Spiel der Verlierer 1978
Inhalt Der
50jährige Fuhrunternehmer Kluth, dem die Frau weggelaufen ist, verliebt sich in
die 15jährige Tochter eines befreundeten Wirtsehepaares; ihre Beziehung endet
damit, dass Anita ein Kind erwartet und der verzweifelte Kluth Selbstmord
begeht. Das im Kleinbürgertum angesiedelte und sozialkritisch konzipierte Rührstück
ist der inszenatorisch völlig misslungene Erstlingsfilm eines Fassbinder-Mitarbeiters. Fassbinder selbst fungierte als Produzent und wirkte
(unter seinem Pseudonym Franz Walsch) auch am Schnitt mit.
Christian
Hohoff, mehrere Jahre Assistent Fassbinders und gelegentlich Mitarbeiter an
dessen Drehbüchern, hatte sich für sein Regiedebüt ein ebenso einfaches wie
interessantes Thema ausgesucht: Ein fünfzigjähriger Fuhrunternehmer merkt,
dass sich die fünfzehnjährige Tochter eines befreundeten Wirtsehepaares in ihn
verliebt und erwidert diese Liebe. Die Eltern stellen sich ahnungslos, weil
ihnen die Affäre Gelegenheit gibt, den Mann um Bürgschaften und Geld zu
bitten. Als der Vater die Wechsel platzen lässt, kommt es zu einer
Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Mutter dem Liebhaber der Tochter mit
einer Anzeige droht. "Ihr denkt ja ganz anders als ich", sagt der
Mann, geht nach Hause und nimmt sich das Leben. Unter
Fassbinders Händen wäre daraus wahrscheinlich eine Kleinbürgerstudie á la Angst essen Seele auf
geworden. Obwohl Fassbinders
Einfluss auf die Gestaltung von Hohoffs Film nicht gering war (er ist nicht nur
Produzent des Films, sondern hat unter seinem Pseudonym Franz Walsch auch am
Schnitt mitgearbeitet) - Regie und Schauspielerführung sind so miserabel, dass
selbst Ulli
Lommels frühe Filme dagegen bessere "Fassbinders" sind.
Ein Film, der traurig macht. Aber nicht wegen seines Themas, sondern wegen des
Scheiterns des Autor/Regisseurs, dem man die Redlichkeit des Versuchs nicht
absprechen kann.
Links fremder Seiten: www.orionspace.de (über Claus Holm) www.deutschesfilmmuseum.de (über Maria Schell) www.fassbinderfoundation.de (über den Tod von Christiane Maybach)
Layout: Rosemarie Kuheim Bearbeitet: August 2010
|