Heute spielen wir den Boss 

1981

 

Filmliste Peer Raben

 

  

  

Regie ................................................

Peer Raben

Drehbuch ..........................................

Kurt Raab

Herstellungsleitung ............................

Peter Kern

Schnitt .............................................

Helga Borsche

Produktionsleitung .............................

Joschi N. Arpa

Produktion .........................................

Luxor Film, München / Oceanic-Film, München / Lisa-Film, München / ZDF, Mainz

Aufnahmeleitung ................................

Stefan Seitz

Kamera ............................................

Michael Ballhaus

Musik ...............................................

Peer Raben

FSK .................................................

ab 12 Jahre

Länge ...............................................

89 Minuten

Sonstiges .........................................

-

FBW-Bewertung ................................

-

Ur-/Erstaufführung ............................

27.11.1981

Genre ...............................................

Komödie

  

  

  

Darsteller

Rolle

Peter Kern ..........................................

Fritz Paulig

Kurt Raab ........................................... Konrad Reichenstein
Dolly Dollar (jetzt: Christine Zierl) ....... Rita Kaiser
Rosel Zech .......................................... Frau Kaiser
Benno Hoffmann .................................. Gmeineder
Thomas Mayr-Kroiss ............................ Alexander von Freiligrath
Volker Spengler ................................... Manfred Dietrich
Nino Korda .......................................... Hause
Dieter Schidor ...................................... Rothe
Harry Baer ........................................... Gierke
Irm Hermann ...................................... Frau Müller-Eggers
Toni Netzle .......................................... Frau Schwab
Margot Mahler ..................................... Anita
Barbara Valentin .................................. Tanja
Rosl Mayr ............................................ Frau Gschwendtner
Günther Kaufmann ............................... Polizist
Martin Sperr ........................................ Stingl
Peter Chatel ........................................ Irrenarzt
Gusti Kreissl ....................................... Toilettenfrau
Werner Dahms .................................... Danielowitsch, Aufnahmeleiter
Bernd Helfrich ..................................... Leineweber, Beleuchter
Robert Scheibengraber ........................ Knechtle, Kameramann
Helmut Alimonta ................................. Eberl, Bühne
Karl Scheydt ....................................... Dörfler, Kameraassistent
Olga von Togni .................................... Frau Culmann, Produktionssekretärin
Photios Marmarelis .............................. Ahmed
Margit Symo ........................................ Frau Rendrum
Gunnar Petersen .................................. von Hagemann
Josef Moosholzer .................................. Wächter
Gabriel Wild ......................................... Wächter
Ingrid Caven ....................................... Sängerin

                  

 

 

Inhalt  

 

Ein Leben im Hintergrund mit der nie versiegenden Hoffnung, doch einmal ganz groß im Mittelpunkt zu stehen, führen Konrad Reichenstein und Fritz Paulig. Sie wohnen zusammen, bewältigen einen gemeinsamen Haushalt und gehen dem gleichen Job nach - was sie einerseits verbindet, andererseits aber auch immer wieder den Konkurrenten in jedem der beiden weckt. Reichenstein und Paulig, einst in ihrer Jugend glühende Schauspiel-Anwärter, haben es nicht geschafft: sie sind Komparsen bei Film und Fernsehen geblieben. Zwei in der endlosen Reihe der kleinen Figuren, die immer im Hintergrund stehen, die zwar gebraucht, aber als Staffage wie der letzte Dreck behandelt werden.

Den Traum, einmal als Mittelpunkt im Scheinwerferlicht zu stehen, haben Reichenstein und Paulig noch immer nicht ausgeräumt. Im Laufe der erfolglosen Jahre haben sie ihre eigenen Marotten und Ticks entwickelt. Reichenstein läuft in täglich wechselnden Verkleidungen herum, mal als historische Persönlichkeit, mal als Ausgeburt der Fantasie. Dabei versenkt er sich dermaßen in die jeweilige Rolle, dass er glaubt, die betreffende Figur leibhaftig zu sein. Paulig treibt einen merkwürdigen Kult mit Zeitungen, an deren Rändern er sich beharrlich und überall Notizen zu machen pflegt und die er dann sorgsam in seinem Zimmer verwahrt, dass außer ihm niemand betreten darf und deshalb immer geschlossen bleibt. In diesem Raum herrscht ein unglaubliches Chaos, wie überhaupt Paulig zur Schlampigkeit neigt, während Reichenstein geradezu pingelig ordentlich ist.

Nichts deutet auf eine nahende Veränderung in Reichensteins und Pauligs längst eingespieltem Alltagstrott hin, als Paulig eines Tages im Bus zufällig die Bekanntschaft der blonden und auch sonst auffälligen Sekretärin Rita Kaiser macht. Paulig, auf dem Weg zu einer Filmproduktion, wo er sich als "Leiche im Smoking" vorstellen muss, macht nicht zuletzt wegen seines Kostüms Eindruck auf Rita, die ihn für einen wohlhabenden Herrn der besseren Gesellschaft hält. Er drückt ihr eine Visitenkarte des Künstlerdienstes in die Hand, jener Institution, die trotz des groß klingenden Namens nur die kleinen Figuren aus dem Hintergrund vermittelt: sie solle sich dort unbedingt einmal vorstellen. 

Paulig wird aufgrund seines höchst ungewöhnlichen Verhaltens als "Leiche im Smoking" genommen - und Rita beschließt, ihre Stellung aufzugeben und Karriere als Künstlerin zu machen. Beim Künstlerdienst trifft sie auf Reichenstein - und beide werden, wohl ihrer konträren Skurrilität wegen, für den Film engagiert, in dem auch Paulig schon eine Rolle bekommen hat. Rita freundet sich mit Reichenstein an, der sie mit nach Hause nimmt, wo sie zu ihrer Überraschung Paulig wiedersieht. Die beiden verloben sich gleich in der ersten Nacht. Rita zieht in die Männerwohnung und bringt den Affen Alexander von Freiligrath mit, der fortan nicht nur heftige Verwirrung stiftet, sondern auch seine ganze Zuneigung Reichenstein schenkt.

Diese "ménage à quatre" kann natürlich nicht lange gut gehen. Und so braut sich dann eines Tages auch eine Art mittlerer Katastrophe zusammen, an der eindeutig Rita schuld ist. Ihrer Mutter, einer resoluten Provinz-Geschäftsfrau, hat sie nämlich aus Angst das Märchen von der Starkarriere und bevorstehenden Hochzeit mit einem reichen Filmproduzenten aufgetischt. Frau Kaiser kündigt daraufhin spontan ihren Besuch bei Tochter Rita an. Nun muss eine Idee her, und Paulig entwickelt einen kühnen Plan, bei dem alle die vielen, wegen Nichtbezahlung wütenden und frustrierten Komparsen begeistert mitmachen. Man besetzt das Produktionsbüro und nimmt die dort Verantwortlichen auf gutmütige, aber bestimmte Art gefangen - nicht ohne sie vorher zur Zahlung der längst fälligen Gagen überredet zu haben. Voller Genugtuung und Spaß an der Freud übernehmen die Komparsen die wichtigen Funktionen der eingesperrten Produktionsmitarbeiter. Ritas äußerst skeptische Mutter trifft ein, und man spielt ihr Leben und Treiben eines florierenden Unternehmens vor. Man führt ihr das Dasein in einer feudalen Wohnung vor und am nächsten Tag in schöner Happy-End-Manier die Hochzeit von Rita und Paulig - die jedoch durch den Verrat eines korrumpierten Verschworenen ein jähes Ende nimmt. Ritas Mutter jedoch, gerührt und überzeugt von dem Glück ihrer Tochter, kann noch rechtszeitig im letzten Moment zum Bahnhof gebracht und in den Zug gesetzt werden. Am Ende des Bahnsteiges aber wartet bereits die Polizei - aber auch der Regisseur des geplanten Films, für den Reichenstein, Paulig und Rita bereits engagiert waren. Er erkennt blitzartig die Fantastik dieser Geschichte als genau die, auf deren Suche er immer war. Eine Geschichte, die das Leben schrieb und die noch immer ein Traum bleiben wird...

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)  

  

  

  

  

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 2. Juli 2016

  

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