen weiter. Bis
zur Rückkehr auf die Erde war die Crew funktionsfähig. Nun geht der
menschliche Zusammenhalt verloren. Die Gruppe bricht auseinander. Die fünf
werden von quälendem Durst, Hunger, Schwächeanfällen, Halluzinationen
heimgesucht. Aggressionen brechen auf und führen zu Totschlag und Mord. Nur
einer erreicht als Ziel den nächsten bewohnten Ort. (Quelle: KINO – Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand, Hrsg. Robert Fischer, München, 1980)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: 29. Juni 2009
|