Weichselkirschen

1980

 

Filmliste Michael Günther

 

  

  

Regie

Michael Günther

Drehbuch

Leonie Ossowski

Vorlage

nach ihrem gleichnamigen Roman

Produktion

Aurora Television in Zusammenarbeit mit Poltel

Kamera

Henning Gaertner

Musik

-

FSK

-

Länge

ca. 100 Minuten

Ur-/Erstaufführung

-

Genre

Literaturverfilmung, Zeitgeschichte

      

      

    

Darsteller

Rolle
Luitgard Im Anna
Stanislaw Zaczyk Jan
Franciszek Pieczka Ludwik
Christine Merthan Vera
Barbara Ludwizanka Jula
Agnieszka Konopczynska Jolka
Aleksandra Slaska Pani Pawlakowa 
Emilia Krakowska Zofia
Boleslavv Plotnicki Nachtwächter
Gertruda Szalszowna Friedel
Wiktor Grotowicz Stefan
Helena Dabrowska Barbara
Stefan Srodka Jacek

           
 

 

Inhalt

Leonie Ossowski (bekannt geworden durch ihre Romane Stern ohne Himmel und Die große Flatter stammt aus Niederschlesien, wo sie auf dem Gut ihres Vaters in einem Dorf zwischen Warthe und Oder bis zum Kriegsende Landwirtschaft lernte. Mehr als dreißig Jahre nach ihrer Flucht konnte sie ihre alte Heimat wiedersehen, die heute in Polen liegt. Die Schilderung dieser Entdeckungsreise in die eigene Vergangenheit und in die Gegenwart eines anderen Staates liegen dem Film zugrunde, zu dem Leonie Ossowski nach ihrem Roman "Weichselkirschen" und den Erfahrungen mehrerer Besuche in Osowa Sien, dem ehemaligen Röhrsdorf, das Drehbuch schrieb.

  

Die Journalistin Anna, hinter der sich die Autorin verbirgt, spürt während eines mehrwöchigen Aufenthaltes in Polen behutsam die Veränderungen auf, die sich im Lauf der Jahnzehnte vollzogen haben: mit dem väterlichen Gut, das zu einem landwirtschaftlichen Musterkombinat wurde; mit der veränderten Landschaft, der die Weichselkirschenbäume zum Opfer fielen; mit den Dorfbewohnern, von denen die meisten ihr unbekannte Umsiedler sind, die ihre neue Heimat lieben, und mit den wenigen ihr noch Bekannten, in deren Familienprobleme sie mit hineingezogen wird. Im Mittelpunkt steht für Anna jedoch das unerwartete Wiedersehen mit ihrer Jugendliebe, einem ehemaligen Zwangsarbeiter, der ihr nun als stellvertretender Direktor des Kombinats gegenübersteht. Die Auseinandersetzunen mit den eigenen Gefühlen, die Anerkennung der politischen Gegebenheiten, das Zusammenleben mit der teils gleichgültig, teil misstrauisch, teils feindlich gesinnten Dorfgemeinschaft stellen die Journalistin vor schwere Probleme, wobei die zarte Freundschaft mit einem kleinen polnischen Mädchen und die unaufdringliche Art des polnischen Dolmetschers Jan hilfreich sind.

Die Reise in die Vergangenheit wird so für alle Beteiligten zu einem Ausblick in eine Zukunft mit mehr gegenseitigem Verständnis.

  

Der Film konnte in Zusammenarbeit mit 'Poltel' an den Originalschauplätzen in Polen gedreht werden. Das spezifische Kolorit der Landschaft wurde miteinbezogen. Bedeutende Darstellter des polnischen Theaters und Films erklärten sich spontan bereit, selbst in kleinen und kleinsten Rollen mitzuwirken.

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Heft 28, März - Mai 1980, hrg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit)

  

  

Über die Schauspielerin Luitgard Im:

Luitgard Im, geb. 12. Januar 1930 in Wemding, war eine vor allem in den 50er, 60er und 70er Jahren sehr gefragte und in etlichen Bühnenrollen bekannt gewordene deutsche Schauspielerin, zum Beispiel als Elektra oder Judith in den gleichnamigen Theaterstücken von Jean Giraudoux wie auch als Cleopatra in George Bernard Shaws "Cäsar und Cleopatra".
Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebte die Absolventin der Münchner Falckenberg-Schauspielschule am Berliner Schloßpark- und Schillertheater unter dem Regisseur Boleslaw Barlog.
Ferner wirkte Luitgard Im in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen mit.
Später begann sie, nebenbei für den Hörfunk Kurzgeschichten in schwäbischer Mundart zu schreiben.
Außerdem war ihre Stimme in vielen Hörspielen zu hören. Neben dem Berliner Wohnsitz hatte sie gleichzeitig in Wemding ihr Zuhause.
Im elterlichen Anwesen in der Wallfahrtstraße Nr.11 verbrachte sie gern ihre Freizeit. Dort starb sie am 21. April 1997. Am Haus ist eine Gedenktafel angebracht.

Ihre Preise
1962 Zweimal Erster Preis als beste Schauspielerin beim Pariser "Festival Theatre des Nations" in Paris für die Recha in Lessings "Nathan der Weise" und für die Alkmene in Giraudoux' "Amphitryon 38".
1965 Goldene Kamera für "Judith" von Giraudoux in einer Sendung des ZDF .
1974 Inselpreis der Stadt Hamburg für die "Heilige Johanna" von Shaw.
1980 Die tz-Rose für ihre herausragende darstellerische Leistung in dem Fernsehspiel "Weichselkirschen".

(Quelle: HP der Stadt Wemding)


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 01/2011