Irm Hermann

 

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Irm Hermann bei filmportal.de

 

Deutscher Hörbuchpreis 2009 für Irm Hermann

  

  

  

 

  

Irm Hermann - Foto: Christian Behring

Irm Hermann

Hier auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast, April 2008

Foto: Christian Behring

  

Irm Hermann wurde am 4. Oktober 1942 in München geboren.

 

Nach der Volksschule machte sie eine Ausbildung als Verlagskauffrau und arbeitete als Sekretärin beim ADAC. 

  

"Bei einem Dramatikerwettbewerb hab' ich ihn kennen gelernt", erzählt Irm Hermann über ihre erste Begegnung mit Fassbinder, das war 1966. "Es lief das Stück Nur eine Scheibe Brot und wir sind anschließend in eine Kneipe gegangen". Sie kamen ins Gespräch und Fassbinder bot ihr eine Rolle in einem Kurzfilm an. Der Kurzfilm hieß Das kleine Chaos und war Fassbinders zweiter Kurzfilm überhaupt. Gemeinsam mit Fassbinder und Hanna Schygulla ist sie Gründerin des "action-theaters" (später "antiteater"). Über die berufliche Beziehung hinaus gehört Hermann bald zu Fassbinders engsten Vertrauten. Sie gründet sogar eine Schauspieler-Agentur, um Christof Roser, Hanna Schygulla und Fassbinder nach außen hin zu managen. Doch der Erfolg bleibt aus. Sie reiste von ihrem eigenen Geld  mit Rainers Drehbuch Kalter Stahl (Arbeitstitel von Liebe - Kälter als der Tod) unter dem Arm durch die Lande, um bei Fernsehanstalten einen Financier für das Projekt zu gewinnen. Der einzige Erfolg, den sie dabei erringen konnte, war eine kleine Rolle für Fassbinder in einem Bundeswehr-Lehrfilm (Mit Eichenlaub und Feigenblatt von Franz-Josef Spieker). 

 

Irm Hermann und Fassbinder unterhielten so etwas wie eine Hassliebe zueinander, und dieses Verhältnis spiegelte sich auch in den Rollen Irm Hermanns während dieser Zeit wider. Zumeist verkörperte sie die Rolle der unterwürfigen, Handlangerdienste verrichtenden Ehefrau oder Bediensteten, die nur in kleinen Auftritten zur Geltung kommen durfte. "Die Entscheidung war für mich schon sehr schwierig", erzählt Irm Hermann weiter. "Entweder ihn als Mann und die kleinen Rollen, um dabei zu sein, oder die Trennung und woanders mehr erhoffen." Lediglich in dem Film Händler der vier Jahreszeiten, der 1971 entstand, durfte sie die Hauptrolle spielen und wurde dafür prompt mit einem Bundesfilmpreis belohnt. Die Idee zu diesem Film entstand aus Fassbinders Verwandtschaftsverhältnissen heraus, war sein einziger Onkel doch Obsthändler. Irm Hermann spielte in diesem satirischen Denkmal für Fassbinders Verwandtschaft eine mürrische, ständig schlecht gelaunte Ehefrau, die auch mal von ihrem Mann verprügelt wird. Nach dem Tod des Obsthändlers übernimmt der Verkäufer Harry (Klaus Löwitsch) die Stelle ihres Mannes. In ihrem mit Blumen verzierten Kleidern sieht Irm Hermann so richtig schön bieder aus, trägt gelegentlich eine Brille, quält ihren Mann und wird von ihm gequält.

 

1975 verließ Irm Hermann die Fassbinder-Clique, heiratete den Kinderbuch-Autor Dietmar Roberg und zog von München nach Berlin um. Nach größeren Schwierigkeiten, neue Filmangebote zu bekommen, hat sie sich nach einigen Nebenrollen in Sternsteinhof, Woyzeck, und Endstation Freiheit zur ersten Garnitur hochgearbeitet. In Fünf letzte Tage spielte sie dann die Hauptrolle der Zellengenossin und Buchhalterin im Gestapogefängnis Else Gebel, die ihr gute Kritiken und einen Deutschen Filmpreis einbrachten. "Irgendwann war ich wohl genau der Typ, der dafür gebraucht wurde", schildert sie lakonisch ihren Part. "Adlon hat mich engagiert, ohne mich zu kennen und hat gar nicht gewusst, wer ich bin. Ich habe mich ein bisschen mit der Zeit auseinandergesetzt." Nach einem weiteren Film von Percy Adlon (Die Schaukel) und einem Film von Hans W. Geißendörfer (Ediths Tagebuch) strebt sie vor allem eine langfristige Zusammenarbeit mit Regisseuren an. Zum Theater will sie jedoch nicht zurückkehren und auch die Arbeit hinter der Kamera - sie war Regie-Assistentin bei Wildwechsel und Faustrecht der Freiheit - reizt sie nicht weiter. In den 90er-Jahren spielte sie auch unter der Regie von Christoph Schlingensief (Das deutsche Kettensägenmassaker, Die 120 Tage von Bottrop

(Quelle: Vielen Dank an Siegfried Tesche für die Textauszüge - "Die neuen Stars des deutschen Films", Heyne TB Nr. 78, 1985)

    

  

 

Literatur

 

Frauen bei Fassbinder. In: Frauen im Film 35/1983

  

  

   

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Eine Auswahl von Filmen mit Irm Hermann

  

Titel

Jahr Regie

Irm Hermann hat bei folgenden Fassbinder-Filmen mitgewirkt:

Der Stadtstreicher

Das kleine Chaos

Warum läuft Herr R. Amok?

Liebe - Kälter als der Tod

Katzelmacher

Götter der Pest

Pioniere in Ingolstadt

Der amerikanische Soldat 

Händler der vier Jahreszeiten

Wildwechsel

Fontane Effi Briest

Die bitteren Tränen der Petra von Kant 

Acht Stunden sind kein Tag 

Nora Helmer

Angst essen Seele auf 

Faustrecht der Freiheit

Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel

Angst vor der Angst 

Frauen in New York

Berlin Alexanderplatz 

Lili Marleen

1966

bis

1980

Die Revolte

Ein Versicherungsangestellter, der lange Zeit seinen Job gewissenhaft erfüllt hat, steigt aus und sucht eine Alternative zum Kleinbürgerdasein. Bedeutungsschwerer Film.

1969

Reinhard Hauff

Matthias Kneißl

1971

Reinhard Hauff

Die Ahnfrau

1971

Peer Raben

Ein unheimlich starker Abgang

1973

Michael Verhoeven

Sternsteinhof

1975

H. W. Geißendörfer

Schatten der Engel

1975

Daniel Schmid

Die Ängste des Dr. Schenk (anderer Titel: Geschichten zwischen Tag und Traum)

1978

Herbert Vesely

Eisenhans

Hans Schroth ist Lkw-Fahrer und wird wegen seiner Bärenkräfte "Eisenhans" genannt. Er lebt mit Frau und seiner geistig behinderten Tochter Marga an der deutsch-deutschen Grenze. Geographisch und sozial isoliert flüchtet er in seine Innenwelt und findet Trost nur in der Liebe zur "unschuldigen" Marga. Seine Umgebung verdächtigt ihn des Inzests. Der verzweifelte Außenseiter wird seiner Frau gegenüber handgreiflich; sie zeigt ihn an und Eisenhans wird festgenommen. 

1983

Tankred Dorst

Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse

1984

Ulrike Ottinger

Reichshauptstadt privat

Mit Wolfgang Menge realisierte Horst Königstein das Großprojekt über Alltagsleben im Berlin der Nazi-Zeit.

1987

Horst Königstein

Das Spinnennetz

1989

Bernhard Wicki

Der Passagier - Welcome to Germany

Ein jüdischer Erfolgsregisseur kommt aus Amerika nach Deutschland zurück, wo er in den Kriegsjahren gemeinsam mit anderen KZ-Häftlingen als Statist in einem antisemitischen Film der Nazis mitwirken musste. Um sein Gewissen zu entlasten, will er nun einen Dokumentarfilm über die damaligen Geschehnisse drehen – denn er verschuldete durch einen Verrat den Tod eines Freundes. Schwermütiger Problemfilm.

1988

Thomas Brasch

Das deutsche Kettensägenmassaker

1990 Chr. Schlingensief

Deutschlandlied 

Tom Toelle erzählt kleine Geschichten, die sich eng an den damaligen Verhältnissen orientieren und dadurch eine glaubhafte Stimmung der Monate nach der Kapitulation vermitteln.

1995 Tom Toelle

Willi und die Windzors

Soeben verkündet das britische Unterhaus die aktuelle Meldung: Die Monarchie ist abgeschafft!
Queen Elizabeth und ihre Verwandten sollen umgehend das britische Empire verlassen. Nur Fergie und Andrew müssen im Land bleiben, bis Fergie ihre Schulden abgearbeitet hat. Vergeblich bemühen sich die "Gestürzten" bei europäischen Königshäusern um Unterschlupf. Doch überall wird abgewunken. Als einziger Ausweg bleibt den blaublütigen Heimatlosen, Asyl bei ihren letzten lebenden Verwanten in Hannover, den noch ahnungslosen Möbelhausbesitzer Willi und Else Bettenberg, zu suchen.
(Quelle: hapekerkeling.de)

1996 Hape Kerkeling

Für mich gab's nur noch Fassbinder

2000 Rosa von Praunheim

Reine Geschmackssache

Der Vertreter für Damenoberbekleidung Wolfi Zenker (Edgar Selge) verliert seinen Führerschein, weshalb sein homosexueller Sohn Karsten (Florian Bartholomäi) widerwillig seinen Sprachurlaub absagen muss und seinem Vater als Chauffeur aushelfen muss. Es entsteht eine Reihe von Verwicklungen, als sich Karsten in den ärgsten Konkurrenten seines Vaters verliebt und auch noch sein Coming-Out bevorsteht. (Max Ophüls-Preis 2007)
  

2006 Ingo Rasper

  

  

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www.ulrikeottinger.com

www.schlingensief.com (Film: Das deutsche Kettensägenmassaker)

www.hapekerkeling.de

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www.reinegeschmackssache.de (HP zum Film)

www.siegfriedtesche.de (HP)

http://katja-von-garnier.de (Film Deutschlandlied)

www.deutscher-hoerbuchpreis.de

 

  

  

 

 

  

  

 

 

 

   

  

  

 

 

 

 

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 21.12.2010

  

Die o.g. Filmliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.